Der PSA-Test 
Prostatakrebs
Die Prostata 
Die Risiken verstehen
Prostatakrebs entdecken
Prostatakrebs behandeln 
FrĂŒhe Behandlung
Die Entscheidungsfindung 
Ihre Entscheidung 
Kontakt und Fragen
Impressum | Sitemap
Quellen | Links
Druckversion

Gemeinschaftsprojekt

AOK Uni Bremen Dkfz

Letzte Änderung am: 18.04.2011
Startseite > Prostatakrebs > Prostatakrebs behandeln
Prostatakrebs behandeln Überwachung ohne sofortige Therapie Operation Folgen und Nebenwirkungen der Operation Strahlentherapie Nebenwirkungen der Strahlentherapie Hormontherapie

Prostatakrebs behandeln

Welche Behandlung in Frage kommt, hÀngt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von den biologischen Eigenschaften des Tumorgewebes, die mit bestimmen, ob ein Prostatakrebs rasch und aggressiv wÀchst und zur Streuung in andere Organe neigt oder ob er eher langsam wÀchst und auf die Prostata begrenzt bleibt.

Bei der Entscheidung ĂŒber das Vorgehen beziehen die Ärzte in der Regel auch das Alter und den allgemeinen Gesundheitszustand des betroffenen Mannes mit ein.

GrundsÀtzlich gibt es vier Möglichkeiten des weiteren Vorgehens:
  • Überwachung ohne sofortige Therapie
  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Hormonbehandlung
Vergleiche des Behandlungserfolgs sind schwierig, da aussagkrÀftige Untersuchungen fehlen oder sich die Ergebnisse widersprechen (12).
Seitenanfang

Überwachung ohne sofortige Therapie

Immer mehr Karzinome werden in einem frĂŒhen Stadium entdeckt, wenn sie noch sehr klein sind. Ergibt die Gewebeuntersuchung eine geringe AggressivitĂ€t, kann man nicht sagen, ob sie weiter wachsen und wie sie sich entwickeln werden. Hier besteht die Möglichkeit, zunĂ€chst lediglich zu beobachten.

Die Überwachung ohne sofortige Behandlung erfordert regelmĂ€ĂŸige Kontrolluntersuchungen – Ă€rztliche Untersuchung und Bestimmung des PSA-Werts, um einen eventuellen Anstieg festzustellen.

Wenn es Anzeichen dafĂŒr gibt, dass die Erkrankung fortschreitet, wird Ihr Arzt mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen und Behandlungsmöglichkeiten diskutieren.

Das Risiko, dass der Tumor doch Zellen streut, bevor man ihn behandelt, ist durch diese Strategie möglicherweise lĂ€ngerfristig erhöht. Allerdings gibt es dazu nur wenige verlĂ€ssliche Daten. In einer vergleichenden Studie waren 8 Jahre nach einer Operation 9 von 100 MĂ€nnern an Prostatakrebs gestorben, in der Gruppe ohne sofortige Behandlung waren es 14 von 100 MĂ€nnern (13). Außerdem kann die mit dem Abwarten verbundene Unsicherheit fĂŒr manche MĂ€nner belastend sein.
Seitenanfang

Operation

Bei der Operation, der sogenannten radikalen Prostatektomie, wird die gesamte Prostata entfernt. Dieses Vorgehen hat zum Ziel, den Tumor vollstĂ€ndig zu beseitigen. Es bietet den Betroffenen die Chance einer vollstĂ€ndigen Heilung, wenn auch keine Garantie. Die radikale Prostatektomie wird durchgefĂŒhrt, wenn man nach den Voruntersuchungen davon ausgehen kann, dass der Tumor auf die Prostata begrenzt (lokalisiert) ist und die Kapsel der DrĂŒse noch nicht durchbrochen hat. Weiterhin werden der allgemeine Gesundheitszustand und das Alter bei der Behandlungsplanung berĂŒcksichtigt.
Seitenanfang

Nebenwirkungen der Operation

Die Angaben zur HĂ€ufigkeit von Nebenwirkungen und Folgen der Operation weisen eine betrĂ€chtliche Spannbreite auf. Neben verschiedenen Faktoren wie Alter und Begleiterkrankungen werden sie auch dadurch bestimmt, wie ausgedehnt operiert werden muss, um den Tumor vollstĂ€ndig zu entfernen. Auch die Erfahrung des Operateurs spielt eine große Rolle (30).

Jeder Mann, dem die Operation vorgeschlagen wird, sollte die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen in seinem individuellen Fall mit dem behandelnden Arzt besprechen. Je kleiner der Tumor ist, desto eher können schonende Operationstechniken (Nervenerhaltung) zur Anwendung kommen, die entsprechend auch weniger langfristige Folgen haben.
  • Tod: Weniger als 10 von 1000 MĂ€nnern sterben an den Folgen der Operation (14).

