#Rezept am 02.12.2020 aktualisiert am 10.12.2020

Gesund knuspern in der Weihnachtszeit: schwäbische Plätzchen ohne Zucker

Plätzchen ohne Zucker wie Spitzbuben auf einem dunklen Untergrund.
iStock / Anikona

Wer in der diesjährigen Weihnachtsbäckerei auf Zucker verzichten möchte, findet hier die richtigen Rezepte. Wir backen traditionelles schwäbisches Gebäck ohne Zucker, aber mit viel Liebe. Dabei setzen wir auf gesunde Alternativen zum Süßen: So macht das Schlemmen gleich doppelt Spaß!

Springerle, Spitzbuben und Co. gehören zur Adventszeit wie der Weihnachtsbaum zu Heiligabend. Aber die kleinen Naschereien sorgen nicht nur für knusprigen Genuss, auch das ein oder andere Extrapfündchen bringen sie leider meist mit sich. Wir haben daher tolle Rezepte für traditionelle schwäbische Plätzchen ohne Zucker. So steht einem Genuss ohne Reue nichts mehr im Wege.

Warum es sich lohnt, auf Zucker zu verzichten

Haushaltszucker kann nicht nur Karies und Übergewicht verursachen, nach dem Verzehr lässt er vor allem unseren Blutzuckerspiegel in die Höhe schießen, ohne uns dabei mit Mineral- und Nährstoffen zu versorgen. Daher spricht man auch von leeren Kalorien. Wer regelmäßig zu viel Zucker zu sich nimmt, erhöht u.a. das Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Doch an welchen Grenzwerten kann man sich orientieren? Bei einer Gesamtenergiezufuhr von 2000 Kilokalorien am Tag empfiehlt die WHO, nicht mehr als 50 g reinen Zucker zu konsumieren. Da hundert Gramm Plätzchen gut und gerne 20 bis 30 Gramm Zucker enthalten, setzen wir in diesem Jahr auf natürliche Zuckeralternativen. So dürfen wir beherzt zweimal in die Plätzchendose greifen.

Und welche Alternativen gibt es? Finde in unserem umfassenden Artikel zum Thema Zuckerersatz alle Antworten auf deine Fragen.

Spitzbuben

In Österreich, in der Schweiz und in Süddeutschland werden sie oft als „Spitzbuben“ bezeichnet. Geläufiger sind die gefüllten Plätzchen als „Linzeraugen“. Unsere Variante füllen wir mit einer zuckerfreien Erdbeer-Konfitüre aus dem Supermarkt, aber du kannst natürlich auch selbst eine kochen.

Zutaten für zwei Bleche:

  • 300 g Mehl zzgl. etwas mehr zum Verarbeiten
  • 110 g Puder-Xucker aus Xylith zzgl. etwas mehr zum Bestäuben
  • 1 EL gemahlene Vanille
  • Abgeriebene Schale von ½ Bio-Zitrone
  • 2 Eigelb
  • 200 g weiche Butter zzgl. etwas mehr zum Einfetten der Bleche
  • 160 g Erdbeer-Konfitüre

Zubereitung:

  • Für den Mürbteig Mehl und Puder-Xucker in eine Rührschüssel sieben. Vanille, Zitronenabrieb, Eigelb sowie Butter dazugeben und alles mit den Knethaken des Handrührgeräts zu einem Teig verarbeiten.
  • Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und ca. 40 Minuten kaltstellen.
  • Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und mit einem Nudelholz ca. 3 mm dick ausrollen.
  • Aus dem Teig mit einer runden Ausstechform Kreise (à 5 cm Ø) ausstechen. Aus der Hälfte der Kreise kleine Sterne ausstechen.
  • Zwei Backbleche leicht fetten.
  • Teiglinge auf die Backbleche setzen und ca. 12 Minuten goldgelb backen. Herausnehmen und leicht abkühlen lassen.
  • Zum Füllen die glatte Unterseite der Keks-Kreise mit etwas Marmelade einstreichen.
  • Den Keks-Deckel mit Puder-Xucker bestäuben. Kreise und Deckel zusammensetzen. Plätzchen auskühlen lassen

Plätzchen ohne Zucker: Springerle

Wahnsinnig hübsch, aber auch recht aufwendig in der Zubereitung kommen Springerle daher. Der feine Geschmack nach Anis ist signifikant für das Traditionsgebäck. Was ihr dafür braucht ist ein typisches Holzmodel für Spingerle und etwas Geduld.

