#Gesundheit am 19.10.2020

Weiblicher Zyklus: So verändert sich die Periode mit dem Alter

Mit einem pinkfarbenen Stift wurde der Beginn der Menstruation im Kalender markiert.
iStock: NoDerog

Alle Tage wieder: Der Monatszyklus bei Frauen begleitet sie ihr halbes Leben lang. Doch wie verändert sich der weibliche Zyklus eigentlich mit dem Alter? Welche Menstruationsbeschwerden auftreten können und was in den Wechseljahren passiert.

Mal ist sie stark, mal schwach, manchmal schmerzhaft oder erträglich: Die Menstruation ist von Frau zu Frau unterschiedlich und verändert sich je nach Lebensphase und Alter. Gemeinsam ist aber (leider) allen: Je älter Frauen werden, desto mehr Menstruationsbeschwerden und Zyklusschwankungen können vorkommen.

Wie der weibliche Zyklus eigentlich funktioniert, wie die Frauen die Menstruation zwischen 30 und 50 Jahren erleben und welche Entspannungsübungen bei Menstruationsbeschwerden helfen können, erfährst du hier.

Weiblicher Zyklus: So ist der Verlauf

Der Menstruationszyklus teilt sich grob in zwei Phasen auf: Von Beginn der Menstruation bis zum Eisprung und vom Eisprung bis zur nächsten Menstruation. Der weibliche Zyklus startet am ersten Tag der Menstruationsblutung, die je nach Frau zwischen drei und fünf Tagen, manchmal auch länger, andauern kann (Desquamationsphase).

Nach der Desquamationsphase steigt der Östrogenspiegel an, was unter anderem zum Aufbau der Gebärmutterschleimhaut führt. Gleichzeitig schüttet der Hypophysenvorderlappen (ein Teil der Hirnanhangsdrüse) das Hormon FSH aus, so dass eine neue Eizelle in einem Eibläschen (Follikel) heranwachsen kann (Proliferationsphase).

Zum Ende der Proliferationsphase wird der Eisprung der reifen Eizelle durch einen starken Anstieg der Hormone FSH und LH sowie einen Abfall des Östrogenspiegels ausgelöst. Der Follikel platzt – der Eisprung findet statt. Jetzt ist der Zeitpunkt, in dem die Eizelle innerhalb von etwa 24 Stunden befruchtet werden kann. Sie wandert innerhalb von etwa drei bis vier Tagen über die Eileiter in Richtung Gebärmutter.

Längst nicht bei allen Frauen findet der Eisprung (Ovulation) am 14. Zyklustag statt – der Eisprung kann auch früher oder später sein. In den Tagen um den Eisprung hast du deine fruchtbaren Tage.

Nach dem Eisprung beginnt die sogenannte Gelbkörperphase – sie ist nach dem gelblich aussehenden Follikel benannt, der beim Eisprung geplatzt ist und in der zweiten Zyklushälfte das Hormon Progesteron produziert. Dieses Gelbkörperhormon sorgt unter anderem dafür, dass die Körpertemperatur leicht ansteigt und die Gebärmutterschleimhaut so aufgebaut wird, dass sich ein befruchtetes Ei darin einnisten könnte (Sekretionsphase).

Wenn sich keine befruchtete Eizelle eingenistet hat, verringern sich die Hormonspiegel von Östrogen und Progesteron wieder, sodass die Gebärmutterschleimhaut sich langsam löst und mit der Monatsblutung ausgeschieden wird.

5 Zahlen über den weiblichen Zyklus

  • Während der Menstruationsblutung verlieren Frauen etwa 50 Milliliter Blut.
  • Spermien bewegen sich ungefähr vier Millimeter/Minute – das bedeutet, dass es manchmal Stunden braucht, bis sie die Eizelle zur Befruchtung erreicht haben.
  • Statistisch gesehen ist das Alter, in dem Mädchen ihre erste Regelblutung (Menarche) haben, in den letzten 100 Jahren gesunken – und auch die Zeitspanne, in welcher die Menarche auftritt, ist geringer geworden: Waren die meisten Frauen Mitte des 19. Jahrhundert noch zwischen 12,5 und 21,5 Jahre alt, so menstruieren sie heutzutage im Alter zwischen 11 und 15 Jahren zum ersten Mal.
  • Eine besonders starke Form des PMS, die prämenstruelle dysphorische Störung, geht auch mit psychischen Beeinträchtigungen einher und ist seit dem Jahr 2000 als eigenständige Erkrankung anerkannt.
  • Mit dem Eintritt der Pubertät wird die Anzahl der Eizellen in den Eierstöcken auf etwa 300.000 bis 400.000 geschätzt. Pro Menstruationszyklus verringert sich diese Zahl um etwa 1.000 Eizellen pro Monat.

Geringe Zyklusschwankungen sind normal

Viele Frau gehen davon aus, dass der weibliche Zyklus etwa vier Wochen, sprich 28 Tage, lang ist. Bei denjenigen, die die Pille nehmen, ist dies in der Regel auch so. Doch bei den meisten Frauen, die nicht auf hormonelle Verhütungsmittel zurückgreifen, variiert die Zykluslänge teilweise stark.

Den einen Monat dauert die Phase vielleicht nur 26 Tage, im Monat darauf kann es schon mal sein, dass der Zyklus über 30 Tage dauert. Also keine Sorge: Es ist ganz normal, dass nicht immer exakt vier Wochen von einer Monatsblutung zur nächsten vergehen.

