#Outdoor am 25.02.2021

Kräuterwanderungen: Die 8 schönsten Routen in Baden-Württemberg

Getrocknete Kräuter auf einem Tisch.
iStock / merc67

Im Frühjahr grünt und blüht es im Ländle überall. Schmackhafte Wildkräuter sprießen jetzt auf Wiesen, in Wäldern und Gärten – das schöne Baden-Württemberg hat in dieser Hinsicht eine Fülle an Naturschätzen zu bieten, die es zu erkunden gilt. Die heimischen Power-Pflänzchen schmecken aber nicht nur lecker im Tee, Salat oder Smoothie, sondern sind auch echte Booster für deine Gesundheit. Wo du die schönsten Kräuterwanderwege in Baden-Württemberg findest – und welche Heilwirkungen die grünen Wunder entfalten können.

Das Sammeln wilder Kräuter ist der große Food-Trend in Zeiten der Pandemie. Bei GESUNDNAH findest du spannende und nützliche Infos zum fast vergessenen Heilpflanzenwissen und die besten Geheimtipps für deine gesunde Entdeckungsreise im Ländle. Komm mit auf Kräuter-Tour!

Warum heimische Kräuter so gesund sind – gerade in Corona-Zeiten

Es gibt über 9.500 Pflanzenarten in Deutschland. Viele davon sind essbar – und oft sind die „kleinen Wilden“ vitaminreicher als Gemüse aus dem Supermarkt. Und wenn du zumindest einen kleinen Teil davon entdecken möchtest, machst du eine Kräuterwanderung. 

Hinterm Haus, am Wegesrand, auf der Wiese, im Wald oder am Bach – direkt vor unserer Nase wachsen oft auf Schritt und Tritt überraschend viele Wildkräuter, die unseren Speiseplan bereichern können. Denn das oft unscheinbare „Unkraut“ vom Wegesrand, ist ein echtes Kraftpaket: Wildkräuter sind züchterisch nicht verändert und haben sich deshalb ihren individuellen Eigengeschmack bewahrt.

Zudem stecken sie voller Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundärer Pflanzenstoffe wie Bitterstoffe, Gerbstoffe, Pflanzenfarbstoffe oder ätherischer Öle. Dank diesem geballten Gesundheitscocktail bringt das Grünzeug nach der kalten Jahreszeit deinen Stoffwechsel wieder in Schwung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Vitalstoffversorgung. Hier fünf Power-Frühlingskräuter aus dem Ländle:

Löwenzahn – der Magentröster

Von wegen lästiges Unkraut – Löwenzahn liefert jede Menge Vitamin A, B1, C, E sowie Kalium, Kalzium und vor allem Bitterstoffe. Vor allem letztere regen deinen Stoffwechsel an und helfen dir so bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Verstopfungen und Magenproblemen.

Die Blätter schmecken im Salat, die Wurzeln in einer Gemüsepfanne, und die Blüten und Knospen können roh gegessen oder als Sirup eingekocht werden. Anwendung als Tee: 4 bis 10 g getrocknetes Kraut als Aufguss auf eine Tasse Wasser. 10 Minuten ziehen lassen, abseihen lassen. Vier Wochen lang eine Tasse täglich trinken.

Lieblingsort: An sonnigen, leicht feuchten Plätzen findest du den Löwenzahn.

Brennnessel – der Blasenstärker

Zugegeben, beim Versuch, mit diesem Wildwuchs in Kontakt zu treten, kannst du dich ganz schön verbrennen. Doch das sollte kein Grund sein, die Finger von ihm zu lassen. Im Gegenteil, denn das wehrhafte Grünzeug ist ein echte Nährstoff-Bombe.

