Herbert M., 57 Jahre
Warum ich den PSA-Test mache:Prostatakrebs liegt bei uns in der Familie. Mein Bruder hat Prostatakrebs. Seine Labor-Werte deuten darauf hin, dass er einen kleinen, langsam wachsenden Krebs hat. Er hat eine hohe Chance, in seinem restlichen Leben nie etwas von dem Krebs zu bemerken. Daher vereinbarte er mit seinem Arzt, den Tumor engmaschig zu beobachten. Sollte sich an dem Wachstum etwas ändern, kann immer noch gut eingegriffen werden.
Da ich als naher Verwandter ein höheres Risiko habe, ebenfalls Prostatakrebs zu bekommen, entschied ich zusammen mit meinem Arzt, ebenfalls den PSA-Test zu machen. Der PSA-Wert war wiederholt leicht erhöht. Daher war ich mit Stanzbiopsien einverstanden. Davon bekam ich eine Prostataentzündung, wie es manchmal vorkommt. Es wurden keine Krebszellen in den Gewebeproben gefunden, nur Hinweise auf eine gutartige Prostatavergrößerung. Das heißt nicht, dass ich garantiert keinen Krebs habe.
Falls einmal Krebs entdeckt würde, würde ich mir für die Therapieentscheidung Zeit lassen und den möglichen Nutzen gründlich gegen Risiken wie Impotenz und Inkontinenz abwiegen.
Die hier geäußerte Meinung ist nicht repräsentativ, sondern beispielhaft. Jeder Mann hat seine eigenen Erfahrungen.
Dieter P., 58 Jahre
Warum ich den PSA-Test nicht mache:Bisher hatte ich keinerlei urologische Beschwerden. Der Fingertest durch den Arzt im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung ergab auch keine Verhärtungen oder Vergrößerungen der Prostata. Dies bedeutet nicht, dass ich garantiert ohne Prostatakrebs bin.
Mein Arzt hat mir den PSA-Test als Selbstzahlerleistung angeboten (IGeL). Auf Nachfrage informierte er mich darüber, dass noch nicht belegt sei, ob Prostatakrebsfrüherkennung mit PSA-Test einen Nutzen hat. Es ist unklar, ob durch ihn erheblich weniger Männer sterben. Daraufhin vereinbarten wir, dass ich bis zum nächsten Arztbesuch entscheide, ob ich am Test teilnehme. Er gab mir eine Liste mit Internetadressen über Patienteninformationen zur Prostatakrebsfrüherkennung mit.
Für mich persönlich überwiegen die Nachteile des PSA-Tests:
Der hohe Anteil der Fehlalarme führt zu unnötigen Stanzbiopsien mit Nebenwirkungen und würde mich psychisch unnötig belasten. Außerdem übersieht der Test viele Tumoren, was mich nicht entlastet. Auf der anderen Seite entdeckt er Tumoren, die nicht behandlungsbedürftig gewesen wären.
Auch bleibt die Ungewissheit, ob eine Therapie im fortgeschrittenen Alter überhaupt einen Nutzen hat. Das hohe Risiko von Therapienebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz würde mein Leben sehr einschränken. Dies wird für mich durch den unsicheren Nutzen nicht aufgewogen. Außerdem will ich nicht jeden Tag an den Krebs denken müssen.





