Pressemitteilung vom 22.02.2010
Krankenstand steigt in Rheinland-Pfalz erneut leicht an
Nach dem historischen Tiefwert im Jahre 2006 stieg der Krankenstand in Rheinland-Pfalz in den letzten beiden Jahren jeweils um 0,1%-Punkte und lag im Jahr 2009 bei 5,3%.
Zu diesem Ergebnis kommt die AOK Rheinland-Pfalz nach der Auswertung der Arbeitsunfähigkeitsdaten für das Jahr 2009.
Psychische Erkrankungen sind weiterhin auf dem Vormarsch.
Die krankheitsbedingten Fehlzeiten in der rheinland-pfälzischen Wirtschaft sind 2009 erneut leicht angestiegen. Bei den AOK-versicherten Arbeitnehmern stieg der Krankenstand auf 5,3 % an, das sind 0,1%-Punkte mehr als noch im Jahr 2008. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer waren 2009 mindestens einmal „krankgeschrieben“ (57,7 % aller AOK-Mitglieder). Im Durchschnitt dauerte eine Erkrankung 11,5 Tage. In den einzelnen Branchen zeigen sich jedoch erhebliche Unterschiede bei den Fehlzeiten. So weist der Finanzdienstleistungssektor (2009: 3,7%) sehr niedrige Fehlzeiten auf. Andere Branchen liegen mit einem Krankenstand von bis zu 6,1% deutlich über dem Durchschnitt. Diese Zahlen ermittelte die AOK Rheinland-Pfalz in einer anonymisierten Auswertung der Arbeitsunfähigkeitszeiten der rund 400.000 bei ihr versicherten Arbeitnehmer. „Da bei der AOK Arbeitnehmer und Auszubildende aus allen Branchen versichert sind,“ so AOK-Vorstandsvorsitzender Walter Bockemühl, „können diese Zahlen durchaus als Maßstab für die gesamte Wirtschaft in Rheinland-Pfalz angesehen werden.“
Der Krankenstand macht deutlich, wie groß der Anteil der Arbeitszeit ist, der durch die Arbeitsunfähigkeit von Mitarbeitern im Betrieb verloren geht. Er wird auf der Basis von Kalendertagen berechnet, wobei Schwangerschaften und Kinderkrankengeldfälle nicht berücksichtigt werden.
Wie bereits in 2007 und 2008 waren die meisten Ausfalltage auf Muskel- und Skeletterkrankungen (23,3%), Verletzungen (12,6%), Atemwegserkrankungen (14,1%) und psychische Erkrankungen (8,1%) zurückzuführen.
Neben dem Anstieg von Krankheiten des Atmungssystems sind vor allem die psychischen Erkrankungen für die Zunahme der Krankheitstage verantwortlich. Seit dem Jahr 2002 stiegen bei den psychischen Erkrankungen die Arbeitsunfähigkeitstage um 36% an.
Die AOK Rheinland-Pfalz engagiert sich seit Jahren im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. „Wir unterstützen die rheinland-pfälzischen Unternehmen mit zahlreichen Maßnahmen, die die gesundheitliche Situation der Arbeitnehmer verbessern“, so Bockemühl. Die AOK bietet den Betrieben individuelle Analysen zum Arbeitsunfähigkeitsgeschehen an, unterstützt sie bei Projekten zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement, organisiert betriebsspezifische Seminare und Kurse zur Betrieblichen Gesundheitsförderung, auch speziell für Führungskräfte. Darüber hinaus organisieren die AOK-Projektleiter für Betriebliches Gesundheitsmanagement Gesundheitstage in Betrieben und vieles mehr.
Anhang zur Presse-Information vom 22. Februar 2010
Krankenstand steigt weiter
Krankenstandsentwicklung seit 2002
Mehr Erkrankungen der Atemwege und Psyche
Entwicklung der wichtigsten Krankheitsarten
Psychische Erkrankungen verursachen die längsten Ausfallzeiten

AU-Fälle der wichtigsten Krankheitsarten im Vergleich zur Falldauer
Zunahme psychischer Erkrankungen

Zunahme psychischer Erkrankungen





