Gemeinsame Entscheidungsfindung
Wenn Sie sich nach eingehender Information über die Vor- und Nachteile selbst eine Meinung über den PSA-Test gebildet haben, können Sie die Entscheidung für oder gegen den Test eher im Einklang mit Ihren persönlichen Bedürfnissen treffen und genau überlegen, was für Sie wichtig ist und was Sie nicht wollen. Wenn Sie sich nach solcher Abwägung für den Test entscheiden, werden Sie, falls er einen erhöhten PSA-Wert ergibt, auch eher bereit sein, möglicherweise erforderliche zusätzliche Untersuchungen oder Behandlungen durchführen zu lassen: Sie wissen, warum Sie das tun und was Sie davon erwarten können.Vielleicht möchten Sie auch hören, was andere Männer vom PSA-Test halten und wie sie damit umgegangen sind. Aber denken Sie dabei daran, dass die Erfahrungen anderer nichts mit Ihnen zu tun haben müssen und dass deren Entscheidung nicht unbedingt auch für Sie die beste ist.
Ein guter Weg ist es, mit Ihrem Arzt über den PSA-Test und seine möglichen Folgen zu sprechen und mit ihm zusammen zu überlegen, was in Ihrem Fall die beste Vorgehensweise ist. Diesen Prozess der Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient nennt man gemeinsame Entscheidungsfindung (englisch: shared decision making).
Gemeinsam mit dem Arzt entscheiden
Warum den Arzt einbeziehen?Auch aus wissenschaftlich fundierten Informationen können Sie nicht immer ohne weiteres ableiten, welche Behandlung oder welche Untersuchung in Ihrer individuellen Situation am besten geeignet ist.
Deshalb sollten Sie keine Scheu haben, Ihrem Arzt Fragen zu stellen.
Wie das Arztgespräch angehen?
Sie können einen Menschen Ihres Vertrauens bitten, Sie zum Arzt zu begleiten.
Sie können sich vor dem Gespräch Fragen aufschreiben, die Sie Ihrem Arzt stellen wollen. Während des Gesprächs können Sie sich auch die Antworten Ihres Arztes notieren, damit Sie nichts Wichtiges vergessen.
Was fragen?
Sie sollten unter anderem fragen, ob die wissenschaftlichen Studien, auf die sich die Empfehlungen für oder gegen eine Untersuchung oder Behandlung stützen, auch Menschen wie Sie, etwa Ihrer Altersgruppe, einbezogen haben. Nur dann lassen sich die Ergebnisse auch auf Ihre Situation übertragen.
Ungewissheit in der Medizin
In machen Situationen kann man einfach nicht oder noch nicht sagen, welches Vorgehen oder welche Behandlung am besten ist.
In der Medizin gibt es viele ungeklärte Fragen und viele Ungewissheiten. Für eindeutige Antworten fehlen oft die wissenschaftlichen Fakten. So kann es sein, dass auch Ihr Arzt auf manche Fragen keine wissenschaftlich fundierte Antwort geben kann. Es ist jedoch wichtig, Entscheidungen auf der Basis möglichst umfassender Information zu treffen und zu versuchen, offene Fragen im Gespräch zu klären. Auch zu erfahren, was man noch nicht weiß und welche Unsicherheiten bestehen, ist eine wichtige Information. Ihr Arzt kann Sie dabei bestmöglich unterstützen. Die endgültige Entscheidung liegt dann bei Ihnen.
Ihre Wertvorstellungen zählen
Wenn Sie und Ihr Arzt bei der Entscheidung über das Vorgehen in Ihrem Fall zusammen arbeiten und Ihre Wünsche und Wertvorstellungen in die Entscheidung mit einfließen, können Sie wahrscheinlich auch besser zu einer getroffenen Wahl stehen und diese mit tragen.
Trauen Sie sich nicht zu fragen?
Vielleicht können Sie manchmal gar nicht so genau sagen, wie Sie über eine Sache denken. Weil aber beim PSA-Test nicht klar und eindeutig ist, ob er im Einzelfall von Nutzen ist oder nicht, ist es wichtig, dass Sie Ihre Meinung dazu äußern und auch sagen, was für Sie Vorrang hat.
Das hilft Ihrem Arzt zu verstehen, was Ihnen für die Entscheidung über den PSA-Test am wichtigsten ist.
