#Freizeittipp am 21.04.2021 aktualisiert am 05.05.2021

Die 5 schönsten Fahrradtouren in Baden-Württemberg

Zwei Personen machen eine Radtour.
iStock / egon69

Du planst eine Radtour durchs Ländle, dir fehlt aber noch die perfekte Strecke? Wir zeigen dir fünf abwechslungsreiche Routen – vom Bodensee bis nach Wüstenrot.

Einfach mal raus, den Kopf freibekommen und wieder etwas erleben – danach sehnen sich viele Menschen in Zeiten von Corona. Um dem Lagerkoller zu entgehen, ist Fahrradfahren ideal. Obendrein tust du bei diesem Sport aktiv etwas für deine Gesundheit und beugst Bewegungsmangel vor: Beim Radfahren trainierst du nicht nur Ausdauer und Muskelkraft, sondern auch Koordination und Beweglichkeit. Drei Mal in der Woche für jeweils 30 bis 45 Minuten in die Pedale zu treten, reichen schon aus, um fit zu bleiben

Doch auch eine Fahrradtour durch unser schönes Baden-Württemberg ist eine Wohltat für Körper und Seele. Quer durchs Ländle schlängeln sich unzählige Radwege vorbei an malerischen Landschaften, verträumten Dörfern und historischen Bauten. Wir nehmen dich mit auf fünf schöne und leichtere Etappen, die auch für größere Kinder gut geeignet sind.

1. Rundtour am Neckar und Schozach

Diese Tour verbindet gleich zwei schöne Fernradwege: Den Alb-Neckar- und den Neckartal-Radweg. Du startest in der Gemeinde Talheim und kannst dort noch vor dem Beginn der Rundtour das Talheimer Grab besichtigen, in dem die Knochen von 34 Personen aus der Jungsteinzeit gefunden wurden.

Archäologen haben herausgefunden, dass vor rund 7.000 Jahren eine Dorfgemeinschaft überfallen, getötet und in eine Grube geworfen wurde. 1983 wurde die inzwischen international bekannte Sehenswürdigkeit von einem Landwirt entdeckt. Sie gibt einen Einblick in die damalige Lebensweise der Menschen, Kleidung, Schmuck, Haare und Körperbemalungen wurden rekonstruiert.

Entlang der Schozach geht’s nach Horkheim über die erste Neckar-Schleuse direkt vor den Toren Heilbronns. Die ehemalige Reichsstadt ist das Zentrum der Region Heilbronn-Franken und wird als Stadt des Weines bezeichnet. Den Neckar zur Linken geht es weiter nach Lauffen am Neckar, die Geburtsstadt des Dichters Friedrich Hölderlin. Dort überquerst du den Neckar auf der alten Neckarbrücke und befindest dich dann auf dem Neckartal-Radweg.

Der führt in diesem Abschnitt an den „Katzenbeißer-Weinlagen“ vorbei. Dort bauen die Winzer vor allem die bekannten württembergischen Rotweinrebsorten an: Trollinger, Lemberger und Schwarzriesling. Tipp: Am Rast- und Spielplatz Herrlesberg kurz vor Neckarwestheim genießt du einen wunderschönen Ausblick über das Neckartal.

Hinter dem Örtchen, bekannt durch sein Kernkraftwerk, das nächstes Jahr stillgelegt wird, kommst du an der Oettinger Mühle vorbei. Für Besuchergruppen (ab zehn Personen) finden Führungen durch die Mühle statt, und du erfährst, wie angeliefertes Korn so verarbeitet wird, dass Brot daraus gebacken werden kann.

Bitte informiere dich vorab, ob die Führung aufgrund der Corona-Pandemie stattfindet. Das letzte Teilstück der Rundtour führt im Schozachtal zurück zum Ausgangspunkt nach Talheim.

Streckendetails:

  • Länge: 27,3 km
  • Dauer: 2,5 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Beschilderung: SB2
  • Start: Parkplatz Talheim
  • Koordinaten: DG 49.084477, 9.194872

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Aktuelle Corona-Regeln in Baden-Württemberg

Bitte beachte die aktuellen Regelungen in Baden-Württemberg im Zuge der Corona-Pandemie. Je nach Inzidenzhöhe gibt es Lockerungen oder Einschränkungen im öffentlichen Leben.

Einen Überblick über alle Corona-Regelungen in Baden-Württemberg erhältst du auf der Website der Landesregierung.

2. Donau-Radweg: Von Donaueschingen bis Tuttlingen

Mit 2.859 Kilometern zählt der Donau-Radweg zu den längsten in Europa. Er beginnt in Donaueschingen, endet nach rund 600 Kilometern auf deutscher Seite in Passau und führt bis zur Mündung am Schwarzen Meer in Rumänien.

Eine der schönsten Strecken befindet sich gleich am Anfang in Donaueschingen. Bevor du aufs Rad steigst, kannst du noch einige interessante Sehenswürdigkeiten der alten Residenzstadt besichtigen: Neben der Donauquelle vor allem das Fürstlich Fürstenbergische Schloss mit seiner weitläufigen Parkanlage. Startpunkt zu der familienfreundlichen Tour nach Tuttlingen ist der Bahnhof.

