Mammographie-Screening
Mammographie-Screening
Mammographie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust, bei der Veränderungen im Gewebe gut sichtbar gemacht werden.
In ganz Rheinland-Pfalz werden bis Anfang 2008 Untersuchungszentren eingerichtet. Das erste hat am 2. Mai 2007 in Mainz eröffnet. In der Sreening-Einheit werden in der betreffenden Region über einen Zeitraum von zwei Jahren alle Frauen von 50 bis 69 Jahren zu einer Untersuchung eingeladen. Die Teilnahme ist freiwillig, aber auf jeden Fall zu empfehlen. Das Ergebnis der Untersuchung wird dem behandelnden Frauenarzt übermittelt und kann mit ihm besprochen werden.
Telefonhotline zum Mammographie-Screening: 01805 770007 (0,14 Euro/min aus dem deutschen Festnetz, aus dem Mobilfunknetz höchstens 0,42 Euro/min).
Weitere Informationen erhalten Sie hier: www.mammo-programm.de.
Interview mit Dr. med. Werner Harlfinger, Landesvorsitzender der Frauenärzte in Rheinland-Pfalz zur Einführung des Mammographie-Screenings in Rheinland-Pfalz
Warum macht man jetzt in Rheinland-Pfalz ein flächendeckendes, landesweites Mammographie-Screening?
Sinn des Mammographie-Screenings ist, dass man bei gesunden Frauen eine Reihenuntersuchung durchgeführt mit dem Ziel, Tumore in einem Stadium zu entdecken, in dem sie kleiner sind als 10 mm. Durch die qualitative Vorsorge sollen natürlich überflüssige Operationen vermieden werden und wir möchten die Sterblichkeitsrate bei den Altersgruppen zwischen 50 bis 69 Jahren durch dieses Verfahren senken.
In Rheinland-Pfalz legt man ja Wert auf eine hohe Qualität. Was ist das Besondere an dem rheinland-pfälzischen Mammographie-Screening?
Zunächst einmal ist die Erstellung der Mammographie qualitätsgesichert, d. h. die Kollegen, die das machen, sind in einem Netzwerk drin. Damit ist immer eine Doppelbefundung gegeben. Die Praxen müssen operativ sehr gut ausgerüstet sein und die Ärzte müssen, bevor sie überhaupt die Mammographie machen dürfen, viele Fortbildungsveranstaltungen und Prüfungen vorlegen - sowohl sie selbst, die Befunder als auch das Personal. Das ist das eine. Die zweite Besonderheit beim Mammographie-Screening-Projekt in Rheinland-Pfalz ist, dass wir ja hier schon seit Jahren die fünf großen Brustzentren haben. Die Brustzentren in Mainz, Ludwigshafen, Trier, Koblenz und Kaiserslautern. Das sind Netzwerke, bei denen gesichert ist, dass Frauen, die an Brustkrebs erkranken, nach dem neuesten Stand behandelt werden, z. B. nach den Richtlinien von St. Gallen, nach denen sich die ganze Welt richtet und die alle Jahre verändert werden. Davon können alle Frauen in Rheinland-Pfalz profitieren, egal, ob sie arm oder reich sind.
Wie bewerten Sie als Frauenarzt die Einführung dieses Screenings in Rheinland-Pfalz?
Zunächst waren wir kritisch, weil wir eigentlich davon ausgehen, dass bei einer Mammographie normalerweise ein Arzt dabei ist, der mit der Frau spricht. Das ist bei dem Screening nicht der Fall, dass die Frau untersucht wird, dass mit ihr gesprochen wird und dass getastet wird. Aber wir haben sichergestellt, dass die Frauen, nach dem die Aufnahme gemacht ist, wenn sie das wünscht, zu ihrem Frauenarzt gehen kann, dass der Frauenarzt über den Befund sofort informiert wird und dann mit in die Behandlung einbezogen wird. Das war zunächst nicht geplant. Deshalb waren wir über dieses staatliche Programm am Anfang nicht begeistert. Jetzt sind wir aber dafür, weil es sichergestellt ist, dass der behandelnde Arzt, d. h. der Arzt des Vertrauens, in diesem Verfahren mit eingebunden ist.
Was ist denn Ihre Erwartung an den Erfolg dieses Screenings?
Meine Erwartung ist, dass z. B. Frauen, die zurzeit überhaupt keinen Frauenarzt haben und sich nicht regelmäßig untersuchen lassen, dass die durch dieses Einladungsprogramm jetzt in diese Vorsorgekette eingegliedert werden. Denn bei den über 60-Jährigen nehmen nur 20 % an der Krebsvorsorge teil. Diese Quote soll gewaltig gesteigert werden. Aus medizinischer Sicht finde ich gut ist, dass die Chancen, kleine Tumore zu finden, enorm verbessert wird. Das ist für die Frauen natürlich gut. Erstens kann man sie brusterhaltend operieren, d. h. es wird ein gutes kosmetisches Ergebnis erreicht, zweitens ist die Chance an einem Brustkrebs zu sterben zum Glück dann ganz klein. Bei diesen kleinen Tumoren liegt die Überlebensrate bei über 95 %.
Dieses Screening ist ja jetzt ein Anfang, um für dieses Thema Brustkrebs erfolgreich zu sein. Sehen Sie da noch Zukunftsentwicklung und Zukunftsperspektiven in diesem Bereich?
Ja, natürlich. Das, was wir jetzt hier in Rheinland-Pfalz anfangen, ist ausbaufähig. In Kooperation mit den Screeningzentren haben wir die Möglichkeit, über den Brustkrebs hinaus alle anderen Vorsorgemöglichkeiten, z. B. Gebärmutter, Eierstöcke, Haut, Lunge, Darm usw. anzubieten. Das sollte dazu führen, dass noch mehr Frauen als bisher die ganzen von den Ärzten und auch von den Krankenkassen sehr favorisierten Vorsorgeprogramme in Anspruch nehmen.





