#Lebensstil am 09.05.2022

Ab in die Wildnis: Erlebe Natur-Abenteuer im Ländle

Mikroabenteuer in der Natur: Eine junge Frau hockt vor einem Lagerfeuer und bereitet eine Mahlzeit zu.
Stocksy / Juno

Ulrike Schoch bietet spezielle Wildniskurse im Schwarzwald an. Im Interview verrät sie, was man dort lernt, wie aus Couch-Potatoes echte Natur-Fans werden und warum die besten Abenteuer direkt vor der Haustür warten.

Der Lockruf des Waldes: Im Frühjahr 2020 hat Ulrike Schoch aus Lörrach ihren Bürojob an den Nagel gehängt und die Natur- und Wildnisschule „Freiluft“ gegründet. Uns erzählt sie unter anderem, wie es dazu kam, für wen Outdoor-Aktivitäten geeignet sind und was man eigentlich unter einem Mikroabenteuer versteht.

Ulrike Schoch zeigt, wie man in der Wildnis ein Feuer entzündet.
Martinfrick-photographie

Frau Schoch, warum sollten sich die Menschen wieder mehr mit der Natur beschäftigen?

Kurz gesagt: Weil es uns schlichtweg guttut! Sich mit der Natur zu beschäftigen ist zum einen einfach und zum anderen naheliegend. Rauszugehen kostet nichts, es ist schnell umsetzbar und in der Gemeinschaft mit Freunden oder Gleichgesinnten macht es umso mehr Spaß.

Darüber hinaus bringt es uns auf andere Gedanken, lenkt vom Alltag ab und hat nebenbei auch viele positive Effekte auf unsere Gesundheit. Dabei ist es generell egal, ob man lediglich einen kleinen Waldspaziergang macht, sich intensiv mit Naturwissen beschäftigt oder bequem auf der Wiese liegt.

Was hat Sie dazu bewogen, Ihren Job im Büro für ein Outdoor-Leben aufzugeben?

Das war ein längerer Prozess. Eigentlich dachte ich, meinen Traumjob gefunden zu haben bei einem Veranstalter für Skandinavien-Reisen. Denn ich liebe Skandinavien seit meiner Kindheit. Aber ich habe gemerkt, dass ich trotzdem nicht zufrieden bin. Vor allem die Tätigkeit am Computer sowie das lange Sitzen haben mich nicht befriedigt. Ich wollte immer mehr nach draußen.

Deshalb fasste ich schließlich den Entschluss, mich selbstständig zu machen. Ein weiterer Grund war, dass ich keinen Job gefunden habe, der meinen Wünschen und Fähigkeiten entsprach. Daher kam mir dann die Idee für eine Wildnisschule, um einfach das anzubieten, was ich als Hobby mache.

Was genau lernt man in Ihrer Wildnisschule?

Man lernt in meinen Kursen zum Großteil Wildnis- oder Survival-Techniken. Also Fähigkeiten, die man in der Natur nutzen kann und die Menschheit bereits sehr lange hat. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Ein Feuer zu machen, ohne Feuerzeug.
  • Die Orientierung im Gelände mit Karte und Kompass oder auch ganz ohne Hilfsmittel.
  • Der richtige Umgang mit einem Messer oder einer Axt.

Für wen sind diese Kurse geeignet? Wer kommt alles zu Ihnen?

Geeignet sind die Kurse generell für alle, die sich für das Draußensein interessieren. Ich habe mich zum einen spezialisiert auf die Themen Trekking und Wandern und zum anderen auf Familien mit Kindern. Zu den überwiegenden Teilnehmern zählen Menschen, die zwar gerne Wandern gehen, jedoch noch keine Erfahrung mit Übernachtungen in der freien Natur haben oder Wildnistechniken lernen möchten, damit sie sich sicherer fühlen.