Der Beschilderung folgend erreichst du den Stadtteil Pfohren. Dessen Wahrzeichen ist die Entenburg, ein altes Wasserschloss. Bekannt ist der Ort auch durch seine Weißstörche, die hier jedes Jahr brüten. Links der Donau geht es dann auf asphaltierten Wegen Richtung Wartenberg, einem ehemaligen Vulkan unweit von Geisingen.

Am Ortsende führt der Radweg entlang den Gleisen der Bahnlinie erst nach Hintschingen, dann nach Immendingen. Das Örtchen weist ein besonderes regionales Phänomen auf: die sogenannte Donauversickerung. Das Donauwasser fließt dort unterirdisch ab und verschwindet.

Danach geht’s nach Möhringen, das bereits zu Tuttlingen gehört. Im Zentrum des staatlich anerkannten Luftkurorts liegt das Rathaus, ein ehemaliges Schloss aus dem 14. Jahrhundert. Von dort ist es nicht mehr weit in die Große Kreisstadt Tuttlingen. Auf dem Weg in die Innenstadt kommst du am Bahnhof vorbei. Direktzüge zurück nach Donaueschingen fahren alle zwei Stunden und benötigen für die Kurzstrecke etwas mehr als 20 Minuten.

Streckendetails:

  • Länge: 37 km
  • Dauer: 3 bis 4 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Beschilderung: Deutsche Donau
  • Start: Bahnhof Donaueschingen (Autos können ganz in der Nähe auf dem Andreas-Willmann-Platz geparkt werden. Zufahrt über die Friedrich-Ebert-Straße)
  • Koordinaten: DG 47.948904,8.4971504

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3. Bodensee-Radweg: Von Überlingen nach Friedrichshafen

Knapp 260 Kilometer – das ist für einen Familienausflug wohl etwas zu lang. Aber so weit müsste man radeln, um einmal den Bodensee auf seinem hervorragend ausgebauten Radweg zu umrunden. Gemütlicher wird’s, wenn man sich einen Teilabschnitt aussucht – zum Beispiel die 30 Kilometer von Überlingen nach Friedrichshafen.

Du startest vom Park & Ride-Platz am Stadtrand von Überlingen und fährst in die Innenstadt am St.-Nikolaus-Münster vorbei zum Landungsplatz direkt an der langen Uferpromenade. Dort liegt die „Greth“, das einstige städtische Handels- und Kornhaus und die heutige Markthalle. Am See entlang geht’s dann Richtung Nussdorf.

Wer gern baden möchte, kann hier im Strandbad eine erste Pause einlegen. Rund einen Kilometer hinter dem kleinen Örtchen befinden sich in Birnau gleich drei Sehenswürdigkeiten: das Schloss Maurach, das Kloster Birnau und die Wallfahrtskirche Birnau. Von dort eröffnet sich ein fantastischer Panoramablick über den Bodensee und die zum Greifen nahen Alpen auf der gegenüberliegenden Schweizer Seite.

Kurz darauf erreichst du Unteruhldingen. Bekannt ist das Städtchen durch sein Pfahlbaumuseum. Nachbauten von einer Töpferei, Wohnhäusern oder Vorratshütten lassen die Stein- und Bronzezeit lebendig werden. Nächste Station ist Meersburg. Hoch über der ehemaligen Residenzstadt liegen die Paläste der Konstanzer Bischöfe, gleich daneben das Neue Schloss mit einer vorgelagerten Aussichtsterrasse.

Über die Uferpromenade, vorbei am modernen Thermalbad, radelst du dann weiter in Richtung Hagnau, vorbei an akkurat angelegten Weinbergen. Wie Meersburg ist auch Hagnau bekannt für seinen Weinanbau. Liebhaber des Rebensafts können einen Verkostungsstopp beim Winzerverein Hagnau einlegen, der Radweg führt direkt daran vorbei – wenn du allerdings weiterradeln möchtest, genieße lieber ein alkoholfreies Getränk.

Während in der Hagnauer Region vor allem der Weinanbau dominiert, prägen große Obstplantagen die Landschaft in Immenstaad. Die Attraktion des kleinen Orts ist das Ganzjahresstrandbad Aquastaad mit Dampfbädern, Solarien und Erlebnisduschen.

Der letzte Teil dieser Teilstrecke führt dann an der stark frequentierten B31 bis in die City von Friedrichshafen. Lohnenswert ist dort ein Besuch des Zeppelin Museums, bei schönem Wetter lädt die Seepromenade zum Spazieren ein. Der Bahnhof liegt mitten in der Stadt, die Rückfahrt nach Überlingen (alle 20 Minuten) dauert mit der Regionalbahn eine Dreiviertelstunde.

