Massage

Was versteht man darunter

Unter dem Begriff der Massage werden in der Medizin alle Anwendungen zusammengefasst, die der mechanischen Reizung der Haut bzw. darunter liegender Schichten zu Heilzwecken dienen. Neben der klassischen Massage zählen hierzu auch spezielle Techniken wie die Bindegewebsmassage, Lymphdrainage oder die Periostmassage.

Doch nicht alles, was "Massage" heißt, hat auch tatsächlich einen medizinischen Nutzen. Auf dem Markt tummeln sich eine ganze Reihe von unkonventionellen Techniken, teilweise basierend auf fernöstlichen und esoterischen Vorstellungen. Dazu zählen unter anderem Rolfing, die Polarity-Massage, die Biodynamische Massage oder die Tantra-Massage. Sie haben genauso wie die sogenannte Fußreflexzonenmassage bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis ihrer Wirksamkeit erbracht, können aber durchaus der Entspannung und dem Wohlbefinden dienen.

Eine medizinisch notwendige klassische Massage kann nur ein Arzt verordnen, und sie wird von einem staatlich geprüften Masseur bzw. Physiotherapeuten durchgeführt werden, der eine Ausbildung von zweieinhalb Jahren hinter sich hat.

Hauptanwendungsgebiete der klassischen Massage sind:

  • Rückenschmerzen
  • Migräne, Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Rehabilitation nach größeren Verletzungen oder Operationen
  • narbige Verwachsungen
  • Lähmungserscheinungen
  • schnellere Erholung nach sportlicher Anstrengung

Die klassische Massage kennt viele Griffarten, mit denen der Therapeut unterschiedliche Wirkungen erzielen kann, zum Beispiel: Streichungen, Knetungen, Reibungen, Klopfungen, Hackungen und Vibrationen.

Die Behandlung kann sowohl im Sitzen oder im Liegen erfolgen. Der Patient wird dabei so gelagert, dass die Gelenke in einer mittleren Stellung stabilisiert sind. Je nach ärztlicher Verordnung kann eine Teilmassage (z.B. Hand, Arm oder Knie) oder eine Großmassage (z.B. beide Beine oder Arme, Rücken) durchgeführt werden.

Ganzkörpermassagen werden zu medizinischen Zwecken nicht eingesetzt, sondern dienen der allgemeinen Entspannung.

Wie wirkt die Therapie?

Die Massage beeinflusst den Organismus auf ganz vielfältige Weise und die einzelnen Wirkungen ergänzen sich zu einer Behandlung, die den ganzen Körper umfasst. Als Wirkungen der klassischen Massage sind zu nennen:

  • Steigerung der Durchblutung von Muskeln und Bindegewebe
  • Entstauung von Venen und Lymphgefäßen
  • Regulierung der Muskelspannung
  • Reduktion des Schmerzempfindens
  • Harmonisierung des vegetativen Nervensystems
  • psychische Entspannung

Rezepte zum Selbermachen

So massieren Sie sich selbst bei Kopfschmerzen

Legen Sie die Fingerspitzen von Zeige- und Mittelfinger an Ihre Schläfen. Massieren Sie nun Ihre Schläfen mit kreisenden Bewegungen. Üben Sie dabei einen leichten Druck aus. Nach einigen Minuten umfassen Sie Ihren Kopf so, dass die Daumen am Hinterkopf ansetzen und Zeige- und Mittelfinger bis zur Stirn reichen. Massieren Sie nun mit Daumen und Fingern beide Kopfpartien.

Partnermassage bei Rückenschmerzen

Vor der Massage reiben Sie sich am besten mit Hautöl, wie Sesam-, Kokos- oder süßem Mandelöl ein. Die Raumtemperatur sollte angenehme 20 bis 25 Grad Celsius betragen. Die Hände des Masseurs sollten warm sein und seine Fingernägel frei von scharfen Ecken und Kanten. Sie liegen bequem und entspannt auf dem Bauch.

Streichen: Die warmen, leicht eingeölten Hände streichen mit sanftem Druck vom Becken zum Nacken, dann über die Schultern wieder zum Becken. Das Ganze dreimal wiederholen.

Kneten und Reiben: Die Rückenmuskulatur mit den Fingerspitzen massieren. Dadurch wird die Durchblutung gefördert. Am besten, Sie reiben mit den Daumenballen kleine Kreise oder Spiralen vom Becken zum Nacken. Danach gleiten die Hände zurück. Das Reiben dreimal wiederholen.

Klopfen: Beklopfen Sie das Muskelgewebe leicht mit den Fingerspitzen – wieder vom Becken zum Nacken. Danach gleiten die Hände zurück. Das Ganze dreimal wiederholen. Wenn es angenehm ist, können Sie danach noch mit den Handkanten an der Wirbelsäule entlang klopfen. Durch die Massage werden die Rückenmuskeln gelockert, die Wirbelsäule kann sich strecken und die Bandscheiben werden entlastet.

Bei Entzündungen oder Verletzungen im Massagebereich, Fieber, Thrombosen sowie während der Schwangerschaft sollten keine Massagen durchgeführt werden. Wenn die Massage Schmerzen verursacht, sollte sie sofort beendet werden.

Was bezahlt die AOK?

Wenn die klassische Massage von einem Arzt im Rahmen der Behandlung einer Krankheit verordnet wird, trägt die AOK – Ihre Gesundheitskasse die Kosten. Allerdings muss die Massage von einem zugelassenen Masseur bzw. Physiotherapeut mit entsprechender Ausbildung durchgeführt werden. Der Patient zahlt lediglich den gesetzlich vorgesehenen Eigenanteil.

Quellen

  • Leitfaden Naturheilkunde: Methoden, Konzepte und praktische Anwendung von Volker Schmiedel (Herausgeber), Matthias Augustin (Herausgeber), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; Auflage: 6 (2012), S. 353 ff.
  • Naturheilverfahren, Leitfaden für die ärztliche Aus-, Fort- und Weiterbildung von Dieter Melchart, Rainer Brenke, Gustav Dobos, Markus Gaisbauer, Reinhard Saller, Schattauer Verlag, Studienausgabe 2008 S. 332–361 
  • VPT Massage-/Physiotherapeuten-Schule e.V.
  • Cochrane-Summary

Letzte Aktualisierung: Januar 2013

Copyright - AOK – Die Gesundheitskasse / wdv OHG: Corporate Publishing