Telemedizin und Hauterkrankungen: bessere ländliche Versorgung

Die AOK erprobt zukunftsweisende Versorgungsformen. Dazu gehört auch Telemedizin. Mit dem Programm „TeleDerm“ wird der Einsatz der Telemedizin im Bereich Dermatologie erforscht. Der besondere Schwerpunkt liegt auf der besseren Versorgung der Versicherten im ländlichen Raum. Denn Telemedizin überwindet räumliche Entfernungen und ermöglicht einen schnelleren Austausch zwischen Dermatologen und Hausärzten.

Für wen ist TeleDerm gedacht und wie funktioniert es?

TeleDerm richtet sich an Versicherte der AOK Baden-Württemberg. Über ihren Hausarzt sollen Patienten mit Hauterkrankungen oder -veränderungen einen besseren Zugang zu dermatologischer Versorgung erhalten. Als Patienten der 50 Hausärzte, die am AOK-Programm der hausarztzentrierten Versorgung und am Programm TeleDerm teilnehmen, haben sie Zugang zum Einsatz der Telemedizin:

  • In der Hausarztpraxis wird unter Einhaltung des Datenschutzes die veränderte Hautstelle fotografiert.
  • Die Bilder werden dem Hautarzt digital übermittelt.
  • Er kann innerhalb von 48 Stunden eine Diagnose stellen und online an den Hausarzt übermitteln.
  • Die Patienten werden dann auf dieser Basis von ihrem Hausarzt weiterbehandelt.

Diagnose schnell, einfach, online – die TeleDerm App

Ziele von TeleDerm

Die AOK Baden-Württemberg möchte mit dem Programm TeleDerm folgendes für ihre Versicherten erreichen:

  • Schnellen Zugang zu spezialfachärztlicher ambulanter Versorgung, insbesondere auch im ländlichen Raum
  • Entlastung durch weniger Überweisungen, Terminsuche und Wartezeiten
  • Stärkung der Hausärzte als Lotsen im Rahmen der hausarztzentrierten Versorgung

Nach der Testphase wird ausgewertet, ob die Versorgung von Patienten mit Hauterkrankungen mit diesem neuen Versorgungsmodell besser ist. Die Ergebnisse der Studie werden für 2020 erwartet. Stellt sich heraus, dass die Versorgung schneller, effizienter und dabei von gleichbleibender oder besserer Qualität ist, kann das Modell bundesweit übertragen werden.

Was genau erforscht das Projekt TeleDerm?

In dem Joint Venture mit dem Universitätsklinikum Tübingen wird ein Jahr lang beobachtet:

  • In welchem Maß geht die Zahl der Überweisungen an Dermatologen durch die digitale Vernetzung im Vergleich zu einer Kontrollgruppe zurück?
  • Inwieweit sinken die Wartezeiten beim Hautarzt für jene Kranken, die auf eine fachärztliche Versorgung angewiesen sind?
  • Wie zufrieden sind Patienten sowie Ärzte mit dieser Versorgungsform?

Die Projektpartner von TeleDerm

  • Universitätsklinikum Tübingen
  • AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen
  • KSYOS Health Management Research b.v., Universität München
  • Hochschule Reutlingen
  • AOK Baden-Württemberg, Fachbereich „Integriertes Leistungsmanagement“, Referat „Versorgungsprojekte eHealth“
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