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Gesundes Schlemmen ohne schlechtes Gewissen
Tipps für ein gesundes Schlemmen ohne schlechtes Gewissen
- Lecker! Rot und Gelb.
Diesen psychologischen Effekt hat bisher vor allem die Werbung genutzt, die Farben gezielt als Anreiz zum Zugreifen einsetzt. Orange und Gelb werden gerne bei Lebensmittelverpackungen und bei der Innenausstattung von Fast-Food-Restaurants verwendet. Nicht ohne Grund, denn sie steigern den Appetit und somit den Absatz. Was die Werbung kann, können Sie schon lange. Nutzen Sie die Farbpsychologie, um sich lecker und gesund zu ernähren: Stellen Sie sich einmal eine Mahlzeit gezielt in Rot und Gelb zusammen. Rote und gelbe Paprika als Rohkost, dazu Spaghetti und Tomatensoße. Als Getränk passen Tomatensaft oder Orangensaft. Das macht Laune.
- Alles Banane!
Eine Banane am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Die gelben Früchte enthalten unter anderem das Glückshormon Serotonin. Dieses Hormon sorgt im Gehirn für gute Laune. Aber Bananen können noch mehr! Sie pflegen unser Denkorgan regelrecht und verringern dabei sogar das Schlaganfallrisiko deutlich. Einer Studie der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen zufolge liegt das vor allem am Kalium, das in den süßen Früchten reichlich vorhanden ist. Der Mineralstoff stärkt die Herzmuskulatur und verbessert die Funktion unserer Blutgefäße. So kommt ausreichend viel Blut ins Gehirn und steigert unser Denkvermögen.
- Bloß keinen Kohldampf schieben
Wenig essen macht schlank? Klingt paradox, aber extreme Hungerkuren bringen oft langfristig zusätzliche Pfunde auf die Hüften. Hungernde nehmen zwar am Anfang ein paar Kilos ab, wenn sie dann aber wieder normal essen, lernen sie den Jojo-Effekt kennen: Der Körper versucht, sich die verlorenen Ressourcen zurückzuholen und will zusätzlich für folgende Engpässe weitere Reserven anlegen. Das passiert Ihnen nicht, wenn Sie ausreichend essen, dabei aber die Nahrungsmittel bewusst auswählen: Dazu gehören Obst, Gemüse und Vollkornprodukte mit vielen Kohlenhydraten. Kohlenhydrate werden nämlich nach der Nahrungsaufnahme sofort verwertet und in Energie umgewandelt und nicht erst im Körper gespeichert. Fette deponiert der Körper, bevor er sie verbrennt.
- Ying und Yang, scharf und mild
Bringen Sie Kontraste in Ihre Speisen. Scharfe Gewürze wie Paprika und Chili sollen fröhlich machen und erotisierend wirken. Besonders das enthaltene Capsaicin gilt als Scharf- und Glücklich-Macher. Durch kleine Schmerzreize auf der Zunge sorgt es für die Ausschüttung von Endorphinen, das sind körpereigene Glückshormone. Kombinieren Sie scharfe Speisen mit milden Varianten. Servieren Sie alle Speisen einer Mahlzeit auf einmal und probieren Sie verschiedene Kombinationen der Zutaten sowie verschiedene Geschmacksrichtungen aus.
- Augen zu und fühlen
Essen ist vor allem dann ein sinnliches Erlebnis, wenn die Nahrung ein angenehmes Gefühl im Mund auslöst. Eis ist auch deswegen so beliebt, weil die Masse zart im Mund schmilzt. Manche Köstlichkeiten wecken dazu noch angenehme Kindheitserinnerungen. Das Gehirn verknüpft das positive Gefühl der Belohnung mit dem Genuss eines Geschmackes. Wissenschaftler sprechen hier von Konditionierung. An trüben Tagen neigt mancher dazu, über den Geschmack ein positives Gefühl herbeizuessen. Dies kann natürlich nur kurzzeitig wirken. Gegen ein Stück Schokolade dann und wann lässt sich sicher nichts einwenden, solang es mit Genuss und gutem Gewissen gegessen wird. Schließen Sie die Augen und lassen sich die Leckerei auf der Zunge zergehen.