  • Impotenz: Zwischen 20 und 80 von 100 MĂ€nnern sind nach der Operation unfĂ€hig, eine Erektion zu bekommen oder zu halten. Das Ausmaß der BeeintrĂ€chtigung hĂ€ngt vor allem vom Zustand vor der Operation und vom Umfang des Eingriffs ab. Bei kleinen Tumoren ohne Befall der Prostatakapsel können die fĂŒr die Erektion notwendigen Nervenbahnen öfter erhalten werden. Dann bleibt Ergebnissen von Studien zufolge die ErektionsfĂ€higkeit bei bis zu 80 von 100 MĂ€nnern unter 65 Jahren erhalten (15). MĂŒssen die Nerven jedoch ein- oder beidseitig durchtrennt werden, um den Tumor vollstĂ€ndig zu entfernen, bleiben bis zu 80 von 100 MĂ€nnern dauerhaft impotent (16). Verschiedene Hilfsmittel können den Geschlechtsverkehr trotzdem ermöglichen, aber auch nicht in allen FĂ€llen.

  • Harninkontinenz:In den ersten 2 bis 3 Monaten nach der Operation muss ca. jeder zweite Patient mit Problemen beim Halten des Urins rechnen (Talcott 2003). VerlĂ€ssliche Aussagen zur HĂ€ufigkeit einer anhaltenden Harninkontinenz nach einer Entfernung der Prostata sind schwer zu treffen, die Angaben in der wissenschaftlichen Literatur gehen weit auseinander. Das liegt zum einen an den uneinheitlich zusammengesetzten Patientengruppen. Außerdem werden die Beschwerden sehr unterschiedlich definiert und eingeordnet. So gibt es Untersuchungen, denen zufolge fĂŒnf Jahre nach der Operation 28 von 100 MĂ€nnern Windeleinlagen benötigen (17). Andere Untersuchungen ergaben, dass 18 Monate nach der Operation zwischen 4 und 21 von 100 MĂ€nnern gelegentlich (z. B. beim Husten oder Niesen) Probleme haben, den Harn zu halten und bis zu 7 von 100 MĂ€nnern dauerhaft inkontinent bleiben (4).

  • Darmprobleme: Nach der Operation ist die Anzahl der MĂ€nner, die Probleme mit dem Stuhlgang haben, etwas höher als fĂŒr die jeweilige Altersgruppe zu erwarten. Im Vergleich zur Strahlentherapie treten Stuhlprobleme aber seltener auf (12, 15, 16, 17, 18, 19).

Seitenanfang

Strahlentherapie

Bei der Strahlentherapie wird der Krebs in der Prostata mit energiereicher Strahlung behandelt. Auch diese Art der Behandlung bietet bei örtlich begrenztem Krebs die Chance auf Heilung, vergleichbar mit der durch eine Operation. Obwohl viel Sorgfalt darauf verwendet wird, die Prostata möglichst zielgenau zu bestrahlen und umliegendes Gewebe und Organe weitgehend zu schonen, können Nebenwirkungen auftreten.

Eine neuere Technik der Strahlentherapie ist die Kurzdistanzbestrahlung (Brachytherapie): Kleine, eingekapselte Strahlenkörper werden direkt in die Prostata eingebracht und bleiben dort dauerhaft. Gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse ĂŒber die Langzeitergebnisse der Behandlung im Vergleich zur Bestrahlung von außen wie auch im Vergleich zur Operation liegen noch nicht vor.
Seitenanfang

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Die in der Fachliteratur veröffentlichten Zahlen zur HÀufigkeit von Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind sehr unterschiedlich. Jeder Mann sollte die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen in seinem individuellen Fall mit seinem behandelnden Arzt besprechen. Die HÀufigkeit von Nebenwirkungen hÀngt sowohl von der Art der Strahlentherapie als auch von verschiedenen anderen Faktoren wie Alter und Begleiterkrankungen ab, die ihrerseits ebenfalls Einfluss auf Blasenfunktion und ErektionsfÀhigkeit haben.

  • Impotenz: Bei 25 bis 60 von 100 MĂ€nnern kommt es innerhalb von zwei bis drei Jahren nach Strahlentherapie zunehmend zu einer Impotenz durch die UnfĂ€higkeit, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten (20).
  • Harninkontinenz: WĂ€hrend der Strahlentherapie und in den ersten Wochen danach leidet etwa ein Drittel der MĂ€nner unter EntzĂŒndungen von Blase und Harnröhre (21). 2 bis 6 von 100 MĂ€nnern haben nach der Bestrahlung anhaltende Probleme mit unfreiwilligem Abgang von Urin (12, 22).
  • Darmprobleme: In den ersten Wochen nach der Bestrahlung leiden bis zu 30 von 100 Patienten unter Durchfall oder anderen Darmproblemen, zum Beispiel EntzĂŒndungen der Enddarmschleimhaut mit Schmerzen, Blutungen und Schleimabgang. Meist klingen die Beschwerden nach wenigen Wochen ab. Nur wenige Patienten haben lĂ€nger anhaltende Probleme: Bis zu 8 von 100 Patienten bekommen eine chronische EntzĂŒndung des Enddarms und bis zu 4 von 100 Patienten leiden unter chronischem Durchfall (17, 19, 22, 23).


