#Gesundheit am 27.05.2021

Alltägliche Krebsvorbeugung: So kannst du selbst dein Krebsrisiko senken

Krebsvorbeugung: Ein angerichtetes gesundes Essen auf einem Tisch
Stocksy / Alie Lengyelova

Wie wirkt sich ein gesunder Lebensstil auf das Krebsrisiko aus? Was kannst du selbst aktiv tun und worauf solltest du besser verzichten, um Krebs vorzubeugen? Hier erfährst du, mit welchen Tipps du deinen Alltag entsprechend gestalten kannst.

Ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, wenig Schadstoffe: Welche Rolle spielt ein gesunder Lebensstil für die Krebsvorbeugung? Wir zeigen dir, wie du deinen Alltag gestalten kannst, um das Risiko einer Krebserkrankung zu reduzieren.

Wie hängen ein gesunder Lebensstil und Krebsvorbeugung zusammen?

Es gibt Menschen, die beim Thema gesunder Lebensstil sofort an Anstrengungen und persönliche Einschränkungen denken. Doch dieser ist gar nicht so schwer umzusetzen, wie du im ersten Moment vielleicht glaubst. Das eigene Wohlbefinden sollte hierfür die beste Motivation sein, um schlechte Gewohnheiten ablegen zu können. Denn auch bei der Krebsvorbeugung kann die individuelle Lebensweise entscheidend sein. Experten sind sich mittlerweile einig, dass es viele verschiedene Faktoren (zum Beispiel Ernährung, Alkohol, Rauchen, UV-Strahlung) gibt, die mit der Krebsentstehung zusammenhängen.

Krebs entsteht durch zufällige genetische Fehler bei der Zellteilung. Deshalb gibt es kein Patentrezept dagegen. Zudem gibt es Krebsarten, deren Entstehung man kaum aktiv entgegenwirken kann. Bei einigen der häufigeren Tumorarten lässt sich allerdings das individuelle Risiko senken und das schon bei wenigen Umstellungen deiner alltäglichen Gewohnheiten. Bereits die Änderung gängiger Essgewohnheiten kann die Krebshäufigkeit um 30 bis 40 Prozent senken, vermuten Experten.

Krebs vorbeugen durch Verzicht: Schluss mit den Lastern!

Zigaretten gehören eindeutig nicht zu einem gesunden Lebensstil. Dieser Fakt dürfte den meisten bekannt sein. Tabakkonsum ist für knapp ein Drittel aller Krebserkrankungen mitverantwortlich. Zu den Fakten zählt auch, dass Raucher doppelt so häufig an Krebs sterben wie Nichtraucher. Vor allem Lungenkrebs steht hierbei laut dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) ganz oben auf der Liste. An diesen Organen und in diesen Körperregionen kann durch langjähriges Rauchen Krebs entstehen:

  • Kopf-Hals-Bereich
  • Speiseröhre
  • Lunge
  • blutbildendes System
  • Leber
  • Bauchspeicheldrüse
  • Niere
  • Magen und Darm
  • Gebärmutterhals
  • Harnblase

Ein Blick auf diese Aufzählung zeigt, dass Raucher zur Senkung ihres persönlichen Krebsrisikos eine Sache am besten direkt tun sollten: mit dem Rauchen aufhören! Damit verringern sie in jedem Alter ihr Risiko, an einer negativ durch Rauchen beeinflussten Krankheit zu sterben, im Vergleich zu denjenigen, die weiterhin zur Zigarette greifen. Je früher dies geschieht, desto besser. Mit dem Verzicht auf den Glimmstängel tust du dir und deiner Gesundheit definitiv einen großen Gefallen.

Ein weiteres Laster, das du im Auge behalten solltest, ist Alkohol. Regelmäßiger Alkoholkonsum kann zahlreiche Krebserkrankungen begünstigen. Dazu zählen beispielsweise Tumore der Speiseröhre, der Mundhöhle, des Kehlkopfes, des Magens, der Brust und der Leber. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. lautet, dass Frauen nicht mehr als zehn Gramm und Männer nicht mehr als 20 Gramm Alkohol pro Tag zu sich nehmen sollten. Bereits ein Glas Bier, Wein oder Schnaps beinhaltet besagte zehn Gramm Alkohol. Deshalb ist es umso wichtiger für die eigene Gesundheit, wenn überhaupt, Alkohol bewusst und in Maßen zu konsumieren.

Krebsvorbeugung und Ernährung: 4 Tipps für die gesunde Küche

Laut verschiedener Studien gibt es Ernährungsweisen, die das Risiko einer Krebserkrankung verringern. Andere wiederum erhöhen dieses Risiko. Wissenschaftlichen Schätzungen zufolge lassen sich im Jahr 2018 circa acht Prozent aller Krebsneuerkrankungen auf eine ungesunde Ernährung zurückführen. Umso wichtiger ist es, dass du frisch, gesund und ausgewogen isst. Wie dir eine Ernährungsumstellung leichter fällt, erfährst du an dieser Stelle.

