Bewegung gegen Stress
Auf die Dauer kann Stress krank machen. Doch jeder kann etwas dagegen tun.
Stress ist nützlich – jedenfalls wenn man bedenkt, welche Funktion er ursprünglich in unserem Leben hat. In stressigen Situationen werden nämlich im Körper blitzartig Hormone ausgestoßen, die uns zu Kampf oder Flucht bereit machen. Damit wir in solchen Situationen keine Zeit verschwenden, laufen die Stressreaktionen ganz automatisch ab. Das war schon in der Steinzeit wichtig: Im Überlebenskampf mit menschlichen wie tierischen Feinden war schnelle Reaktion entscheidend.
Heute ist Stress eher indirekter Natur. Wir fühlen uns vielleicht vom Chef ungerecht behandelt, vom Zeitdruck schier erdrückt oder vom Kollegen gemobbt. Der Unterschied zum Leben in der Natur: Dort kann der Mensch die Stresshormone sofort durch Aktion und Bewegung abbauen, doch im Büroalltag geht das nicht. Schließlich können wir hier nicht einfach davonlaufen oder zum körperlichen Angriff übergehen.
Bewegung hilft
Wenn wir aber über längere Zeit Stress nicht abbauen können, kann uns das krank machen. Deshalb sollten wir ihm gezielt zu Leibe rücken.
Hilfreich ist es, zunächst der Ursache auf den Grund zu gehen. Machen Sie eine Bestandsaufnahme: Was genau ist es eigentlich, was Ihnen Angst macht, was Sie aufregt, was Ihr Blut zum Kochen bringt? Fragen Sie sich, was schlimmstenfalls passieren könnte und wie Sie dann reagieren würden. Spielen Sie die Möglichkeiten gedanklich durch. Vielleicht ist ein klärendes Gespräch mit dem Chef oder eine klare Ansage an den Kollegen gar nicht so unmöglich?
Wenn Sie im Moment trotz allem nichts ändern können an dem, was Ihnen Stress bereitet: Tun
Sie etwas! Und zwar im wörtlichen Sinne. Bewegen Sie sich, selbst dann, wenn der Termindruck Sie schon am Morgen in die Zange nimmt und Sie erst am Abend wieder loslässt. Jede Art der Bewegung nützt – und ist besser als keine. Denn wer sich regelmäßig bewegt, baut Stress ab und wird sogar weniger anfällig dafür. Besonders gut ist Ausdauersport: Walken, Joggen oder Fahrradfahren kann man sowohl vor der Arbeit als auch nach Feierabend. Auch ein Spaziergang oder etwas Gartenarbeit kann schon helfen. Wer außerdem auf Entspannungstechniken wie Yoga oder progressive Muskelentspannung zurückgreift, wird merken, dass er sich danach viel gelassener fühlt.
Vielleicht können Sie sogar feste Entspannungszeiten einplanen, in denen Sie sich Zeit für Dinge nehmen, die Ihnen guttun: Ist es ein Lavendelbad, auf der Couch liegen und Musik hören? Oder sammeln Sie Münzen? Egal. Hauptsache, es macht Spaß und weckt neue Energien.
Eustress ist positiv
Übrigens: Stress ist nicht gleich Stress. Die negative Anspannung, von der hier die Rede ist, bezeichnen Fachleute als „Distress“. Sind wir jedoch in Aufregung, weil wir zum Beispiel ein lang ersehntes Wiedersehen erwarten oder weil eine reizvolle berufliche Aufgabe bevorsteht, können wir ebenso im Stress sein. Dann sprechen Psychologen von „Eustress“. Er wird durch starke positive Gefühle ausgelöst und geht, ebenso wie sein negatives Gegenstück, mit einer gewissen Anspannung einher.
Sorgen Sie also dafür, dass Stress in Ihrem Leben wenig Platz hat – und wenn, dann am besten nur Eustress.
Buchtipp
Thomas Prünte, Der Anti-Stress-Vertrag, Ueberreuter Verlag, Januar 2003, 19,95 Euro, ISBN 10: 3800039079.
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