Ergebnisse des PSA-Tests
Als Ergebnis des PSA-Tests erhält man den PSA-Wert im Blut in Nanogramm pro Milliliter (ng/ml), auch als PSA-Spiegel bezeichnet. Das Testergebnis wird vom Labor an den Arzt, der den Test in Auftrag gegeben hat, übermittelt dies kann Ihr Hausarzt oder auch Ihr Urologe sein. Der Arzt teilt Ihnen dann mit, ob der Wert als normal gelten kann. Dies ist vom Alter abhängig: Der PSA-Wert ist bei älteren Männern auch normalerweise, also ohne dass man einen krankhaften Befund vermuten muss, etwas höher als bei jüngeren.Denken Sie immer daran, dass auch ein erhöhter PSA-Wert nicht zwingend bedeutet, dass Sie Prostatakrebs haben. Allerdings wird Ihr Arzt Ihnen bei einem erhöhten Wert in der Regel weitere Untersuchungen vorschlagen.
Wie sich die Normalwerte für PSA mit dem Alter verändern (1)
| Alter (Jahre) | PSA (ng/ml) |
| 50-59 | unter 3.0 |
| 60-69 | unter 4.0 |
| Über 70 | unter 5.0 |
Was bedeutet es, wenn der PSA-Wert normal ist?
Ein normaler PSA-Wert spricht dafür, dass Sie wahrscheinlich keinen Prostatakrebs haben, aber ganz sicher können Sie trotzdem nicht sein.Wie viele andere Suchtests zur Krebsfrüherkennung ist auch der PSA-Test nicht unfehlbar: Bis zu zwei von zehn Männern mit Prostatakrebs haben einen normalen, also keinen erhöhten PSA-Wert (2). Demnach übersieht der PSA-Test einen Teil der Krebserkrankungen.
Wenn ein zur Krebsfrüherkennung bestimmter PSA-Wert normal ist, kann man derzeit nicht mit Sicherheit sagen, wann und ob überhaupt der Test wiederholt werden sollte. In Studien, die dieser Frage nachgingen, betrugen die Testintervalle ein bis vier Jahre (3). Die Ergebnisse hierzu stehen jedoch noch aus. Falls Sie den PSA-Test wiederholen wollen, besprechen Sie dies vorher mit Ihrem Arzt.
Was geschieht, wenn der PSA-Wert erhöht ist?
Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht zwangsläufig, dass Sie Prostatakrebs haben. Es ist ähnlich wie bei einer Alarmanlage eines Autos: Wenn sie losgeht, ist vielleicht wirklich ein Dieb am Werk oder es ist ein Fehlalarm.Etwa einer von drei Männern mit erhöhtem PSA-Wert hat Prostatakrebs. Umgekehrt bedeutet das, dass zwei von drei Männern mit erhöhtem PSA-Wert keinen Prostatakrebs haben (4). Ein erhöhter PSA-Wert kann auch durch eine gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) verursacht werden, die gar nichts mit Krebs zu tun hat.
Sie sollten mit Ihrem Arzt über die mögliche Bedeutung Ihres PSA-Werts sprechen. Dabei können Sie es belassen, oder Sie können sich zusätzlich informieren und gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchführen lassen. Dazu sollten Sie einen Facharzt aufsuchen, der Erfahrung mit Prostataerkrankungen und Prostatakrebs hat.
Mögliche weitere Untersuchungen
Nachdem Sie die mögliche Bedeutung Ihres PSA-Werts mit Ihrem Arzt besprochen haben, können Sie zu dem Entschluss kommen, keine weiteren Untersuchungen und Tests durchführen zu lassen.Sie können den PSA-Test aber auch wiederholen lassen der Wert könnte beeinflusst gewesen und dadurch fälschlich hoch ausgefallen sein, etwa weil sie doch kurz vorher Sport getrieben haben, Radgefahren sind oder Geschlechtsverkehr hatten. Mehr zu möglichen Störfaktoren bei dem Test siehe hier.
Wenn Ihr Hausarzt den Test angeordnet hat, kann er vor der Überweisung zum Facharzt auch noch die Prostata vom Enddarm aus abtasten (digitale rektale Untersuchung). Allerdings wird auch dies nicht zuverlässig die Frage beantworten, ob ein Krebs in der Prostata vorliegt. Die Tastuntersuchung erlaubt lediglich die Abschätzung der Größe der Prostata und lässt Unregelmäßigkeiten der Oberfläche und Verhärtungen in dem Teil der Prostata erspüren, der dem Enddarm zugekehrt ist. Hier entsteht Prostatakrebs am häufigsten. Eine sichere Diagnose lässt sich so nicht stellen, aber ein verdächtiger Tastbefund ist immer Anlass für eine weitere Abklärung.