Streckendetails:

  • Länge: rund 30 km
  • Dauer: 3 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Beschilderung: Bodensee-Radweg
  • Start: Park & Ride Platz am Überlinger Krankenhaus, Kurt-Hahn-Straße (Tagesgebühr: 3,50 €)
  • Koordinaten: DG 47.7757703,9.1502936

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4. Rund um Tübingen und Rottenburg

Die Tour verbindet die Städte Tübingen und Rottenburg, die vieles gemeinsam haben, aber sich aber im Detail unterscheiden. Da ist einerseits eine historische Altstadt mit Fachwerkhäusern, Cafés und Restaurants. Andererseits zeigt Tübingen mit seiner Universität und dem studentischen Flair Weltoffenheit und internationales Publikum, Rottenburg mit dem Sitz der Diözese Rottenburg-Stuttgart und dem bischöflichen Palais eher ein beschauliches, ländliches Ambiente.

Du startest am Wanderparkplatz in Wurmlingen unterhalb der Kapelle. Von dort geht es auf ebener Strecke nach Rottenburg. Auf dem Weg zum Marktplatz kommst du am bischöflichen Ordinariat vorbei. Der Marktplatz ist geprägt vom wuchtigen St.-Martin-Dom, im Sommer kann man in den Cafés rund um den Marktbrunnen unter Sonnenschirmen eine erste Getränkepause einlegen. Von dort geht es Richtung Neckar. Den Fluss immer zur Rechten verlässt du die Domstadt in Richtung Tübingen.

Der Radweg, der durch Felder und Wiesen führt, ist gut ausgebaut und eben. Nächste Station ist Hirschau, ein kleines Dorf, das bereits zu Tübingen gehört. Der Stadtteil wurde in den 1970er-Jahren eingemeindet. Kurz hinter dem Ort hältst du dich links, sodass der Neckar immer zur Rechten liegt. Erste Villen aus der Gründerzeit zeigen, dass die Stadtgrenze Tübingens erreicht ist.

Der Weg führt unterhalb des Schlossberges bis zum Schlossbergtunnel. Wer ihn durchquert, befindet sich auf der anderen Seite im Zentrum und in der Altstadt. Fachwerkhäuser prägen das Bild, Cafés, Restaurants und Kneipen – typisch Unistadt eben. Um das Schloss, von dem aus du einen herrlichen Blick über die Stadt hast, zu besichtigen, solltest du dein Rad abstellen und hochlaufen. Der Abstecher lohnt sich!

Durch die Fußgängerzone geht’s zum Bahnhof, dabei überquerst du den Neckar über die Eberhardsbrücke. Am renaturierten Flussufer verläuft der Radweg zurück nach Wurmlingen. Vorbei am Freibad kommst du am Ortsausgang von Tübingen zu einer Brücke, die nach Hirschau führt. Von dort dann gerade aus zum Ausgangspunkt nach Wurmlingen.

Die Wurmlinger Kapelle ist übrigens als herausragende Aussichtspunkt bekannt. Gen Westen kannst du bei guten Sichtverhältnissen bis zum Schwarzwald schauen, nach Süden liegt die Schwäbische Alb zum Greifen nah.

Streckendetails:

  • Länge: 25 km
  • Dauer: 2,5 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Beschilderung: Übliche Radbeschilderung (mit Orts- und Entfernungsangabe)
  • Start: Wanderparkplatz Wurmlinger Kapelle
  • Koordinaten: DG 48.5044752,8.9715139

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5. Gemütliche Familientour rund um Wüstenrot

Wüstenrot – Moment, da war doch was! Dass die bundesweit bekannte Bausparkasse nach einem Ort benannt ist, wissen wahrscheinlich nur wenige. Du startest für die Radtour durch den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald im Nordwesten der Gemeinde am Ortsausgang.

Nach wenigen hundert Metern Radstrecke erreichst du schon ein erstes Highlight der Rundtour: die Greifvogelanlage am Spatzenwald. Bei Flugschauen erklären Falkner Groß und Klein alles Wissenswerte über unsere heimischen Raubvögel. Durch den Weihenbronner Wald geht’s dann über Weihenbronn nach Neuhütten.

Wer sich dort einen Überblick über die Region samt Ausblick über die Hohenloher Ebene, die Waldenburger und Limpurger Berge sowie den Mainhardter und Odenwald verschaffen möchte, sollte auf den Aussichtsturm Steinknickle steigen. Für die kleinen Radler ist ein Spielplatz angelegt.

Die Hälfte der Tour ist schon geschafft, über Wiesen und Felder geht’s an Bärenbronn vorbei nach Hasenhof und Spatzenhof, auf dem letzten Stück wird der Stangenberg umrundet.

Streckendetails:

  • Länge: 13,4 km
  • Dauer: 1,5 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Beschilderung: WT5
  • Start: Ortsrand von Wüstenrot
  • Koordinaten: DG 49.0820182,9.4620313

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Fahrradtouren in Baden-Württemberg: Was ist dein Tipp?

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veröffentlicht am 21.04.2021 aktualisiert am 05.05.2021
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