Zutaten für zwei Bleche:

  • 4 Eier
  • 500 g Puder-Xucker aus Xylith
  • 500 g Mehl
  • 1 Msp. Hirschhornsalz (alternativ Natron)
  • Abgeriebene Schale von ½ Bio-Zitrone
  • 2 TL gemahlener Anis
  • Anissamen, ganz
  • Stärkemehl für die Arbeitsfläche

Zubereitung

  • Die Eier trennen. Eiweiß in eine Rührschüssel geben und steif schlagen. Puder-Xucker sieben und zusammen mit Eigelb dazugeben und unterrühren.
  • Mehl, Hirschhornsalz, Zitronenschale und Anispulver ebenfalls in die Rührschüssel geben und alles zu einem zarten und geschmeidigen Teig verarbeiten.
  • Der Teig ist sehr weich und benötigt nun Ruhe. Teig dafür in Frischhaltefolie wickeln und in eine luftdichte Dose legen. Dose dann mindestens zwei Stunden, besser über Nacht, kaltstellen.  
  • Am nächsten Tag zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und mit Anissamen ausstreuen.
  • Den Teig in Portionen auf wenig Stärkemehl ca. 8 mm dick ausrollen. Das Holzmodel mit Stärkemehl bestäuben und gleichmäßig fest auf den Teig drücken.
  • Das Holzmodel wieder herunternehmen und die einzelnen Rechtecke mit einem Teigrad ausschneiden.
  • Die ausgeschnittenen Springerle vorsichtig mit Hilfe eines Messers auf die ausgestreuten Anissamen setzen. Bei Zimmertemperatur unbedeckt 24 bis 48 Stunden ruhen lassen. Besonders die Oberfläche der Springerle muss gut getrocknet sein.
  • Den Backofen auf 150 °C Umluft vorheizen. Springerle zunächst 10 Minuten backen, die Temperatur dann auf 120 °C herunterschalten und Springerle weitere 10 Minuten backen.
  • Nach dem Backen sofort vom Backpapier nehmen und in einer Pappschachtel an einem feuchten Ort (z. B. Balkon) aufbewahren, so bleiben die Springerle weich.

Bärentatzen mal ganz anders

Bärentatzen haben im Ländle Tradition. Das Adventsgebäck ist schnell gemacht und unkompliziert in der Zubereitung. Bei unserem Rezept verzichten wir allerdings auf Zucker und Schokolade und ersetzen dies durch herben Kakao. Zudem ist unser Rezept auch noch vegan.

Zutaten für zwei Bleche:

  • 25 g Roggenmehl
  • 90 g Stärke
  • 90 g Erythrit zzgl. etwas mehr für die Form
  • 7 g Back-Kakao
  • 100 g Margarine zzgl. etwas mehr zum Fetten
  • 2 EL Mandelmilch
  • Puder-Xucker aus Xylith zum Bestäuben

Zubereitung:

  • Mehl, Stärke, Erythrit und Kakao in einer Schüssel mischen.
  • Margarine und Mandelmilch dazugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten.
  • Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und 1 Stunde kaltstellen.
  • Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
  • Bärentatzenblech leicht einfetten.
  • Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Aus dem Teig zunächst kleine Kugeln (ca. 3 cm Ø) formen, diese in etwas Erythrit wälzen und nicht zu fest in das Bärentatzenblech drücken.
  • Die Form umgedreht auf das Backblech klopfen, um die Plätzchen herauszulösen. Zwischendurch die Form öfters mit etwas Margarine ausstreichen und mit wenig Erythrit bestreuen, damit der Teig beim Herauslösen nicht kleben bleibt.
  • Bärentatzen ca. 12 Minuten im heißen Ofen backen. Dann herausnehmen, auskühlen lassen und mit Puder-Xucker bestäuben.

Weitere gesunde Rezepte und viele wertvolle Tippsder AOK-Ernährungsexperten für eine gesunde Ernährung findest du in unserer Rubrik Ernährung und Rezepte

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veröffentlicht am 02.12.2020 aktualisiert am 10.12.2020
Autorin und Expertin für Ernährung

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