#Natur am 17.12.2019 aktualisiert am 20.01.2020

Geocaching: auf Schatzsuche in Baden-Württemberg

Geocaching, junges Paar im Wald auf dem Weg zum Geocache.
wdv / Jan Lauer

Schatzsuche mit GPS: Wie unsere Autorin Tabita Lang vom „Muggel“ zur Geocacherin wurde, was Geocaching überhaupt bedeutet und wieso es gut für deinen Körper ist, erfährst du hier!

Als Kind habe ich Schnitzeljagden geliebt. Den Kreidepfeilen zu folgen, spannende Rätsel zu lösen und am Ende den mysteriösen Schatz zu finden, war auf Kindergeburtstagen der größte Hit. Das Beste daran: Die Truhe voller Süßigkeiten. Ähnlich ist Geocaching – nur für jede Altersklasse, ohne Kreidepfeile und Naschereien.

Stattdessen folgst du GPS-Angaben bis zum Schatz, dem sogenannten Geocache. Meist ist das ein wasserdichter Behälter. In dem befindet sich ein Logbuch, in das du dich mit deinem Namen und dem jeweiligen Datum einträgst. Je nach Größe des Behälters beinhaltet ein Cache auch Tauschgegenstände. Die Belohnung? Egal ob Ruine, Sommerrodelbahn oder tolle Aussicht: Jeder Cache befindet sich an einem Ort, an dem es etwas zu entdecken gibt. Und du tust deinem Körper etwas Gutes, da du dich permanent draußen an der frischen Luft aufhältst.

Vom „Muggel“ zum Geocaching-Einsteiger

Mein Freund Oli und ich sind absolute Geocaching-Neulinge. Wie sich herausstellt, nennt die Geocacher-Community Menschen wie uns „Muggel“. Denn wir haben bisher noch nie etwas von Tradis, Trackables und Co. gehört. Jetzt ändert sich das, denn wir stehen kurz davor, unseren ersten Geocache zu finden.

Übrigens: Ein Tradi – auch „traditioneller Cache“ genannt – ist der einfachste Cachetyp. Er befindet sich genau an den im Internet angegebenen Koordinaten. Trackables sind Tauschgegenstände, die von Cache zu Cache bis zu einem bestimmten Ziel wandern. Online kann man ihren Weg verfolgen, beziehungsweise tracken.

Im ersten Schritt lege ich einen Account auf der Website geocaching.com an. Dort finde ich Geocaches in meiner Umgebung oder an Orten, die ich gerne mal besuchen möchte. So wie Heidelberg mit seiner schönen Altstadt und dem märchenhaften Schloss. Die passenden Einsteiger-Caches sind schnell gefunden. Jetzt fehlt nur das passende Equipment und los geht’s.

Einsteiger Equipment

  • Mit einem Account auf geocaching.com findest du geeignete Caches. Dort gibt es auch Infos zum Schwierigkeitsgrad des jeweiligen Caches. Die Anmeldung als Basic-Mitglied ist kostenlos.
  • Dein Smartphone mit der App „Geocaching“ oder ein GPS-Gerät führen dich zum Ziel.
  • Mit einem Stift kannst du dich in das Logbuch eintragen.
  • Auf einem Notizblock kannst du Hinweise notieren.
  • Achte auf festes Schuhwerk, beim Geocachen geht es auch mal querfeldein.
  • Denke an genügend Wasser und ausreichend Verpflegung.

Schatzsuche im Heidelberger Wald

Wir stellen unser Auto am Parkplatz Heiligenberg ab. Die herbstlichen Wälder rund um Heidelberg sind orange, rot und gelb gefärbt. Ich freue mich auf den ausgiebigen Waldspaziergang. Überraschenderweise bin ich etwas aufgeregt. Ich hole mein Smartphone heraus, öffne die App Geocaching und rufe den Geocache auf, den wir uns vorher ausgesucht haben. Knapp über einen Kilometer bis zur Hütte, wo der Tradi verborgen liegt. Ich bin gespannt, ob wir das Versteck entlarven können. Ich nehme Olis Hand und los geht’s auf unsere gemeinsame Mission.

Ich atme tief ein. Die Luft ist klar und kalt, es riecht nach zertretenen Pilzen, Tannennadeln und nasser Erde. Den Weg zur Hütte können wir selbst wählen, die App gibt uns nur die Richtung vor. Außer uns ist nur eine kleine Familie unterwegs. Auf unserem Weg entdecken wir ein riesiges Amphitheater und alte Klosterruinen. Die Infotafeln verraten uns einige interessante Fakten über die Geschichte Heidelbergs.

Geocaching: Der Weg ist das Ziel

Dann geht es weiter durch den herbstlichen Wald. Vorbei an Birken, Tannen und kleinen Steintürmchen. Bei jedem meiner Schritte knirscht das Laub unter meinen Füßen. Meine Aufregung steigt, je näher wir der Hütte kommen. Wir finden sie auf einer Lichtung und genießen erst einmal den tollen Blick auf das Heidelberger Schloss und die umliegenden Wälder.