- Von der Flüchtigkeit des raffinierten Zuckers
Wählen Sie Nachhaltigkeit und nicht zu oft das kurze Glück. Zu den beliebtesten Seelentröstern zählen Schokolade und Nudeln. Kakao enthält Spuren von Koffein und Theobromin, die leicht anregend wirken. Der einfache Zucker der Süßigkeit kann vom Körper innerhalb weniger Minuten abgebaut werden. Der dadurch erhöhte Blutzuckerspiegel führt zur Produktion eines Stoffes, der im Gehirn für kurze Zeit gute Laune verbreitet. Danach ist das wohlige Gefühl jedoch vorbei. Der Abbau von stärkehaltigen Lebensmitteln wie Nudeln, Reis oder Kartoffeln dauert dagegen viel länger, etwa 30 Minuten. Das Warten lohnt sich, denn man wird mit mehreren Stunden Ausgeglichenheit belohnt.
- Keine Kasteiung!
Genuss muss erlaubt sein. Lassen Sie sich durch Verbote und Tabus nicht am Genießen hindern. Wichtig ist deshalb, sich den "moralischen Freiraum" dafür zu verschaffen. Wer sich auferlegt, süße Verlockungen gänzlich vom Speiseplan zu streichen, läuft Gefahr, eher mal schwach zu werden. Je radikaler der Verzicht, desto größer wird nämlich der Heißhunger auf Leckereien. Deshalb dürfen Sie sich sich ab und zu auch ruhig mal etwas Süßes gönnen. Einzige Bedingung: Genießen Sie das Extra und schlingen Sie es nicht hinunter.
Gegen den kleinen Süßhunger zwischendurch helfen auch fettarme Süßigkeiten wie Russisches Brot oder Obst. Am besten sorgen Sie da für Vorrat im Haus. Körperlust statt Diätfrust, das sollte Ihr Motto werden.
- Let's celebrate!
Genuss geht nicht mal eben so nebenbei. Essen zwischen Tür und Angel, am Computer oder schnell im Stehen an der nächsten Imbissbude reduziert sich auf die reine Nahrungsaufnahme. Mit Essgenuss hat es also häufig wenig zu tun, wenn wir unseren "täglichen Nährstoffbedarf decken". Schade eigentlich, denn Essen zählt zu den schönsten Nebensachen, die eine Hauptrolle verdient hätte. Also nicht Leckereien auftischen und diese dann beispielsweise vor dem Fernseher verzehren. Decken Sie für jede Mahlzeit den Tisch, setzen Sie sich in Ruhe und beschäftigen Sie sich nicht mit anderen Dingen nebenbei. Konzentrieren Sie sich bewusst auf den Geschmack und den Genuss der Speisen. Genießen kann man lernen. Hilfestellung für Groß und Klein, finden Sie auf dieser Seite.
- "Ab und zu einen Wein, das ist fein"?
Das Gefährliche beim Alkohol ist seine gesellschaftliche Akzeptanz. Mit Hochprozentigem gut drauf sein und feiern gilt fast schon als normal. Und ein bisschen Alkohol soll ja sogar gesund sein, obwohl ein wissenschaftlicher Beweis für diese Hypothese nach wie vor aussteht. Die Grenzen zur Sucht werden schnell fließend. Selbstkontrolle ist daher beim Alkoholgenuss das "Maß" aller Dinge. Männer sollten pro Tag nicht mehr als 30 Gramm Alkohol konsumieren. Das sind z.B. 1,5 Gläser Rotwein oder 0,75 Liter Bier. Frauen erreichen schon mit der Hälfte ihr Limit. Alles darüber hinaus wirkt auf Dauer gesundheitsschädlich. Als Faustregel gilt: Wenn Sie mehr als 15 Gläser Bier, Wein oder Longdrinks pro Woche trinken, brauchen Sie Hilfe.
Informieren Sie sich hier eingehender zum Thema Alkohol.
- Wer hat Angst vor Cholesterin?
Gut ein Drittel des Cholesterins nehmen wir mit der Nahrung auf. Gesunde Ernährung wird dabei gleich doppelt belohnt. Zum einen vermindert sie das Risiko, übergewichtig zu werden, was auch einen negativen Einfluss auf den Cholesterinspiegel haben kann. Bereits ein geringer Abbau von Übergewicht von drei bis fünf Kilo senkt das schädliche LDL-Cholesterin und erhöht das gesunde HDL-Cholesterin. Und damit nicht genug. Zehn Prozent weniger "schlechtes" Cholesterin im Blut verringern das Herzinfarktrisiko um gut 20 Prozent.
Zum anderen ist eine gesunde Ernährung per se nicht fett- oder cholesterinreich und treibt den Spiegel - ob schlank oder übergewichtig - nicht in die Höhe. Die größten Cholesterinquellen sind übrigens tierische Lebensmittel. Tauschen Sie diese gegen pflanzliche Produkte aus. Cholesterinsenkend wirken Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Nüsse sind ebenfalls Cholesterinsenker.