PSA-Screening in Deutschland und in anderen Ländern
Die Meinungen über den Stellenwert des PSA-Tests in der Früherkennung von Prostatakrebs gehen in Deutschland stark auseinander.Der Test ist kein Bestandteil der gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen. Die Kosten werden, im Gegensatz zur Abklärung bei einem Verdacht auf Prostatakrebs, nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Es liegen derzeit keine ausreichend gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, die den Nutzen eines Screenings mittels PSA-Test eindeutig belegen.
Der Berufsverband der deutschen Urologen empfiehlt die Durchführung des Tests in Verbindung mit einer eingehenden individuellen Beratung. Andere Experten sind der Meinung, dass die Untersuchung wegen fehlender Daten zu Nutzen und Risiken nicht zu empfehlen ist.
In den USA
In den USA wird für eine Vielzahl unterschiedlicher Gesundheitsstörungen ein Screening angeboten, z. B. auch für die Erhöhung der Blutfette und des Blutdrucks (24). Die Menschen haben insgesamt eine sehr positive Einstellung zum Krebs-Screening (25).Für Frauen wird das Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs alle ein bis zwei Jahre empfohlen (26).
Obgleich von den US-Gesundheitsbehörden zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen, ist der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs in den USA weit verbreitet. Viele Männer lassen sich alle ein oder zwei Jahre untersuchen (27).
In Großbritannien
In Großbritannien werden weniger Screening-Untersuchungen durchgeführt. Das PSA-Screening für Prostatakrebs ist nicht generell empfohlen. Stattdessen unterstützt der nationale Gesundheitsdienst NHS ein Programm, das es den Männern ermöglicht, nach eingehender Information über das Für und Wider der Untersuchung eine informierte Entscheidung zu treffen.Den Einsatz von anderen Screening-Untersuchungen halten die Fachleute in Großbritannien zur Früherkennung für gerechtfertigt und sinnvoll. Zum Beispiel ist das Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs seit Jahren eingeführt. Die Experten sind sich allerdings uneinig darüber, in welchem Ausmaß das MammographieScreening die Sterblichkeit durch Brustkrebs senken kann (28).





