KÖLN - Mehr als 100.000 Menschen versterben jedes Jahr in Deutschland an einem plötzlichen Herztod. Das entspricht etwa einer Stadt von der Größe Triers. Damit liegt die Zahl der Opfer noch über denen von Krebs- oder Schlaganfall-Toten. Beim plötzlichen Herztod mit Kammerflimmern schlägt das Herz bis zu 500 Mal in der Minute extrem schnell (normalerweise schlägt das Herz ca. 60 - 80/Minute) und unkoordiniert, was bei den Betroffenen zu Bewusstlosigkeit, Pulsrosigkeit und Atemstillstand führt. Betroffen sind häufig Männer und ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen am Herzen. Auf Grund des Kreislaufstillstandes ist nach etwa drei Minuten mit Schädigungen des Gehirns zu rechnen und nach ungefähr zehn Minuten gibt es so gut wie keine Überlebenschancen mehr. Die einzig lebensrettenden Maßnahmen bestehen in einer Herzmassage mit Beatmung und in einer möglichst frühen Defibrillation des Herzens. Dabei wird das aus dem Rhythmus geratene Herz mit Hilfe von Stromstössen wieder "in Takt" gebracht. Deshalb finden sich nun in öffentlichen Gebäuden, aber auch in den Vorräumen von Banken und bei der AOK automatische, externe Defibrillatoren (AED). Diese Geräte sind so ausgelegt, dass sie auch durch medizinische Laien angewendet werden können. Der Helfer muss lediglich die Elektroden anbringen und den Anweisungen des Gerätes via Sprache und Bildschirm folgen. Fehler können praktisch nicht gemacht werden, da die Geräte zunächst kontrollieren, ob ein Kammerflimmern vorliegt und erst dann die Stromstöße abgegeben werden. Wer zusätzliche Sicherheit im Umgang mit den Geräten erreichen will, kann aber auch spezielle Kurse z. B beim TÜV Rheinland belegen, in denen der Umgang mit den Geräten eingeübt wird, um Hemmschwellen beim lebensrettenden Einsatz abzubauen, denn durch den Einsatz der AED’s steigen die Überlebenschancen auf das Doppelte.
Quelle: AOK Clarimedis - Die Gesundheitsberater der AOK Baden-Württemberg
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