Kropf
Die unterhalb des Kehlkopfs liegende Schilddrüse produziert das Hormon Thyroxin, das eine lebenswichtige Rolle im Stoffwechsel des Körpers spielt. Zur Herstellung von Thyroxin benötigt die Schilddrüse ausreichend Jod. Die Funktion der Schilddrüse kann auf zwei Arten gestört sein: Sie kann übermäßig arbeiten (Schilddrüsenüberfunktion) oder zu wenig Hormon produzieren (Schilddrüsenunterfunktion). Eine Vergrößerung der Schilddrüse wird als Kropf oder Struma bezeichnet, unabhängig von ihrer Ursache. Sowohl die Über- als auch die Unterfunktion kann zur Kropfbildung führen, ferner jede Geschwulst der Schilddrüse. Schließlich kann sich die Schilddrüse auch bei normaler Funktion als Reaktion auf einen Jodmangel in der Nahrung vergrößern.
Wie äußert sich eine Funktionsstörung?
Die Zunahme des Halsumfangs mit sichtbarer Schwellung ist das äußere Zeichen von Schilddrüsenstörungen. Liegt eine Unterfunktion vor, so fühlt sich der Betroffene matt, müde und antriebslos. Gelegentlich wird die Krankheit daher fälschlich für eine Depression gehalten. Ferner nimmt der Patient an Gewicht zu, friert leicht und leidet unter Verstopfung. Pulsschlag und Blutdruck sinken.
Bei Schilddrüsenüberfunktion tritt das Gegenteil ein: Gewichtsabnahme trotz Heißhunger, vermehrtes Schwitzen, Durchfall, Unruhe und ein Zittern der Hände deuten auf die übermäßige Aktivität der Schilddrüse hin. Der Blutdruck steigt, der Puls schlägt schnell, und die Augen verändern sich: Sie glänzen auffallend und treten hervor. Bei Vergrößerung der Schilddrüse wegen Jodmangel ohne Funktionsstörung fehlen alle diese Anzeichen, nur der Halsumfang wächst.
Wann zum Arzt?
Bemerkt man eine Verdickung der Schilddrüse, sollte man zum Arzt gehen, um den Grund dafür herauszufinden. Einige Knoten der Schilddrüse können durch unkontrollierte Hormonproduktion oder durch bösartiges Wachstum sehr gefährlich werden, sodass eine möglichst frühe Diagnose wichtig ist. Die vermehrte Zufuhr von Jod, z. B. durch jodiertes Speisesalz, reicht als Behandlung bei Unterfunktion nicht aus.
Der Arzt klärt die Ursachen der Drüsenvergrößerung ab, indem die Blutspiegel von Thyroxin bestimmt und die Schilddrüse mittels Ultraschall untersucht wird. Je nach Ergebnis muss die Schilddrüse dann medikamentös gebremst oder bestrahlt werden. Oder es wird ein zusätzliches Schilddrüsenhormon verschrieben. Gefährliche Knoten werden operativ entfernt.
Jodiertes Speisesalz beugt vor
Die Jodversorgung hat sich in den letzten Jahren in Deutschland zwar schon verbessert, sie ist aber immer noch nicht optimal. Durch die Kombination von vier Maßnahmen lässt sich die Jodversorgung deutlich verbessern:
- Ausgewogene Ernährung mit ein bis zwei Seefischmahlzeiten pro Woche und täglichem Konsum von Milch und Milchprodukten
- Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt, in Kantinen und Restaurants
- Verwendung von Produkten, die mit Jodsalz hergestellt wurden wie Brot, Wurst, Käse und Fertigprodukte
- Bei höherem Bedarf in Schwangerschaft, Stillzeit und Pubertät nach Rücksprache mit dem Arzt gezielter Einsatz von Jodtabletten.
Letzte Änderung: November 2011

