am 20.02.2020 aktualisiert am 26.02.2020

Lästiger Schnupfen: Allergie oder Erkältung?

Mann und Frau niesen ins Taschentuch Quelle: istockphoto.com Copyright: Moyo Studio

Hatschi! – überall im Ländle husten und schniefen die Leute. Doch was nach einer Erkältung aussieht, kann oft auch Heuschnupfen sein. Worauf welche Symptome hindeuten, erfährst du hier. Und auch, welche Pollen jetzt schon unterwegs sind.

Allergie und Erkältung: Welche Symptome gibt es?

Die Nase läuft und ständig musst du niesen - dann geht es dir wie vielen anderen Menschen in Baden-Württemberg. Hunderttausende erwischt es jedes Jahr (meistens mehrmals) mit einer dicken Erkältung. Doch manchmal steckt hinter dem lästigen Schnupfen auch eine Pollenallergie.

Davon können viele Betroffene in Baden-Württemberg ein Lied singen. Allein 2017 gab es über 200.000 AOK-Versicherte, die sich wegen Heuschnupfen behandeln ließen. Und auch rund 15 Prozent der Kinder im Schulalter waren davon betroffen – Tendenz steigend, wie das Weißbuch Allergie der Deutschen AllergieLiga e.V. nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts aufweist.

Die Zahlen für die letzten Jahre dürften ähnlich hoch sein, denn eine Pollenallergie geht meistens nicht von heute auf morgen weg. Besonders betroffen sind Menschen, die in größeren Städten wohnen.

Denn eine höhere Feinstaubbelastung hat eine höhere Pollenkonzentration in der Luft zur Folge. Gut zu wissen: Allergischer Schnupfen kann auch ein Hinweis auf eine Hausstaub- oder Kreuzallergie sein.

Heuschnupfen und ein grippaler Infekt haben viel gemeinsam. Deshalb sind die beiden Krankheiten auf den ersten Blick nicht immer leicht auseinanderzuhalten. Hier sind die Symptome im Überblick:

Symptome Erkältung Pollenallergie
Husten Ja Ja
Schnupfen Ja Ja
Verstopfte Nase Ja Ja
Juckende Nase Eher nicht Ja
Niesreiz Ja Ja, oftmals minutenlang
Heiserkeit Ja Nein
Halsschmerzen Ja Nein
Kopfschmerzen Ja Nein
Kratzen im Hals Ja, möglicher Hinweis auf Rachenentzündung Nein
Schmerzen beim Schlucken Ja, möglicher Hinweis auf Rachenentzündung Nein
Frösteln Ja Nein
Fieber Ja, erhöhte Temperatur, vor allem bei Kindern Nein
Allgemeines Krankheitsgefühl Ja Ja, ähnlich wie bei einer Erkältung
Müdigkeit Ja Ja, mitunter starke Müdigkeit
Gliederschmerzen Ja Nein
Juckende, gerötete und tränende Augen Ja, wenn die Augen viel gerieben werden. Möglicher Hinweis auf Bindehautentzündung Ja, möglicher Hinweis auf Bindehautentzündung
Geschwollene Augenlider Nein Ja

Grundsätzlich gilt, dass die Symptome einer Pollenallergie innerhalb von Minuten auftreten können - während sich eine Erkältung langsamer bemerkbar macht.

Zudem deutet es eher auf einen grippalen Infekt hin, wenn mitten im kalten Winter deine Nase läuft. Denn Pollen fliegen eher in der Luft, wenn es draußen milder wird.

Damit du auf der sicheren Seite bist, sprich deinen Arzt in jedem Fall darauf an. Bei Bedarf wird er dir vorschlagen, einen Allergietest zu machen.Hier erfährst du mehr zu Allergien und Testverfahren.

12 Tipps bei Heuschnupfen

1. Richtig lüften: abends und früh morgens ist die Pollenkonzentration in der Luft am niedrigsten – ideal, um frische Luft in die Wohnung zu lassen.

2. Pollenschutzgitter: Mit diesem Hilfsmittel verhinderst du, dass Pollen durch das Fenster in die Wohnung gelangen.

3. Vor der Nachtruhe: Bevor es ins Bett geht, ziehe am besten deine Kleidung vor dem Schlafzimmer aus und wasche deine Haare. So stellst du sicher, dass sich kein Blütenstaub ins Bett verirrt.

4. Wäsche trocknen: Bettwäsche am besten nicht draußen trocknen, auch wenn sie dadurch natürlich besonders gut duftet. Doch an der frischen Luft können sich Pollen in der nassen Wäsche verfangen.

