Selbsthilfe unter Patienten

Chronisch kranke und behinderte Menschen sowie ihre Angehörigen schließen sich oft zu Selbsthilfegruppen zusammen, weil sie mit der Krankheit oder der Behinderung nicht allein sein wollen. Sie wollen oft ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen teilen. 

Selbsthilfegruppen dienen im Wesentlichen dem Informations- und Erfahrungsaustausch von Betroffenen und Angehörigen, der praktischen Lebenshilfe sowie der gegenseitigen emotionalen Unterstützung und Motivation. Darüber hinaus vertreten Selbsthilfegruppen in unterschiedlichem Grad die Interessen ihrer Mitglieder nach außen. Das reicht von Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit über die Unterstützung von Forschungsprojekten bis hin zur politischen Interessenvertretung.

Diese von betroffenen Bürgern ehrenamtlich initiierte und geleitete Selbsthilfebewegung nimmt in unserem Sozial- und Gesundheitssystem inzwischen einen festen Platz ein. Sie ergänzt in vielfältiger und wirksamer Weise die institutionellen beziehungsweise professionellen Angebote der gesundheitlichen Versorgung und ist ein Teil des Netzes, das Betroffene und ihre Angehörigen auffängt. Das gilt für die eigene Krankheit ebenso wie bei einer Erkrankung des Angehörigen.

Seit 2008 sind die Krankenkassen gem. § 20c SGB V gesetzlich verpflichtet, gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen kassenübergreifend pauschal und kassenindividuell bei Projekten zu fördern.

Dazu stellen die Krankenkassen aktuell pro Versicherten 0,61 Euro zur Verfügung. Somit erhält 2013 die Selbsthilfe durch die pauschale und individuelle Förderung bundesweit ca. 42 Mio. Euro von den Krankenkassen. Die AOK – Die Gesundheitskasse fördert Selbsthilfegruppen mit fast 15 Mio. Euro pro Jahr.

Die Förderung findet auf allen Ebenen statt. Das heißt, Selbsthilfegruppen, Selbsthilfekontaktstellen und Landesverbände der Selbsthilfe werden auf der Landesebene und Bundesverbände auf der Bundesebene gefördert.

Besonders die familienorientierte Selbsthilfe ist der AOK wichtig. Denn wenn ein Familienmitglied erkrankt ist oder eine Behinderung hat, wird der Alltag aller Familienmitglieder beeinflusst.

Daher hat die AOK seit 2012 die Förderung familienorientierter  Angebote und Maßnahmen als einen ihrer Förderschwerpunkte definiert.

Aber der AOK  ist auch Innovation wichtig.  Die Gesundheitskasse ist der Meinung, dass sich Selbsthilfe auch auf anderen – neuen -  Wegen den Betroffenen öffnen muss.

Der Umgang mit der Krankheit und die Möglichkeiten  die einem Menschen z. B. beruflich trotz seiner chronischen Erkrankung offen stehen, haben sich in den Jahren verändert. Chronisch Kranke sind mobiler und beruflich aktiver als früher. Auch findet ein demografischer Wandel bei den Betroffenen statt. Die Newage-Generation kommt in die Jahre und wird zu Betroffenen.

Auf der anderen Seite werden chronisch kranke Kinder älter als früher. Machen eine Ausbildung, ergreifen einen Beruf, werden erwachsen und  unabhängig.

Die AOK möchte, dass chronisch Kranken verschiedene Wege offenstehen, sich auszutauschen und vor allem Informationen über Ihre Krankheit zu erhalten. Auch über die Orts-, Landes und Bundesgrenzen hinaus.

Selbsthilfeorganisationen sollen auf der Bundesebene neben ihren face-to-face-Angeboten internetgestützte Projekte entwickeln, um  Wissenswertes sowie virtuelle Räume, zum Beispiel Foren, für den Austausch von Gleichgesinnten anzubieten.

Daher legt die AOK einen weiteren Schwerpunkt auf die Förderung  von internetgestützten Selbsthilfeprojekten.

Die AOK unterstützt in vielfältiger Weise die Arbeit und die Initiative der Selbsthilfe. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeder AOK helfen gern beim Aufbau einer neuen Selbsthilfegruppe, stellen den Kontakt zu bestehenden Gruppen her oder beantworten offene Fragen zur Selbsthilfeförderung.


Linktipps

  • Informationen, Förderanträge, Dokumentation  und weiteres Wissenwertes rund um die Selbsthilfeförderung und Kooperation mit der Selbsthilfe auf Bundesebene finden Sie auf den Selbsthilfeseiten des AOK-Bundesverbandes.
  • Weitere Informationen gibt es bei der NAKOS, der Nationalen Kontaktstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen unter http://www.nakos.de/. So den vom  AOK-Bundesverband geförderten  Leitfaden „Starthilfe zum Aufbau von Selbsthilfegruppen“ oder die grünen, rotenblauen und gelben Listen, um vieles rund um das Thema „Selbsthilfe(gruppen)“ zu erfahren.
  • Unter http://www.schon-mal-an-selbsthilfegruppen-gedacht.de/ finden junge Menschen Informationen zu gemeinschaftlicher Selbsthilfe und Zugang zu einer geeigneten Gruppe.
  • Unter http://www.selbsthilfe-interaktiv.de/ finden Sie die Kommunikationspattform für gemeinschaftliche Selbsthilfe in Social Net (Web 2.0).
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