Diese Tastuntersuchung können Männer in Deutschland ab dem Alter von 45 Jahren im Rahmen des Krebsfrüherkennungsprogramms einmal jährlich kostenlos und ohne Zahlung von Praxisgebühr durchführen lassen.
Alle zusätzlichen Untersuchungen sollte ein Facharzt für Urologie durchführen.
Die einzige Untersuchung, mit der Prostatakrebs mit hoher Sicherheit festgestellt werden kann, ist die Untersuchung einer Gewebeprobe aus der Prostata (Biopsie). Sie wird unter Ultraschallkontrolle durchgeführt.
Wann sollte man den nächsten PSA-Test machen lassen?
Hierzu gibt es keine einheitliche Vorgehensweise: Ob und nach welcher Zeit ein erneuter PSA-Test sinnvoll ist, hängt einerseits vom vorliegenden Testergebnis und andererseits davon ab, aus welchem Grund der aktuelle PSA-Test gemacht wurde zur Früherkennung oder etwa weil es Anhaltspunkte für Prostatakrebs gibt.Ganz allgemein gilt:
- Wenn das Testergebnis, also der PSA-Wert, normal ist, gibt es keine klare Empfehlung, ob und wann der Test wiederholt werden sollte wie es auch keine wissenschaftlich begründete Empfehlung gibt, den Test ohne Anhaltspunkte oder Verdacht überhaupt durchführen zu lassen. In Studien zum Nutzen der regelmäßigen PSA-Testung (deren Ergebnisse noch nicht vorliegen) betrugen die Testintervalle ein bis vier Jahre (3).
- Wenn der PSA-Wert erhöht ist, hängt der Zeitpunkt des nächsten Tests davon ab, zu welchen Ergebnissen weitere Untersuchungen geführt haben und ob ggf. bereits eine Behandlung erfolgt ist.
- Wenn die Biopsie trotz der PSA-Erhöhung keinen Hinweis auf Prostatakrebs ergibt, wird Ihnen Ihr Urologe wahrscheinlich weitere Untersuchungen und Tests empfehlen.
- Wenn durch weitere Untersuchungen Prostatakrebs festgestellt wurde und eine Behandlung erfolgt ist, wird der PSA-Wert im Rahmen der Nachsorge in regelmäßigen Abständen bestimmt, um den Behandlungserfolg zu kontrollieren zunächst alle 6 Monate, später einmal pro Jahr. Nach erfolgreicher Behandlung sollte der PSA-Wert zurückgehen und nicht wieder ansteigen. Ein erneuter Anstieg kann Hinweis auf einen Rückfall sein.
- Trotz eines erhöhten PSA-Werts können Sie sich auch gegen weitere Untersuchungen und Maßnahmen entscheiden. Die vorliegenden Erkenntnisse aus Studien und Untersuchungen lassen keine Empfehlung zu, ob und wann der PSA-Wert erneut bestimmt werden sollte. Das kann eine schwierige Situation sein, die Sie mit einem erfahrenen Arzt besprechen sollten.
Fragen
Hier haben Sie die Möglichkeit, die in diesem Abschnitt vermittelten Informationen für sich zu bewerten: Sprechen sie eher für oder eher gegen den Test?Klicken Sie die für Sie relevanten Aussagen an.
Bei Prostatakrebs liegt der PSA-Wert in 8 von 10 Fällen über dem altersgemäßen Normalwert.
Dies spricht für michEin normaler PSA-Wert ist keine Garantie, dass kein Krebs vorliegt: In 2 von 10 Fällen von Krebs ist der PSA-Wert nicht erhöht, so dass der Test den Krebs nicht aufdeckt.
Dies spricht für michIn bis zu 2 von 3 Fällen (zwei Drittel der Fälle) ist der erhöhte PSA-Wert falscher Alarm: Es liegt kein Prostatakrebs vor.
Dies spricht für michBei erhöhtem PSA-Wert werden in der Regel weitere Untersuchungen empfohlen, einschließlich Biopsie.
Dies spricht für michIn dieser Übersicht können Sie ablesen, wie Sie die Informationen zum PSA-Test und möglichen Konsequenzen bewertet haben.
Sie können in anderen Textabschnitten noch weitere Informationen bewerten und Ihr aktuelles Ergebnis jederzeit in der Übersicht abrufen.