Mein Bauch kribbelt. Jetzt spüren wir den Cache auf. Ich suche unter Bänken, an Hüttenbalken und hinter Büschen. Nichts. In der App gibt es ein kleines Rätsel, das uns den entscheidenden Hinweis liefert. Gefunden! Puh, bin ich erleichtert. Wir tragen uns in das winzige Logbuch ein und machen uns zufrieden auf den Rückweg zum Auto. Diesen traumhaft schönen Ort hätten wir ohne den Cache vermutlich nie besucht. Jetzt geht es ab in die Stadt, wo der zweite Cache auf uns wartet. Mein Ehrgeiz ist geweckt.

Geocaching am Heidelberger Schloss

Unseren zweiten Geocache suchen wir am Heidelberger Schloss. Von hier oben haben wir einen tollen Blick auf die Dächer von Heidelberg. Ich habe mehr Touristen erwartet. Dass es wenige sind, spielt uns in die Karten. Wir sind ja jetzt ganz offiziell Geocacher und „Muggel“ dürfen einen nicht beim Finden eines Caches beobachten. Diesmal suchen wir einen Multi-Cache. So werden die Caches genannt, die mehrere Stationen beinhalten. Bei jeder Station erhalten wir Hinweise, die uns zum Versteck, dem „Final“, führen. 

Die Koordinaten führen uns zuerst zu einer Gedenktafel. Aus den römischen Zahlen sollen wir die Koordinaten des „Finals“ errechnen. Gar nicht so einfach. Zum Glück habe ich Oli dabei. Wir ergänzen uns prima: Ich bin gut mit Sprachen, er mit Zahlen. Mithilfe der Hinweise auf der Internetseite gelingt es uns, die Koordinaten zu ermitteln. Nachdem wir unseren Cache gefunden haben, tragen wir uns in das winzige Logbuch ein.

Unser Weg zum ersten Geocache führt an der Thingstätte vorbei, einem mounmentalen Freilichttheater.
Die Geocaching-App auf dem Smartphone weist uns den Weg zum Versteck.
Bei der Hütte angelangt, genießen wir den wunderschönen Ausblick auf das Heidelberger Schloss und die umliegenden Wälder.
Unser erster Fund ist ein Mikro-Cache: Ganz schön klein und dadurch schwieriger zu finden.
Wir genießen unseren Spaziergang durch dir wunderschön herbstliche Heidelberger Landschaft.
Unser zweiter Cache führt uns durch den imposanten Heidelberger Schlosspark.
Der Mini-Multi-Cache am Heidelberger Schloss fordert uns richtig heraus. Wir schauen lieber zweimal nach, ob die Koordinaten richtig sind.
Yippie! Wir haben unseren Cache gefunden und tragen ihn ordnungsgemäß in das winzige Logbuch ein.

Geocache in schwindelerregender Höhe

Laut GPS befindet sich der „Final“ nur wenige Meter entfernt. Ich fühle mich beobachtet. Ob die „Muggel“ sich wundern, was wir hier tun? Wir suchen im Gemäuer, hinter Bäumen und sogar unter Mülleimern – ohne Ergebnis. Ich bin ratlos und habe keine Ahnung, wo er sonst noch versteckt sein könnte. Die Enttäuschung macht sich in mir breit.

Wir setzen uns frustriert auf die Schlossmauer und prüfen, ob wir uns vielleicht verrechnet haben. Nein, alles richtig. Ich kratze mich enttäuscht am Kinn. Vielleicht ist das Ganze doch nicht so einfach, wie gedacht. Dann die Überraschung: Oli entdeckt den Cache rein zufällig. Wir freuen uns riesig, dass wir ihn gefunden haben und gönnen uns zur Belohnung eine Schlossbesichtigung. Jetzt freue ich mich erst mal auf mein leckeres Vesper. Geocaching macht nämlich ganz schön hungrig.

Mein Fazit zum Geocaching

Geocachen eignet sich super, um neue Gegenden zu erkunden und fernab von den typischen Touristen-Sehenswürdigkeiten, tolle Orte zu entdecken. Aber auch in der eigenen Nachbarschaft lässt sich oft noch ein unbekanntes Fleckchen finden. Besonders an der frischen Luft tust du somit deinem Körper etwas Gutes. Mir hat das Geocachen wirklich viel Spaß gemacht und ich möchte in Zukunft weitere Caches „loggen“. Das nächste Mal vielleicht sogar mit meinen Freunden. Ganz egal, ob alleine, mit dem Partner, deiner Familie oder einer Gruppe: Es lohnt sich auf jeden Fall, Geocaching auszuprobieren.

5 Geocaches in Baden Württemberg

Du warst schon einmal geocachen?

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veröffentlicht am 17.12.2019 aktualisiert am 20.01.2020
AOK-Expertin für Umwelt und Nachhaltigkeit

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