5. Hausputz: Regelmäßiges Staubsaugen und wischen ist wichtig, um auch den letzten Blütenstaub zu entfernen.

6. Autofahren: Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, halte die Fenster geschlossen. Es gibt spezielle Pollenfilter für die Lüftung – vielleicht ist das eine gute Alternative für dich.

7. Pollenflug-Kalender: Wann fliegen wo welche Pollen? Mit einem Pollenflug-Kalender weißt du immer gut Bescheid, welcher Blütenstaub gerade in der Luft schwirrt.

8. Kurzurlaub: Wenn die Pollenkonzentration am höchsten ist, hilft nur noch ein Trip in die Berge, ans Meer oder auf eine Insel.

9. Spazieren gehen: Der Regen hat aufgehört? Dies ist die beste Zeit, um einen Spaziergang zu machen. Denn Regen "reinigt" die Luft und lässt den Blütenstaub weniger werden.

10. Medikamente: In viele Erste Hilfe-Koffer von Heuschnupfen-Patienten gehören Antihistaminika, Dinatriumcromoglicinsäure, Cortison und Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten. Informiere dich am besten bei deinem Arzt oder Apotheker, was dir am besten helfen kann.

11. Gegen Schnupfen und Husten: Wenn du die Beschwerden nur in der Nase verorten kannst, kannst du antiallergisches Nasenspray oder ein kortisonhaltiges Nasenspray verwenden. Kommt Husten hinzu, hilft vielen Patienten Asthmaspray. Informiere dich hierfür bei deinem Arzt.

12. Hyposensibilisierung: Wenn du deine Allergie ganz loswerden möchtest, kannst du mit deinem Arzt die Behandlungsmöglichkeiten der sogenannten Hyposensibilisierung besprechen, auch Desensibilisierung oder spezifische Immuntherapie genannt. Dabei werden dir allergieauslösende Stoffe gespritzt, damit sich der Körper nach und nach an diese Stoffe gewöhnt – eine Erfolgsgarantie gibt es allerdings nicht.

Pollenflug-Saison in Baden-Württemberg

Zwischen Rhein und Bodensee schwirren mittlerweile immer früher Pollen durch Baden-Württemberg. Denn wenn der Winter mild ist, geht die Heuschnupfen-Saison schon früher los. Durch die milden Temperaturen erwacht schließlich auch die Pflanzenwelt früher aus ihrem Winterschlaf.

Zu den Pollen, die eine Allergie auslösen können, gehören vor allem Hasel, Esche, Erle, Süßgräser, Birke, Roggen, Beifuß und Ambrosia. Dieses Jahr wurden in den Tieflagen des Südwestens Baden-Württembergs bereits Hasel- und Erlen-Pollen in der Luft gemessen.

Für die Erle ist die Gefahr derzeit gering bis mittelmäßig. Anfang April rechnen Experten mit Blütenstaub von Birke und Esche. Doch wenn es schon früher wärmer wird, können die beiden Frühblüher auch schon vorher Heuschnupfen auslösen.

Die tagesaktuelle Pollengefahr findest du auf der Website des Deutschen Wetterdienstes.

Vorsicht bei Heuschnupfen: Asthmarisiko steigt

Mit einer Pollenallergie ist nicht zu spaßen: Wer seinen Heuschnupfen nicht (rechtzeitig) behandeln lässt, kann Asthma bekommen. Ärzte reden hier von einem sogenannten „Etagenwechsel“: Der allergische Schnupfen wandert von den oberen Atemwegen in Richtung Lunge.

Viele Menschen in Deutschland sind davon betroffen: 40 Prozent der Pollenallergiker entwickeln Asthma. Und etwa ein Drittel der Kinder bilden Asthma aus. Neben den üblichen Heuschnupfen-Symptomen kommen dann häufig Hustenreiz und Atemnot hinzu.

Deshalb: Lieber zum Arzt gehen und die Allergie behandeln lassen, bevor das Asthmarisiko steigt.

Was sind deine Tipps bei Heuschnupfen?

Jetzt wollen wir von dir wissen: Was machst du bei Heuschnupfen? Und hast du schon mal eine Hyposensibilisierung machen lassen? Wenn ja: Hat es was gebracht?

Schreib gerne hier in die Kommentare und erzähle der GESUNDNAH-Community von deinen Erfahrungen.

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veröffentlicht am 20.02.2020 aktualisiert am 26.02.2020
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