#Outdoor am 04.07.2022

Fahrrad-Trend E-Bike: Was du als Anfänger wissen solltest

iStock / Uwe Moser

Elektrofahrräder erobern die Radler-Herzen im Sturm. Wir geben dir hilfreiche Einsteiger-Tipps für den Umgang mit den motorisierten Drahteseln und stellen schöne E-Bike-Routen im Ländle vor.

Egal, ob Pendler, Familien, Outdoorfans oder rüstige Senioren: Das E-Bike erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Mittlerweile sind Millionen von Elektrofahrrädern in Deutschland verkauft worden – Tendenz weiter steigend. Wir gehen dieser elektrisierenden Erfolgsgeschichte auf den Grund, geben Tipps für die ersten E-Bike-Touren und verraten dir, welche Rad-Routen in Baden-Württemberg besonders empfehlenswert sind.

Was genau ist eigentlich ein Elektrofahrrad?

Mittlerweile werden landläufig sämtliche mit akkubetriebener Motor-Unterstützung ausgestattete Fahrräder als E-Bikes bezeichnet. Die Straßenverkehrsordnung gibt sich diesbezüglich etwas strenger: „Zulassungspflichtiges Elektromofa mit Gasgriff“ lautet die gesetzliche Definition für ein E-Bike. Unabhängig von der Bezeichnung ist das Elektrofahrrad einer der Fahrrad- und Outdoortrends schlechthin. E-Bikes eignen sich ideal für längere Strecken und können beispielsweise in Gebieten mit unzureichender Nahverkehrsanbindung die alltägliche Mobilität enorm verbessern.

Welche E-Bike-Typen gibt es?

Beim Kauf eines Elektrofahrrads kannst du dich zwischen vier verschiedenen Typen entscheiden:

  • Pedelec (Pedal Electric Cycle): Ein Rad mit einem Elektromotor bis maximal 250 Watt, der den Fahrer während des Tretens bis zu einem Tempo von 25 km/h unterstützt. Wie stark der Motor antreibt, lässt sich mit verschiedenen Stufen einstellen. Es hängt außerdem davon ab, wie schnell du selbst in die Pedale trittst. Je höher die Stufe, umso weniger Kraft ist nötig – das ist vor allem bergauf sehr hilfreich. Allerdings leert sich der Akku dann schneller, was zu einer geringeren Reichweite führt. Das Pedelec ist verkehrsrechtlich dem normalen Fahrrad gleichgestellt und kann von jedem gefahren werden. Es besteht weder eine Helmpflicht noch eine Altersbeschränkung. Trotzdem solltest du unbedingt einen Helm tragen. Auch eine gemeinsame Probefahrt mit einem Experten kann nicht schaden.
  • Pedelec mit Anfahrhilfe: Wie beim normalen Pedelec unterstützt dich der Elektromotor beim Treten bis 25 km/h. Allerdings erleichtert die Anfahrhilfe den Start und beschleunigt auch ohne Treten bis sechs km/h. Dennoch gibt es keine Extra-Vorschriften, allerdings ist auch hier das Tragen eines Helms dringend empfohlen.
  • S-Pedelec (auch Pedelec 45): Der Motor (maximal 500 Watt) von schnellen Pedelecs unterstützt dich beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Bei höherem Tempo schaltet sich der Motor ab. Das S-Pedelec gilt daher rechtlich nicht mehr als Fahrrad, sondern als Kleinkraftrad. Es sind Kennzeichen, Betriebserlaubnis vom Kraftfahrtbundesamt, Führerschein der Klasse AM nötig und ein Helm ist Pflicht. Darüber hinaus solltest du eine Probefahrt machen. Außerdem ist das Fahren auf Radwegen verboten und der Fahrer muss mindestens 16 Jahre alt sein.
  • E-Bikes im klassischen Sinn: Hierbei handelt es sich um ein Elektro-Mofa (Motorleistung bis 500 Watt), das dich – auch ohne eigenes Treten – bis 20 km/h unterstützt. Es lässt sich mithilfe des Elektroantriebs durch einen Drehgriff oder Schaltknopf fahren. Für die Nutzung sind Kennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein notwendig. Ein Helm ist nicht vorgeschrieben, aber ratsam.

Welches E-Bike passt zu mir?

