#Ernährungsumstellung am 12.06.2020 aktualisiert am 21.07.2020

Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen: Ist dein Essen noch genießbar?

Joghurt und Käse sind schon seit zwei Wochen abgelaufen: Sollte ich sie dann noch essen? Was das Mindesthaltbarkeitsdatum über die Haltbarkeit von Lebensmitteln wirklich verrät.

Du hast Hunger, öffnest den Kühlschrank und entdeckst in der hintersten Ecke einen leckeren, aber längst vergessenen Fruchtjoghurt. Du schaust auf das Datum und stellst fest, dass er schon ein paar Wochen abgelaufen ist. Solltest du den jetzt noch essen? Wir verraten dir, was es mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf sich hat.

Mindesthaltbarkeitsdatum: Was ist das?

Die meisten Lebensmittel dürfen nur verkauft werden, wenn sie ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) oder ein Verbrauchsdatum haben. Das regelt die EU-Lebensmittel-Informationsverordnung. Mehr Infos dazu gibt’s beim Bundesernährungsministerium.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis wann sich bei einem ungeöffneten Lebensmittel Farbe, Geschmack, Geruch und Nährwerte nicht verändern. Es ist also eine Qualitätsgarantie des Herstellers, die allerdings voraussetzt, dass das Lebensmittel so gelagert wurde, wie es auf der Verpackung empfohlen wird. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Lebensmittel nach Ablauf des MHDs verdorben ist und sofort weggeschmissen werden muss. Die meisten Produkte sind noch lange darüber hinaus genießbar. Zur Sicherheit planen viele Lebensmittelhersteller zudem einen zeitlichen Puffer ein, sodass die Produkte auch über das angegebene Datum hinaus nicht nur genießbar, sondern auch noch haltbar sind.

So wird das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung angegeben:

  • Haltbarkeit weniger als drei Monate: Angabe von Tag und Monat
  • Haltbarkeit zwischen drei und 18 Monaten: Angabe von Monat und Jahr
  • Haltbarkeit über 18 Monate: Angabe des Jahres

Gut zu wissen: Auch „abgelaufene“ Produkte dürfen im Supermarkt verkauft werden. Meistens sind sie preislich deutlich reduziert – hier kannst du also Geld sparen und zusätzlich dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel im Abfall landen. Das kann einen großen Effekt haben, denn die rund 75 Kilogramm Lebensmittel, die pro Person in Deutschland jährlich weggeworfen werden, sind hauptsächlich verpackte Produkte mit überschrittenem MHD.

Was solltest du also tun, wenn das MHD überschritten ist? In diesem Fall sind deine Sinne gefragt: Genau ansehen, riechen und probieren. Sieht der Joghurt frisch aus? Riecht die Milch noch normal und schmeckt nicht säuerlich? Dann ist alles in Ordnung und du kannst das Lebensmittel in der Regel ohne Bedenken genießen.

Mehr Infos zum MHD findest du bei der Verbraucherzentrale.

Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum: Was ist der Unterschied?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum steht auf Fertigprodukten. Das Verbrauchsdatum hingegen ist immer bei verpackten, sehr leicht verderblichen Lebensmitteln angegeben, wie beispielsweise bei nicht haltbar gemachtem Fleisch und Fisch. Es gibt an, bis wann das Lebensmittel verzehrt werden sollte, damit keine gesundheitlichen Gefahren – wie etwa eine Salmonelleninfektion – auftreten. Daher ist es ganz wichtig, dass Lebensmittel bei Überschreiten des Verzehrdatums nicht mehr verzehrt werden! Über das Verbrauchsdatum hinaus dürfen Produkte auch nicht mehr verkauft werden.

Wie halten sich frische Lebensmittel länger?

Damit Obst, Gemüse, Wurst und Käse möglich lange genießbar sind und nicht so schnell verderben, kommt es auf die richtige Lagerung an. Wir verraten dir hier, wie die perfekte Kühlschrankordnung aussieht und welche Lebensmittel am besten in der Vorratskammer aufgehoben sind. Hier klicken.

Haben alle Lebensmittel ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum?

Nein, nicht alle. Für unverpackte Lebensmittel müssen die Hersteller laut Verbraucherzentrale kein Mindest- oder Verbrauchsdatum angeben. Dazu zählen frische Backwaren oder unverarbeitetes Obst und Gemüse. Auch bei alkoholischen Getränken mit mehr als zehn Umdrehungen, Salz, Zucker und Essig muss kein Datum angegeben werden – die Angabe ist hier freiwillig. Dennoch gilt: Mache vor dem Verzehr den Geruchs-, Seh- und Geschmackstest.

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veröffentlicht am 12.06.2020 aktualisiert am 21.07.2020
Autorin und Expertin für Ernährung

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