Sauer macht lustig

Bestimmte saure Lebensmittel können die Stimmung heben und die Konzentrationsfähigkeit verbessern. Darüber sind sich Wissenschaftler mittlerweile einig. Verantwortlich sind Inhaltsstoffe der Nahrung, die entweder direkt das Gehirn beeinflussen oder indirekt in den Gehirnstoffwechsel eingreifen und so die Produktion von stimulierenden Substanzen (Neurotransmittern) fördern.

Sauer hebt die Stimmung

Der Föhn, ein warmer Fallwind im bayrischen Voralpenland, ist beispielsweise unter Medizinern als Krankmacher anerkannt. Tausende leiden, wenn Föhn herrscht, unter Kopfschmerzen, sind schlecht gelaunt, reizbar und nervös. In diesem Zustand steigt der Bedarf an dem Neurotransmitter Serotonin, der die Stimmung wieder hebt. Von einem israelischen Föhnforscher stammt der Tipp, bei starkem Föhn einen sauren Hering zu essen, aus dessen Inhaltsstoffen rasch Serotonin aufgebaut werden kann. Ebenso wirkt Süßes auf die Serotoninproduktion. Deswegen löst eine depressive Stimmung bei vielen Menschen einen Drang nach Süßem aus.

Hitliste der sauren Lebensmittel

  • Essiggurken und Mixed Pickles: Die Klassiker der in Essig eingelegten Gemüsesorten stehen auf der Hitliste ganz oben. Die Essigsäure ist für den typischen Geschmack verantwortlich. 
  • Saure Heringe: Ob Bismarckhering oder Rollmops – nach einem feuchtfröhlichen Abend hilft nur ein saurer Hering, sagt der Volksmund. Da übermäßiger Alkoholgenuss mit einem hohen Verlust an wichtigen Mineralstoffen verbunden ist, die im Essig reichlich vorhanden sind, lässt sich diese Weisheit relativ leicht erklären: Ein saurer Hering füllt die körpereigenen Mineralstoffspeicher auf und bringt den Patienten wieder auf Vordermann. Genauso gut hilft übrigens auch viel Mineralwasser auf den Kater zu trinken.
  • Zitronen: Getränke mit frischem Zitronensaft löschen den Durst. Die Zitronensäure macht zudem Speisen leichter verdaulich. Daher werden Salate, Fischgerichte usw. gern mit Zitronensaft zubereitet. 
  • Sauerkraut: Der Milchsäuregärung ist es zu verdanken, dass Sauerkraut leicht verdaulich und bekömmlich ist. Außerdem trägt der niedrige pH-Wert dazu bei, dass der hohe Vitamin-C-Gehalt weitgehend erhalten bleibt. Sauerkraut stellte man ursprünglich her, um Kohl haltbar zu machen. Dort, wo sich die Milchsäurebakterien tummeln, können keine anderen Bakterien Fuß fassen.
  • Rhabarber: Er wird häufig als Obst betrachtet, ist aber ein Gemüse. Rhabarber ist reich an Kalium und Vitamin C, aber roh ausgesprochen sauer durch seinen Oxalsäuregehalt. Daher wird er meist mit Zucker gekocht, um überhaupt genießbar zu sein. 
  • Saure Früchte: Die Fruchtsäuren von Sauerkirschen, Johannisbeeren, Brombeeren und Co. erfrischen und löschen den Durst.
  • Sauermilchprodukte: Sie entstehen durch Gärung unter Beteiligung von Milchsäurebakterien, z. B. Sauermilch, Sauerrahm oder Trinkjogurt.

Wie viel Säure ist gesund?

Prinzipiell ist unser Magen sehr sauer. Eine Reihe von Magenzellen stellen Salzsäure her, die Bakterien und andere unerwünschte Eindringlinge abtöten soll. Die Magenschleimhaut ist für diese körpereigene Säureattacke gewappnet. Da muss es schon eine ziemlich große Säurekonzentration sein, die die Magenwände irritieren könnte. Sehr sensibel reagiert der Magen allerdings auf Stress und andere psychische Belastungen. Dann toleriert er unter Umständen gar nichts mehr und produziert selbst so viel Säure, dass sie uns als Sodbrennen aufstößt. Klar, dass man bei einem solchen Reizmagen vorsichtig mit sauren Lebensmitteln sein sollte.

Letzte Aktualisierung: November 2011

Copyright - AOK – Die Gesundheitskasse / wdv OHG: Corporate Publishing