Arzneimittel – so wirken sie richtig!
Arzneimittel können Leben retten und Leiden lindern. Der Erfolg einer Behandlung hängt jedoch immer auch von der korrekten Einnahme der verordneten Medikamente ab. Einige einfache Regeln helfen dabei. AOK-Tipp: Die Einnahme von Medikamenten sollten Sie vorab immer mit Ihrem Arzt besprechen.
Zur Behandlung der meisten Krankheiten stehen heute gut wirksame Medikamente zur Verfügung. Sie entfalten jedoch nur dann ihre volle Wirksamkeit, wenn sie nach Anweisung des Arztes oder den Angaben in der Packungsbeilage eingenommen werden.
Lesen Sie deshalb die Informationen des Beipackzettels bitte ganz genau. Tauchen dabei Fragen auf, sind Arzt oder Apotheker die richtigen Ansprechpartner und helfen gerne weiter.
Häufig kommt es besonderes auf den richtigen Zeitpunkt an, denn die meisten Medikamente müssen regelmäßig in bestimmten Zeitabständen eingenommen werden. Nur so ist gesichert, dass der Wirkstoff während der Therapie gleichmäßig im Körper verteilt bleibt. Da die Wirkung von Arzneimitteln auch vom zeitlichen Abstand zu den einzelnen Mahlzeiten beeinflusst werden kann, sollten die Angaben zur Einnahme auf jeden Fall sorgfältig befolgt werden. Doch selbst Arzneimittel, die man mit dem Essen einnehmen darf, vertragen sich unter Umständen nicht mit jedem Nahrungsmittel.
Neben vermeidbaren Wechselwirkungen können aber auch die verträglichsten Arzneimittel unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen, die trotz richtiger Anwendung und Dosierung mit unterschiedlicher Häufigkeit auftreten. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass der Beipackzettel über alle Begleiterscheinungen informieren muss, die jemals von dem Arzneimittel bekannt geworden sind. Dabei ist es unwichtig, wie oft diese Nebenwirkungen beobachtet wurden. Dies ist der Grund für die meist sehr langen Listen. Da die Nebenwirkungen aber unterschiedlich häufig vorkommen, enthält der Beipackzettel Angaben über ihre Wahrscheinlichkeit. Dabei bedeutet:
- Häufig: bei mehr als zehn Prozent der Anwender.
- Gelegentlich: bei ein bis zehn Prozent der Anwender.
- Selten: bei weniger als einem Prozent der Anwender.
Treten während der Einnahme eines Medikaments weitere Nebenwirkungen auf, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, sollte man seinen Arzt benachrichtigen. Keinesfalls sollte der Patient die Einnahme des Mittels ohne Rücksprache mit dem Arzt abbrechen.
Inzwischen ist erwiesen, dass manche Lebensmittel die Wirkung von Arzneimitteln abschwächen oder ganz aufheben. Dazu gehören zum Beispiel Milch und Milchprodukte, die bestimmte Antibiotika unwirksam machen können. Die Mittel verbinden sich mit dem Kalzium aus der Milch und der Körper nimmt sie nicht mehr in ausreichendem Maß auf. Andere Nahrungsmittel verstärken die Wirkung von Medikamenten. Koffein zum Beispiel kann die Reaktion des Körpers auf Schmerzmittel und auch die Wirkung bestimmter Diabetesmedikamente steigern. Letzteres führt unter Umständen zu Unterzuckerungen.
Ein anderes Beispiel sind Grapefruitsaft und -früchte. Schon ein Glas des Safts kann die Wirkung einiger Medikamente um bis zu 70 Prozent erhöhen, weil der Saft ein Enzym hemmt, das in der Leber für den Abbau der Substanzen verantwortlich ist. Zu den Medikamenten, die man auf keinen Fall zusammen mit Grapefruit einnehmen sollte, gehören unter anderem bestimmte Migränemittel, Schlaftabletten, Antihistamine gegen Allergien und verschiedene blutdrucksenkende Arzneimittel. Selbst die verhütende Wirkung von Anti-Baby-Pillen kann beeinträchtigt sein. Daneben ist es möglich, dass schwarzer Pfeffer, Lakritze, schwarzer Tee, einige grüne Gemüse und auch ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornbrot oder Müsli die Arzneimittelwirkung beeinflussen.
Entsprechende Angaben findet man in der Gebrauchsinformation. Auch Arzt oder Apotheker informieren hierzu.
Wenn Medikamente sich gegenseitig beeinflussen, stellen sich gelegentlich ebenfalls unerwünschte Effekte ein: Wirkungen treten entweder verstärkt oder abgeschwächt auf. Informationen dazu liefert ebenfalls der Beipackzettel.
Dabei sollte man nicht vergessen, dass auch frei verkäufliche Arzneien, pflanzliche oder homöopathische Mittel häufig solche Wechselwirkungen verursachen. Hier sind vor allem Präparate zu nennen, die Knoblauch, Ginkgo, Ginseng oder Johanniskraut enthalten. So können Knoblauch, Ginseng und Ginkgo beispielsweise die Wirkung einiger blutverdünnender Medikamente verstärken. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es bei Verletzungen oder bei einer Operation zu größeren Blutungen kommt.
Sehr gut untersucht ist auch Johanniskraut, das die Wirkungen unterschiedlicher Substanzen meist abschwächt – unter anderem von verschiedenen Herzmedikamenten. Vor einer Selbstbehandlung mit diesen Präparaten ist es also ratsam, nochmals die Packungsbeilage aller seiner Medikamente zu lesen oder mit dem Arzt zu besprechen, ob die Selbstmedikation sinnvoll ist und ob dadurch möglicherweise die Wirkung der anderen Arzneien beeinträchtigt wird. Außerdem empfiehlt es sich, zu jedem Arztbesuch eine Liste aller eingenommenen Mittel mitzubringen.
Das muss der Arzt wissen: Notieren Sie sich vor dem Arztbesuch die Namen aller Medikamente, die Sie einnehmen. Am besten ist es, neben dem Handelsnamen auch die Bezeichnung des Wirkstoffs aufzuschreiben oder den Beipackzettel mitzunehmen. So kann der Arzt leichter feststellen, ob Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Substanzen möglich sind. Und nicht vergessen: Auch frei verkäufliche Medikamente und homöopathische oder pflanzliche Arzneimittel gehören auf die Liste, denn auch sie können zu Wechselwirkungen führen.
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