Brennnesseln zeichnen sich durch hohe Gehalte an Kieselsäure, Eisen und Vitamin C aus. Der Vitamin C-Gehalt (pro 100 g) ist sieben Mal so hoch wie der von Zitronen, der Eisengehalt ist 2,5fach höher wie der eines Schnitzels. Brennnessel lassen sich auf vielfältige Weise verwenden, als Salat, als Gemüsebeilage, als Suppe oder Tee. Die Blätter der Brennnesseln kommen oft als Durchspülungstherapie bei Nieren- und Blasenerkrankungen sowie Harnwegsentzündungen zum Einsatz.

Tipp: Um das unangenehme Brennen zu vermeiden, gewaschene Blätter vor der Zubereitung mit einer Teigrolle walzen. Danach können sie roh als Salat oder mit Zwiebeln angedünstet als Gemüsebeilage zu Kartoffeln gegessen werden.

Lieblingsort: Die Brennnessel mag es vor allem feucht, deshalb bevorzugt sie die Nähe von Flüssen und Seen.

Gänseblümchen – der Hautfreund

Er liebt mich, er liebt mich nicht … die vielen weißen Blütenblätter dienen nicht nur als Liebesorakel, sondern können auch Salate gesundheitlich aufwerten. Denn im Gänseblümchen steckt nicht nur jede Menge Vitamin C, sondern auch Vitamin A, Magnesium und Eisen.

Es enthält dreimal so viel Kalium und fünfmal so viel Kalzium wie Kopfsalat. Gänseblümchen regen deinen Stoffwechsel und sind gut für deine Haut. Sie sind roh essbar – die Blätter als Salat, die Blüten zur Nachspeise oder auf einem Butterbrot. Als

Tee: 3 TL frische Blüten mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen. Bei Hautunreinheiten abgekühlten Tee mit einem Wattebausch auf die Gesichtshaut tupfen.

Lieblingsort: Am Wegesrand oder auf Wiesen reckt das Gänseblümchen sein Köpfchen.

Giersch – das Detox-Kraut

Giersch ist besonders reich an Eisen, Kalium, Magnesium, Calcium, Zink, Bor, Kupfer, Mangan, Titan und Kieselsäure. Durch den hohen Gehalt an Mineralien wirkt Giersch basisch, fördert den Stoffwechsel und die Harn-Organe – und damit die Entwässerung deines Körpers.

Der ständig nachwachsende Wildspinat ist nicht nur gesund, sondern schmeckt auch hervorragend und gibt den Speisen eine würzige Note. Das kostenlose Superfood macht sich wunderbar in Salat und Suppe, als Beigabe zu Gemüse, als Kräuterbutteraufstrich, Bowle oder im Smoothie.

Lieblingsort: Giersch ist recht anspruchslos, mag es aber gern schattig und feucht.

Bärlauch – der Gefäßtrainer

Das sattgrüne Kraut mit den duftig-weißen Blüten gehört zu den ersten Lenz-Boten. Seine Blätter schmecken ähnlich wie Knoblauch. Allerdings sind sie viel feiner und verursachen keinen Mundgeruch. Weil der Bärlauch der Gesundheit so viel Gutes tut, wird er im Volksmund auch „Hexenzwiebel“ genannt. Vor allem seine schwefelhaltige Aminosäure kann sich günstig auf deine Blutfettwerte und deinen Blutdruck auswirken und hilft bei Verdauungsbeschwerden.

Bärlauch passt zu Pasta-Gerichten, Risotto und allen Salaten. Peppt außerdem Pesto und Kräuteröle auf. Aber Vorsicht: Bärlauch wird häufig mit den giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechselt. Tipp zum Auseinanderhalten: Nur Bärlauchblätter verströmen beim Zerreiben den charakteristischen Knoblauchgeruch! 

Lieblingsort: Bärlauch wächst in schattigen Laubwäldern, vor allem in Schluchten und Bachtälern sowie in den Auwäldern der Flüsse.

Wichtig: Wildkräuter, die am Straßenrand oder in Gärten wachsen, in denen Katzen und Hunde unterwegs sind, können von lästigen Parasiten wie dem Fuchsbandwurm befallen sein. Deshalb wasche die Kräuter gründlich, bevor du sie weiterverwendest.