Vielleicht können Sie manchmal gar nicht so genau sagen, wie Sie über eine Sache denken. Weil aber beim PSA-Test nicht klar und eindeutig ist, ob er im Einzelfall von Nutzen ist oder nicht, ist es wichtig, dass Sie Ihre Meinung dazu äußern und auch sagen, was für Sie Vorrang hat.
Das hilft Ihrem Arzt zu verstehen, was Ihnen für die Entscheidung über den PSA-Test am wichtigsten ist.
Fragen stellen
Vielen Menschen fällt es schwer, ihrem Arzt Fragen zu stellen das Verhalten des Arztes ermutigt Sie vielleicht nicht gerade dazu. Auch scheinen Ärzte immer so beschäftigt. Vielleicht haben Sie Angst, dumm zu erscheinen, wenn Sie nicht die richtigen Worte finden. Oder Sie glauben, Sie könnten Ihren Arzt verärgern, wenn Sie ihm Fragen stellen, und wollen ihn nicht belästigen.Es gibt aber auch Menschen, denen es am besten damit geht, einfach das zu tun, was ihnen der Arzt sagt oder empfiehlt.
Wenn Sie ein paar Dinge beachten, wird es vielleicht einfacher für Sie, mit Ihrem Arzt zu sprechen:
- Machen Sie sich eine Liste von Fragen, die Sie zum Arzt mitnehmen.
- Es muss Ihnen nicht peinlich sein, medizinische Fachbegriffe zu notieren fragen Sie Ihren Arzt, wie man sie richtig schreibt.
- Und denken Sie daran, dass die Zeiten sich ändern. Heute ermutigen viele Ärzte ihre Patienten dazu, Fragen zu stellen und sich aktiv an Entscheidungen zu beteiligen.
Versichern Sie sich am Ende des Gesprächs, dass Sie verstanden haben, was der Arzt mit Ihnen besprochen hat und wie die nächsten Schritte aussehen. Fassen Sie kurz zusammen, was Sie verstanden haben so könnten Sie es zum Beispiel anfangen:
"Ich möchte sicher gehen, dass ich alles richtig verstanden habe, was Sie mir gesagt haben." Oder wenn Sie eben nicht sicher sind, könnten Sie sagen: "Würden Sie bitte nochmals kurz zusammenfassen, was Sie gesagt haben, damit ich es auch sicher verstehe?"
Wenn Ihr Arzt Ihnen zum PSA-Test rät oder davon abrät, fragen Sie nach, was er von der jeweiligen Alternative hält also nicht testen oder doch testen. Wenn Sie wissen, wie die Dinge im einen oder anderen Fall ausgehen könnten, hilft Ihnen das bei der Entscheidung.
"Ich möchte sicher gehen, dass ich alles richtig verstanden habe, was Sie mir gesagt haben." Oder wenn Sie eben nicht sicher sind, könnten Sie sagen: "Würden Sie bitte nochmals kurz zusammenfassen, was Sie gesagt haben, damit ich es auch sicher verstehe?"
Wenn Ihr Arzt Ihnen zum PSA-Test rät oder davon abrät, fragen Sie nach, was er von der jeweiligen Alternative hält also nicht testen oder doch testen. Wenn Sie wissen, wie die Dinge im einen oder anderen Fall ausgehen könnten, hilft Ihnen das bei der Entscheidung.
Wer entscheidet?
- Möchten Sie selbst entscheiden, ob Sie einen PSA-Test machen lassen?
- Oder würden Sie die Entscheidung lieber jemand anderem überlassen?
- Oder würden Sie gerne gemeinsam mit Ihrem Arzt entscheiden?
Einige Menschen möchten aktiv mit einbezogen werden, wenn es um Entscheidungen über medizinische Maßnahmen geht, andere überlassen die Entscheidungen lieber ihrem Arzt.
Es ist durchaus möglich, dass der Arzt eine bestimmte Vorgehensweise vorschlägt, Sie selbst aber einen anderen Weg bevorzugen würden. Ihr Arzt kann nicht immer wissen, was Ihnen persönlich am wichtigsten ist.
Deshalb kann es von Vorteil sein, sich als Patient an medizinischen Entscheidungen zu beteiligen Sie können dann sicherer sein, dass die getroffene Wahl für Sie persönlich passt und in Einklang mit Ihren Bedürfnissen steht.