Seitenanfang

Hormontherapie

Das mĂ€nnliche Hormon Testosteron begĂŒnstigt das Wachstum des Prostatakarzinoms. Wird diese Hormonwirkung durch eine Anti-Hormontherapie unterdrĂŒckt, kann dies die Krebserkrankung zurĂŒckdrĂ€ngen und unter Kontrolle halten. Eine Heilung ist durch solch eine Hormonbehandlung allerdings nicht möglich.

Weil die eingesetzten Medikamente in den Hormonstoffwechsel eingreifen, spricht man in diesem Zusammenhang gewöhnlich von einer Hormontherapie, auch wenn es sich genau genommen um eine antihormonelle Therapie, also eine Hormonblockade, handelt.

Die Hormontherapie erfolgt normalerweise mit einer Depot-Spritze unter die Haut, monatlich oder alle drei Monate verabreicht. Der Hormonentzug wirkt sich auf den ganzen Organismus aus und hat entsprechende Nebenwirkungen, die allerdings individuell sehr unterschiedlich ausfallen können. Am hÀufigsten sind Hitzewallungen und Impotenz.

Die Hormontherapie kann auch zur Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs eingesetzt werden, wenn der Tumor bereits in andere Organe gestreut hat. Durch die Streuung hervorgerufene Beschwerden lassen sich durch die Behandlung lindern.
Seitenanfang

Fragen

Hier haben Sie die Möglichkeit, die in diesem Abschnitt vermittelten Informationen fĂŒr sich zu bewerten: Sprechen sie eher fĂŒr oder eher gegen den Test?
Klicken Sie die fĂŒr Sie relevanten Aussagen an.

Wenn Krebs festgestellt wird, besteht die Möglichkeit, unter regelmĂ€ĂŸigen Kontrollen des PSA-Werts abzuwarten, die Prostata operativ zu entfernen oder eine Strahlentherapie durchzufĂŒhren. In machen FĂ€llen wird zusĂ€tzlich eine Antihormontherapie empfohlen.

Dies spricht fĂŒr mich

Nach vollstÀndiger Operation oder nach erfolgreicher Bestrahlung eines örtlich begrenzten Prostatakarzinoms werden die meisten MÀnner dauerhaft keine Probleme mehr von Seiten des Prostatakrebses haben.

Dies spricht fĂŒr mich

Nach der Operation eines Prostatakarzinoms sind bis zu 8 von 10 MĂ€nnern dauerhaft impotent.

Dies spricht fĂŒr mich

In den ersten zwei bis drei Monaten nach der Operation leidet ca. jeder zweite Mann unter Harninkontinenz, in bis zu 3 von 10 FĂ€llen bleiben Probleme mit dem Halten des Urins dauerhaft bestehen.

Dies spricht fĂŒr mich

Innerhalb von zwei bis drei Jahren nach Strahlenbehandlung kommt es bei 2 bis 6 von 10 MĂ€nnern zu einer zunehmenden Impotenz.

Dies spricht fĂŒr mich

Nach der Strahlentherapie leiden bis zu 8 von 100 MĂ€nnern dauerhaft unter Durchfall oder entzĂŒndlichen VerĂ€nderungen der Darmschleimhaut.

Dies spricht fĂŒr mich

Eine Hormontherapie kann zu Hitzewallungen, Potenzstörungen und auch zur Abnahme der Knochendichte (Osteoporose) fĂŒhren.

Dies spricht fĂŒr mich


In dieser Übersicht können Sie ablesen, wie Sie die Informationen zum PSA-Test und möglichen Konsequenzen bewertet haben.
Sie können in anderen Textabschnitten noch weitere Informationen bewerten und Ihr aktuelles Ergebnis jederzeit in der Übersicht abrufen.

Seitenanfang
Seite drucken | Seite empfehlen
kleiner normal grĂ¶ĂŸer

Suche

Glossar

Erfahrungsberichte


Herbert M., 57 Jahre
"Ich habe einen PSA-Test gemacht"
Dieter P., 58 Jahre
"Ich habe mich gegen einen PSA-Test entschieden"

Risiken und Nebenwirkungen

Operation

zur Impotenz zur Inkontinenz

Strahlentherapie

zur Impotenz zur Inkontinenz

Strahlentherapie

zu Darmprobleme