Die Gründe für Zyklusschwankungen sind unterschiedlich, unter anderem können diese Faktoren verantwortlich sein:

  • Stress
  • Krankheiten
  • Medikamente
  • Ernährung (Diät oder Krankheiten wie z. B. Magersucht)
  • Übergewicht oder starke Gewichtsschwankungen
  • Absetzen der Pille

Wenn du starke Zyklusschwankungen hast, die Periode ausbleibt oder die Blutung sehr stark ist, wende dich an deinen Frauenarzt. Dieser kann dir helfen, die Ursachen abzuklären.

Weiblicher Zyklus bis zu den Wechseljahren

In den Teenagerjahren kommt die Periode häufig noch unregelmäßig. Um das 20. Lebensjahr hat sich der weibliche Zyklus dagegen oftmals schon eingependelt. Bis in die 30er Jahre erleben die meisten Frauen einen relativ festen Rhythmus in ihrem Menstruationszyklus – es sei denn, sie werden schwanger.

Denn bei einer Schwangerschaft setzt die Monatsblutung erst einmal aus. Wenn sich der Körper nach der Geburt und der Stillzeit etwas erholt und sich der Hormonspiegel wieder normalisiert hat, beginnt auch wieder der Menstruationszyklus.

Ab dem 30. Lebensjahr

Bei vielen Frauen treten ab dem 30. Lebensjahr häufiger zum Teil auch stärkere, Menstruationsbeschwerden auf, die unter dem Begriff Prämenstruelles Syndrom (PMS) zusammengefasst werden.

Neben körperlichen Beschwerden wie beispielsweise Schmerzen im Bauchraum, Rücken oder Kopf, Ödembildung, Blähungen oder Völlegefühl, können psychische Beschwerden wie Antriebslosigkeit oder depressive Verstimmungen hinzukommen. (Achtung: Sollten stärkere oder anhaltende körperliche oder psychische Beeinträchtigungen auftreten, bitte einen Arzt aufsuchen).

Die genaue Ursache von PMS ist noch nicht ausreichend erforscht. Wissenschaftler vermuten, dass unter anderem der starke Abfall des stimmungsaufhellenden Botenstoffs Serotonin kurz vor Beginn der Monatsblutung für PMS verantwortlich sein könnte. Begünstigt werden kann PMS allerdings auch durch einen ungesunden Lebensstil.

Daher ist es besonders für Frauen, die unter starken Menstruationsbeschwerden leiden, wichtig, möglichst auf stark Zuckerhaltiges sowie auf Kaffee, Alkohol und Nikotin zu verzichten. Körperliche Aktivität und gesunde Ernährung können außerdem dazu beitragen, dass die Beschwerden nicht allzu stark ausgeprägt sind.

Ab dem 40. Lebensjahr

Ab dem 40. Lebensjahr kann es zu Zyklusschwankungen kommen, die mit dem Beginn der Wechseljahre zusammenhängen können. Die Funktion der Eierstöcke lässt allmählich nach. Dies kann individuell zu unterschiedlichen Veränderungen des Zyklus führen, die beispielsweise die Zykluslänge, die Menstruationsdauer und die Blutungsstärke betreffen.

Wenn sich die Wechseljahre ankündigen, können Frauen unter anderem an psychischen Beschwerden leiden – Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Gereiztheit sind nicht selten.

Abhilfe kann Bewegung schaffen: Zum Beispiel fünfmal in der Woche für 30 Minuten spazieren gehen oder moderates Ausdauertraining für mindestens 75 Minuten in der Woche. Wer eher unsportlich ist oder an einer chronischen Erkrankung leidet, sollte vorher einen Arzt aufsuchen.

Ab dem 50. Lebensjahr

Oftmals kündigen sich die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, schon vor dem 50. Lebensjahr an und können unterschiedlich lang andauern. Sie markieren eine Übergangszeit und enden in der Menopause.

Mit der Zeit produzieren die Eierstöcke immer weniger Geschlechtshormone, der Eisprung wird seltener, bis die Menstruation schließlich ganz ausbleibt. Wenn innerhalb von zwölf Monaten keine Regelblutung mehr Eintritt, ist die Postmenopause eingeläutet. In der Postmenopause kann die Frau nicht mehr schwanger werden.

Du hast Fragen rund um den weiblichen Zyklus? Dann wende dich gerne vertrauensvoll an unsere AOK-Experten. Im Forum „Partnerschaft & Sexualität“ kannst du anonym deine Frage stellen und erhältst schnell und zuverlässig eine Antwort. Hier geht’s zum AOK-Expertenforum.

Entspannt bleiben: 3 Tipps bei Menstruationsbeschwerden

Fühlst du dich vor oder während deiner Periode antriebslos, hast Unterleibsschmerzen oder dir ist einfach nicht wohl? Dann höre auf deinen Körper und gebe ihm das, was er gerade braucht. Entspannungsübungen können besonders gut helfen. Hier sind drei Tipps für dich, besser zur Ruhe zu kommen, wenn du an Menstruationsbeschwerden leidest:

  • Gönn‘ dir eine Pause und entspanne dich bei Übungen, die dich innerlich stärken und achtsam durch den Alltag führen können. Passende Übungen findest du zum Beispiel im „Lebe Balance“ Podcast der AOK Baden-Württemberg – überall, wo es Podcasts gibt.
  • Von Yoga über Qigong bis hin zu Achtsamkeitskursen: Mehr Entspannung gibt es auch bei den Gesundheitskursen der AOK Baden-Württemberg – melde dich jetzt zu einem Kurs in deiner Nähe an.
  • Hast du schon einmal von ASMR gehört? Bei den Knack- und Knisterfilmen können viele Menschen wunderbar vom Alltag abschalten und zur Ruhe kommen. Was ASMR ist und wie es helfen kann, erfährst du hier.

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