HPV-Screening im Rahmen der Früherkennung des Zervixkarzinoms (Gebärmutterhalskrebs)

Hinweis: Wenn Ihnen ein HPV-Test angeboten wird

Bietet Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen einen HPV-Test (Test auf das Vorhandensein des Humanen Papillomavirus) zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs an, den Sie privat zahlen sollen, dann fragen Sie nach der Notwendigkeit der Untersuchung und ihrem Nutzen. Ärzte müssen Sie umfassend über alle Aspekte der Untersuchung informieren, Ihnen den  therapeutischen Sinn erklären und auch auf mögliche Risiken hinweisen.
Weitere Tipps für Verbraucher zu individuellen Gesundheitsleistungen (kurz IGeL) finden Sie hier.

Seitenanfang

Methode: So wird untersucht

Der Screeningtest ist ein Suchtest auf eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV). Dabei wird ein Abstrich des Gebärmutterhalses auf die Erbsubstanz der Papillomaviren untersucht. Infektionen mit einigen, wenigen Hochrisikotypen des Papillomavirus (insbesondere Typ 16 und 18) erhöhen das Risiko der Ausbildung von Krebsvorstufen.

Seitenanfang

Nutzen des HPV-Tests

Mit dem Test lässt sich eine Infektion mit Humanen Papillomaviren feststellen. Das Ergebnis sagt allerdings nichts darüber aus, ob eine Krebsvorstufe oder sogar ein Gebärmutterhalskrebs vorliegt oder nicht. Nur bei einem geringen Teil der infizierten Frauen entstehen Zellveränderungen, die nach langer Zeit und dem Einfluss zusätzlicher Faktoren zu einem Gebärmutterhalskrebs führen können.

  • Die Untersuchung auf HPV als Screeningmaßnahme hat eine sehr schlechte Spezifität, d.h. es finden sich viele falsch- positive Befunde. Das bedeutet, dass eine Infektion angezeigt wird, obwohl keine vorliegt. Die Spezifität nimmt jedoch mit dem Alter der Frau zu.
  • Infektionen mit HPV sind häufig; Rund 80 Prozent aller Frauen sind im Laufe ihres Lebens damit infiziert.
  • Die Infektion selbst ist nicht therapierbar.
  • Etwa 80 Prozent aller Infektionen heilen von selbst aus.
  • Durch die Diagnose "Hochrisikoinfektion mit krebsauslösenden Viren" kommt es bei gesunden Frauen zu einer psychischen Belastung und Verunsicherung. Zudem würde eine Überdiagnostik und –therapie ausgelöst.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 19. Dezember 2006 nach ausführlicher Bewertung des Stellenwertes des HPV-Testes beschlossen, dieses Verfahren nicht in die Früherkennungsuntersuchung zum Zervixkarzinom einzubeziehen. Es kann nur unter bestimmten Voraussetzungen von der AOK übernommen werden. Mehr dazu unter im nächsten Abschnitt.

Seitenanfang

Leistungen der AOK

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs ist die Früherkennung im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen für Frauen ab 20 Jahren. Dabei wird auch ein Abstrich aus dem Gebärmutterhals entnommen und unter anderem daraufhin untersucht, ob die Zellen auffällige Veränderungen aufweisen.

In folgenden Situationen ist die Untersuchung auf HPV eine Leistung der AOK:

  • Bei mäßigen bis starken Veränderungen, die bei einem Abstrich im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchung auffallen.
  • Als Kontrolle bei nachgewiesenen Veränderungen in der Schleimhaut des Gebärmutterhalses.

Seitenanfang

Fazit

Derzeit ist die Methode als Screeningverfahren nicht geeignet. Der HPV-Test kann den Gebärmutterhalsabstrich mit zytologischer Untersuchung (Beurteilung der Zellen) im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung nicht ersetzen.
Der Test ist lediglich bei nachgewiesenen Veränderungen sinnvoll, die bei einem Abstrich auffallen und in diesen Fällen auch eine Leistung der AOK.

Stand August 2011

Seitenanfang

Weiterführende Informationen

Copyright - AOK – Die Gesundheitskasse / wdv OHG: Corporate Publishing