Veranstaltungen des Servicezentrums Vechta
Informationsveranstaltung AD(H)S - Dyskalkulie
im AOK - Servicezentrum in Vechta
am Mittwoch, 24. Februar von 19.00 Uhr bis 21.30 Uhr
Rechnen, still sitzen, sich konzentrieren, für viele Kinder kein Kinderspiel! ADHS und Rechenschwäche, auch Dyskalkulie bezeichnet, gelangen zunehmend in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Wie diesen Kindern und Jugendlichen geholfen werden kann, darüber informieren Experten im Rahmen einer Vortragsveranstaltung am Mittwoch, 24. Februar 2010 um 19 Uhr in der AOK, Neuer Markt 18 in 49377 Vechta.
Anmeldungen nimmt Frau Monika Holte,
Telefon 0441 20513964631 entgegen.
"Neben den Problemen, die bei Kindern mit AD(H)S auftreten, gibt es Kinder, die ein nur geringes Verständnis von Zahlen und Mengen entwickelten. AD(H)S und Dyskalkulie treten nicht grundsätzlich gemeinsam auf. Trotzdem können die Begleiterscheinungen des AD(H)S eine Rechenschwäche/ Dyskalkulie durchaus verstärken", so der Leiter des Zentrums für angewandte Lernforschung, Hans-Joachim Lukow. Blickt man auf die Gruppe der AD(H)S Kinder, so ist es naheliegend, dass sich Defizite in der Aufmerksamkeit negativ auf das Lernen im Allgemeinen auswirken. Bezogen auf das Thema Rechenschwäche findet bei einer großen Anzahl von Kindern der Einstieg in die Grundrechenarten, ohne fachmännische Hilfe, nicht statt. Umgekehrt lässt sich das nicht sagen. Die weitaus meisten Kinder, die von Dyskalkulie betroffen sind, haben kein ADS. Kindern und Jugendlichen muss in beiden Bereichen geholfen werden.
Zappelphilipp und Traumsuse - Kinder mit AD(H)S
ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) ist die häufigste und meist chronisch verlaufende Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Ca. drei bis sechs Prozent alle Kinder sind davon betroffen, Jungen rund drei bis neunmal häufiger als Mädchen. Unter ADHS wird eine verminderte Fähigkeit zur Selbststeuerung verstanden. Sie äußert sich meist in Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, ausgeprägter körperlicher Unruhe, und impulsivem, unüberlegtem Handeln. Während das "Zappelphilipp-Syndrom" am bekanntesten ist, kann die Erkrankung auch ohne Hyperaktivität auftreten. Letzteres findet man häufiger bei Mädchen, die dann oft als "Traumsuse" bezeichnet werden.
Deutlich werden die beiden Referenten ausführen, dass viele Eltern von ADHS- Kindern oder Kindern mit einer Rechenschwäche oft lange Irrwege auf der Suche nach Hilfe hinter sich haben. Ihre Kinder quälen sich im Alltag, im Familienleben, besonders auch mit Schulproblemen. Diese Auffälligkeiten werden von den Lehrkräften negativ erlebt und das Lern- und Klassenklima wird stark beeinflusst.
"Viele Eltern stellen bereits früh fest, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmt. Besonders mit Beginn der Schulzeit entstehen für Kinder mit ADHS große Probleme, da sie sich nicht lange genug auf eine Sache konzentrieren können. Sie lassen sich schnell ablenken und lenken andere ab, sind hyperaktiv, springen auf, rennen herum. Hyperaktive Kinder sind oft laut. Kurz: Sie reagieren impulsiv, ohne lange nachzudenken, während sie zu stillen ADHS- Kinder unaufmerksam und unauffällig ihren Träumen nachhängen.", erläutert Dr. Andreas Romberg von der Clemens-August-Klinik, Neuenkirchen - Vörden, einige Auffälligkeiten dieser Kinder. Der Mediziner wird ausführen: "Das hemmende System wird zu wenig aktiviert. Bei der Diagnose von ADHS spielt die Befragung der Eltern eine wichtige Rolle. Wird AD(H)S nicht behandelt, kann das Kind in einen "Teufelskreis" geraten".
Referent: Dr. med. Andreas Romberg, Clemens- August- Klinik, Neuenkirchen- Vörden
"Dyskalkulie, was ist das?"
Schlechte Noten in Mathematik, Schulversagen, soziale Isolation, kaum oder gar keine Chance bei der Ausbildungsplatzsuche - Beobachtungen von Lehrern, Pädagogen, Ärzten und Fachleuten, die mit Dyskalkulikern - Kindern und Jugendlichen mit einer Rechenschwäche zu tun haben.
Bei einer Dyskalkulie oder Rechenschwäche handelt es sich nicht um eine körperliche Erkrankung oder Intelligenzminderung, sondern um eine erhebliche Störung beim Erwerb arithmetischer Grundlagen und Rechenvorgänge.
Nach Schätzungen von Experten haben in Deutschland vier bis sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen ernsthafte Probleme beim Rechnen. Rechnen zu können ist für das Lernen und das erfolgreiche Weiter-Lernen und damit für die Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft aber unerlässliche Voraussetzung.
Der Zeitraum zwischen dem Anfangsverdacht und der Diagnose ist in der Regel viel zu lang und die Dyskalkulie wird nach Expertenmeinung oftmals viel zu spät festgestellt. Das bedeutet verschwendete Jahre von Frust, Ungewissheit und verpassten Chancen für diese Kinder. In der Grundschulzeit sollte die wichtige Weichenstellung gelegt werden.
Referent: Hans Joachim Lukow, Leiter des Zentrums für angewandte Lernforschung gGmbH, Osnabrück