Vorsicht vor giftigen Wildkräutern

Du bist dir unsicher, ob die von dir gepflückten Kräuter wirklich essbar sind? Dann geh lieber auf Nummer sicher und esse die Wildkräuter nicht. Denn bei einigen Pflanzen besteht Verwechslungsgefahr – so ähnelt Bärlauch zum Beispiel dem Maiglöckchen oder der Herbstzeitlosen, die sehr giftig für den Menschen sind.

Am besten buchst du eine geführte Tour mit einem Kräuterexperten, um gefährliche Doppelgänger besser erkennen zu können.

Für den Notfall erreichst du die Vergiftungs-Informationszentrale in Freiburg unter der Telefonnummer 0761/19240.

Wildkräuter bestimmen: 8 schöne Touren in Baden-Württemberg

Kräuterwanderungen im südlichen Schwarzwald

Ob am Mauracher Berg bei Denzlingen oder in Waldkirch im Dettenbachtal – die Kräuterexpertin Nicole Kaiser geht mit dir auf Wildkräuterpirsch durch Wald- und Wiesen und führt dich in die Welt der heilenden Kräuter und essbare Wildpflanzen. Kräuterrezepte und Tipps zur Heilmittelherstellung für die Hausapotheke ergänzen die Touren (Strecke etwa 2,5 Kilometer).

Weitere Infos findest du hier.

Wilde Führung im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Schwarzwald-Guide Cornelia Wirsich ist im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord unterwegs. Auf ihren Touren in und um Bad Liebenzell suchst, erkennst und bestimmst du die „wilden“ Kräuter, die dir auf Schritt und Tritt begegnen. Schwerpunkt der Führung: Die bemerkenswerte Heilkraft von Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern.

Weitere Infos findest du hier.

Kräuterwanderungen im Raum Spaichingen

Bei der Heilpflanzenfachfrau Kerstin Ginzel kannst du einen Wiesenstreifzug am Zundelberg oder eine Kräuterwanderung am Fuße des Dreifaltigkeitsbergs buchen. Aus der Fülle der blühenden Frühjahrskräuter lernst du eine Auswahl essbarer und heilsamer Wildpflanzen kennen. Viele der vitalen Kräuter eignen sich für stoffwechselanregende Frühjahrskuren. 

Weitere Infos findet du hier.

Weitere Kräuter-Exkursionen im Ländle
  • Touren im Raum Waldenbuch und in Pliezhausen bietet Heilpraktikerin Sylke Müller an. Mehr Infos und Termine.
  • Sandra Berger geht mit dir aus Kräuterwanderung in Neckartenzlingen (Landkreis Esslingen/ Tübingen). Die gesammelten Kräuter werden danach gemeinsam zu Tinkturen, Cremes oder Ölen verarbeitet. Mehr Infos.
  • Rund um das Deckenpfronner Tennental gibt es viele essbare Wildpflanzen zu entdecken. Begebe dich mit Kräuterpädagogin Christine Wolff auf die Suche nach leckeren Kräutern. Mehr Infos.
  • Auf dem Areal des Koiserhofes im Kochergarten in Abtsgmünd-Hangendenbuch kannst du mit Kräuterfrau Nicoletta Diebold die regionalen Wildkräuter der Ostalb kennenlernen. Mehr Infos.
  • Naturpädagogin Anneliese Braitmaier aus Horb verrät dir auf ihren Wanderungen Wissenswertes zur Zubereitung und Verwendung von Wildkräutern. Mehr Infos.

Hinweis: Aufgrund der aktuellen Bestimmungen zu COVID-19 kann es passieren, dass Touren und Wanderungen kurzfristig abgesagt bzw. verschoben werden müssen. Deshalb informiere dich am besten vorab beim Veranstalter, ob die Touren stattfinden.

Alle Kräuterwanderungen in Baden-Württemberg findest du auf dieser Karte

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