Welches E-Bike das richtige für dich ist, hängt in erster Linie davon ab, was du damit vorhast. Inzwischen bekommst du nahezu jeden Fahrradtyp auch in der Elektro-Variante. Zu den nennenswerten E-Bike-Arten zählen:

  • Citybikes
  • Mountainbikes
  • Trekkingbikes
  • Tourenbikes
  • Fitnessbikes
  • Gravel Bikes
  • Rennräder
  • Fatbikes
  • Lastenfahrräder

Überlege dir vor dem Kauf des jeweiligen E-Bikes genau, in welchem Rahmen du dich damit überwiegend bewegst. Touren- oder Citybikes eignen sich beispielsweise gut für den täglichen Arbeitsweg in der Stadt, während Rennräder, Gravel Bikes oder Mountainbikes für sportliche Touren im entsprechenden Gelände prädestiniert sind. Ein E-Lastenfahrrad wiederum ist ideal zur Unterstützung bei schwereren Transporten. In jedem Fall ist eine Beratung beim Fachhändler hilfreich.

Die AOK-Aktionen „Mit dem Rad zur Arbeit“ und „Mit dem Rad zur Uni“

Auch kürzere Wege auf dem Sattel machen Spaß, sind gesund und können sich für dich sogar zusätzlich lohnen. Im Mai sind die jährlichen Mitmachaktionen „Mit dem Rad zur Arbeit“ und „Mit dem Rad zur Uni“ der AOK und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gestartet. Erstere läuft noch bis zum 31. August 2022 und letztere bis zum 31. Juli 2022.

Ziel ist es, sich im Aktionszeitraum an mindestens 20 Tagen auf den Sattel zu schwingen. Deine gefahrenen Strecken trägst du in einem persönlichen Online-Aktionskalender ein. Damit tust du nicht nur deiner Gesundheit und der Umwelt etwas Gutes – du nimmst auch automatisch an monatlichen Gewinnspielen teil, die attraktive Preise versprechen.

Hier kannst du dich für die jeweilige Aktion registrieren:

„Mit dem Rad zur Arbeit“

„Mit dem Rad zur Uni“

Akku und Antrieb bei Elektrofahrrädern

Grundsätzlich ist der Antrieb eines E-Bikes auf drei Arten möglich:

  • Frontmotor
  • Mittelmotor
  • Hecknabenmotor

Frontmotoren sitzen in der Vorderradnabe, weshalb Gabeln und Rahmen den zusätzlichen Belastungen der Antriebs- und Bremskräfte standhalten müssen. Sie sind sehr leise und eher für das Fahren in der Ebene mit sanfter Unterstützung geeignet. Auf sandigem und losem Untergrund oder in Kurven kann das Vorderrad leichter durchdrehen und wegrutschen, da der Antrieb das Fahrrad zieht.

Mittelmotoren sind die beliebtesten Antriebe für E-Bikes und gelten als perfekte Allrounder. Über oder unter dem Tretlager in der Mitte des Rades angebracht, treibt der Motor über die Kette das Hinterrad an. Die zentrale Gewichtsverteilung sorgt für ein natürliches Fahrgefühl. Allerdings sind die Verschleißerscheinungen höher.

Heckmotoren befinden sich in der Hinterradnabe und bieten starken, schnellen Schub. Sie werden vor allem bei sportlichen Rädern eingesetzt, bei denen eine hohe Beschleunigung gewünscht ist.

Wie weit man mit einer Akkuladung kommt, hängt stark vom eigenen Fahrverhalten ab. Auch das Gelände spielt dabei eine Rolle. Lässt du dich zum Beispiel über weite Strecken in der Ebene vom E-Bike-Motor anschieben, oder schaltest du ihn lediglich bei Steigungen dazu? Ständiges Anfahren und Abbremsen sowie unterschiedliche Geschwindigkeiten wirken sich ebenfalls auf die Akkuleistung aus. Als Orientierungswert geben die meisten Hersteller eine Reichweite zwischen 130 und 200 Kilometer an.

Vor- und Nachteile eines E-Bikes

Die größten Nachteile der E-Bikes gegenüber dem klassischen Fahrrad sind das hohe Gewicht, höhere Kosten und ein höherer Verschleiß. Dem gegenüber stehen jedoch folgende Vorteile:

  • Du kannst größere Entfernungen sowie mehr Höhenmeter kräftesparender zurücklegen.
  • E-Bikes bieten dir mehr Fahrkomfort und erweitern deinen Aktivitätsradius.
  • Die Motorunterstützung versetzt auch Fahrer mit geringerem Fitnesslevel in die Lage, längere Touren zu meistern.
  • Mit einem Elektrofahrrad ist ein schonendes, personalisiertes Training möglich.
  • Das E-Bike ist für Pendler eine umweltfreundliche Alternative zum Auto.

Fünf Routen-Empfehlungen für E-Bike-Touren im Ländle

Du hast dich für ein passendes E-Bike entschieden und kannst es kaum erwarten, auf große Radtour zu gehen? Dann solltest du einen Blick auf unsere fünf abwechslungsreichen Touren-Empfehlungen werfen. Wir wünschen dir viel Spaß beim Elektro-Radeln durchs Ländle!

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