Auf der anderen Seite kommen viele Familien zu mir, die noch nicht so richtig wissen, wie sie ihre Kinder mit Spaß an die Natur heranführen sollen. Oft fehlt den Eltern auch einfach nur die Zeit, kindgerechte Outdoor-Aktivitäten zu organisieren

Aus Liebe zur Natur – das Unternehmen „Freiluft“

Dauernd am Schreibtisch sitzen, kaum Zeit für Ausflüge in die Natur und permanenter Alltagsstress: Vor ein paar Jahren merkt Ulrike Schoch, dass ihr das Wichtigste im Leben fehlt – draußen in der Wildnis zu sein. Deshalb fasst die leidenschaftliche Outdoor-Enthusiastin einen Entschluss und gründet ihr eigenes kleines Unternehmen Freiluft. Gemeinsam mit ihrem Team möchte sie Stadtmenschen, Couch-Potatoes und andere Stubenhocker ebenso wie Natur- und Outdoor-Interessierte wieder rausbringen. Ziel dabei ist das gemeinsame Erleben von Abenteuern in der Wildnis, um nachhaltige Erinnerungen zu schaffen.

Das Angebot von Freiluft umfasst:

  • Trekkingkurse
  • Trekkingtouren
  • Familienabenteuer
  • Wildniskurse
  • individuelle Team-Events

Alle Informationen zu den verschiedenen Outdoor-Aktivitäten findest du auf der Freiluft-Webseite.

Wie fit sollte man für Ihre Kurse und Touren sein?

Für unsere Kurse muss man nicht sonderlich sportlich sein. Eine gute Grundkondition und Trittsicherheit reichen aus. Die Touren sind extra so ausgelegt, dass Anfänger sie problemlos bewältigen können und niemand überbeansprucht wird. Wir achten in den einzelnen Kursen zudem darauf, wie fit die Teilnehmer sind und passen das Tempo entsprechend an.

Wie macht man aus einer Couch-Potato einen Outdoor-Fan?

Das Wichtigste ist, es demjenigen so einfach wie möglich zu machen. Dass man sagt, er braucht dafür keine Vorbereitung und Vorkenntnisse und so gut wie keine Ausrüstung. Denn dann gibt es keine Ausreden mehr. Gleichzeitig kann man es noch etwas schmackhafter machen, indem man auf die Herausforderung sowie den Reiz des Neuen hinweist. So lassen sich oft auch überzeugte Großstädter auf ein Naturerlebnis ein.

Verraten Sie uns Ihr schönstes persönliches Naturerlebnis?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Aber eins der schönsten Erlebnisse war auf einer Trekking-Tour in Finnland. Dort waren wir ziemlich abseits unterwegs, auf einer sehr unbekannten Route. Die Nächte haben wir oft an Seen verbracht und ich erinnere mich speziell an einen einsamen See, wo morgens die Sonne aufging und man richtig gemerkt hat, wie die Natur langsam aufwacht. Dabei hat sich die Sonne wunderschön auf dem See gespiegelt und geglitzert. Das war ein ganz toller Moment für mich.

Klingt nach einem tollen Abenteuer – aber was versteht man eigentlich unter einem „Mikroabenteuer“?

Für mich ist ein Mikroabenteuer ein Erlebnis, das relativ kurz dauert – von ein paar Stunden bis hin zu zwei Tagen vielleicht. Es muss zudem schnell umsetzbar sein und es kann überall stattfinden. Das ist auch im Alltag möglich: Statt abends vor dem Fernseher zu sitzen, könnte man beispielsweise in den nächsten Bus steigen, an der Endstation aussteigen und von dort zu Fuß zurück nach Hause gehen. Für jemanden, der so etwas zuvor noch nie gemacht hat, kann das bereits ein kleines Abenteuer sein.

Unsere Kurse bei Freiluft kann man aufgrund ihrer kurzen Dauer von ein bis zwei Tagen ebenfalls als kleine Mikroabenteuer bezeichnen.

Mikroabenteuer in Baden-Württemberg

Runter von der Couch, rein ins Abenteuer: Unser Ländle bietet dir eine Vielzahl an Möglichkeiten für abwechslungsreiche und spannende Auszeiten vom Alltag. Wir haben für dich fünf tolle Mikroabenteuer herausgesucht.

Diese Website nutzt Google Maps - zur Aktivierung klicken Sie auf den Button. Damit stimmen Sie einer Übertragung von Daten an Google während der Nutzung zu. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Steckt in dir ein Abenteurer?

32 Personen haben abgestimmt
Experten-Antworten erhalten und mitdiskutieren

Melde dich jetzt an für Kommentare, Diskussionen und kompetente Antworten auf deine Fragen.

    War nichts dabei?

    Einfach nochmal die Suche verwenden.
    oder
    Frage stellen