Krebsvorbeugung: Sei aktiv und beweg dich

Wenig Sitzen, viel Bewegung – so lautet die einfache Formel, mit der du das Krebsrisiko senken kannst. Mehr als 200 große Beobachtungsstudien zeigen, dass Sport und ausreichende körperliche Aktivitäten einer Krebserkrankung tatsächlich vorbeugen können. Wer sich viel bewegt, erkrankt seltener an bestimmten Krebsarten. So senkt Sport laut Studien das Risiko für Dickdarmkrebs und es gibt Hinweise darauf, dass du auch Brust- sowie Gebärmutterkrebs durch Bewegung vorbeugen kannst. Darüber hinaus vermindert ein aktiver Lebensstil das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Knochen- und Muskelabbau, Depressionen und bestimmte Formen von Diabetes. Bereits mit kurzen regelmäßigen Aktivitäten kannst du deine Gesundheit verbessern. Schon 30 Minuten Bewegung täglich können viel bewirken.

Dabei muss es nicht zwangsläufig immer ein intensives Work-out sein. Bereits die Fahrt mit dem Rad zur Arbeit, Gartenarbeit oder das Treppensteigen zwischendurch zählen auch. Wenn du einen Job hast, bei dem du viel sitzt, ist es umso wichtiger, regelmäßige Bewegungseinheiten in den Arbeitsalltag zu integrieren. Achte jedoch darauf, dass die Trainingsbelastung auf deine körperlichen Fähigkeiten und Belastbarkeit abgestimmt ist, um Muskelverletzungen zu vermeiden.

Bewegung draußen an der frischen Luft ist gut! Sonnenbrände solltest du dabei allerdings vermeiden. Ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Hautkrebs ist die „Überlastung“ der Haut mit UV-Strahlen. Durch intensive UV-Bestrahlung verändern sich Hautzellen und können zu Krebszellen werden. Das gilt insbesondere dann, wenn Kinder und Jugendliche Sonnenbrände erleiden. UV-Schutz in Form von geeigneter Kleidung, Aufenthalt im Schatten und Meiden der Sonne im Frühjahr und Sommer zwischen 11 und 15 Uhr helfen, um genügend aber nicht übermäßig Sonne zu tanken.

Nimm Früherkennungsuntersuchungen wahr

Aktive und gesunde Menschen machen sich über das Thema Krebs oft keine Gedanken. Krebsfrüherkennungsuntersuchungen stehen daher eher selten ganz oben auf der persönlichen To-do-Liste. Dennoch ist es wichtig, dass du dich eher früher als später mit den Angeboten der Krebsprävention und der -früherkennung auseinandersetzt. Ganz besonders bei einer bestehenden erblichen Vorbelastung in der Familie.

Eine wirksame Möglichkeit zur Krebsvorbeugung ist die HPV-Impfung für Jungen und Mädchen. Denn bestimmte Viren, Humane Papillom Viren (HPV), können Krebs erzeugen. Diese Viren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, sich gegen diese Viren impfen zu lassen. Dies beugt bestimmten Krebsarten unter anderem im anogenitalen Bereich wie beispielsweise Gebärmutterhalskrebs und Peniskrebs vor. Jungen und Mädchen können sich ab dem 9. Lebensjahr impfen lassen. Wenn die Impfung vor dem 15. Lebensjahr erfolgt, genügen zwei Impfdosen, danach sind drei nötig. Die Impfung sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Weitere Informationen über die HPV-Impfung bekommst du hier.

Mithilfe von bestimmten Früherkennungsuntersuchungen lassen sich manche Krebsarten in einem Stadium erkennen, in dem eine heilende Therapie möglich ist. Daher sollte sich jeder zu den Angeboten der Krebsfrüherkennung ausführlich beraten lassen und gut informiert entscheiden, ob er sie nutzen möchte. Denn für einige Krebsarten gilt: Je früher sie entdeckt werden, desto besser sind sie behandelbar.

Zu den Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, die die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen, zählen:

  • Gebärmutterhals
  • Brust
  • Haut
  • Prostata
  • Dickdarm- und Rektumuntersuchung

Hab keine Scheu, einen Arzt deines Vertrauens aufzusuchen, um die Angebote der AOK zu nutzen.

Früherkennung und Behandlung von Krebs: die Angebote der AOK

Rund 490.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Umso wichtiger ist es, dass Krebsvorstufen oder Tumore früh entdeckt werden. Um das zu erreichen, gibt es Früherkennungsprogramme für Darmkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Prostatakrebs und Hautkrebs. Für ihre Versicherten übernimmt die AOK Baden-Württemberg die Kosten für diese Untersuchungen. Wer dennoch erkrankt, kann sich auf die Unterstützung der AOK mit zahlreichen weiteren Leistungen vor und während der Krebsbehandlung sowie bei der Nachsorge verlassen. Zu den Untersuchungen zur Vorsorge und Früherkennung zählen unter anderem kostenfreie Gesundheitskurse sowie eine ärztliche Zweitmeinung.

Hier geht’s zu den Angeboten.

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