Honig
Manche Bienen erliegen dem verführerischen süßen Nektar, den die Pflanzen in ihren Blüten absondern. Andere wiederum sammeln auf Blättern Honigtau, die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen. Ob sie nun Nektar oder Honigtau sammeln und zu Honig umwandeln – Bienen bleiben meist der einmal gewählten Sorte treu. Auf diese Weise entstehen die so genannten Sortenhonige.
Blütenhonigsorten sind z. B. Linden-, Akazien-, Klee- oder Rapshonig. Zu den Honigtausorten zählen Fichten- oder Tannenhonig. Wird ein Honig als Sortenhonig deklariert, muss er laut Gesetz zu mehr als der Hälfte aus dem Besuch einer bestimmten Pflanzenart entstanden sein.
Daneben gibt es Mischhonige, die als Bienen- oder Imkerhonig verkauft werden. Hier haben die Bienen von verschiedenen Pflanzenarten Nektar bzw. Honigtau aufgenommen, oder der Honighersteller hat sie entsprechend zusammengestellt. Sortenhonige weisen einen charakteristischen Duft und Geschmack auf. Ihre Farbskala kann von Weiß über unterschiedliche Gelb- und Rottöne bis hin zu intensivstem Braun reichen. Dabei sind Blütenhonige eher hell, mild und aromatisch, Honigtauhonige eher dunkel, würzig und harzig.
Als Faustregel gilt: Je blasser der Honig, desto milder sein Geschmack.
Mehr als nur ein Göttertrank
Im germanischen Mythos war Met der Trank der Götter und Helden in Walhall. Heute ist das alkoholische Getränk, dessen Hauptbestandteil Honig ist, vor allem auf Weihnachtsmärkten heiß begehrt. Aber auch aus Küche und Backstube ist der Honig nicht mehr wegzudenken. Nach und nach hat er sich in der Welt der Genüsse einen festen Raum erobert, vom einfachen Tee mit Honig über Honigbrot bis hin zu einer unübersehbaren Vielfalt an buchstäblich honigsüßen Backwaren und Süßigkeiten. Der aromatische Honig dient aber auch der Verfeinerung von Salatdressings oder süß-sauren Saucen und wird z. B. in der asiatischen Küche gern Geflügel-Gerichten zugesetzt.
In der Naturheilkunde genießt Honig den Ruf, antiseptische Eigenschaften zu haben und Schwellungen zu lindern. Auch gilt er, wie Zucker, als leichtes Beruhigungsmittel. So soll nach Großmutters Hausrezepten heiße Milch mit Honig den Schlaf fördern und Tee mit Honig bei Erkältungen schleimlösend wirken.
Honig unter der Lupe
Seit das Ernährungsbewusstsein der Verbraucher erwacht ist, erhalten mit Honig gesüßte Lebensmittel von der Werbung den Stempel gesund. Was ist daran aber wirklich dran?
Honig besteht zu etwa 20 Prozent aus Wasser und liefert daher etwas weniger Energie als Zucker, nämlich rund 300 Kilokalorien pro 100 Gramm. Die gleiche Menge Zucker schlägt mit rund 400 Kalorien auf die Waage. Außerdem enthält er in Spuren Vitamin C und B-Vitamine, Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium sowie die Spurenelemente wie Mangan, Kupfer, Eisen und Kobalt und zudem Enzyme, Aroma- und Farbstoffe und Flavonoide. Deswegen wird er in der Vollwertküche gern dem Haushaltszucker vorgezogen.
Trotzdem darf man sich nicht täuschen lassen: Auch beim Honig besteht der Hauptanteil – rund 80 Prozent – aus verschiedenen Zuckerarten, allen voran Trauben- und Fruchtzucker. Diese Zuckerarten werden vom menschlichen Organismus rasch absorbiert und sind daher schnelle Energiespender. Doch sie haben auch ihre Schattenseiten: Honig greift ebenso wie der kristallweiße Haushaltszucker die Zähne an. Auch die winzigen Nährstoffmengen, das Hauptargument der Honigfreunde, machen den Honig als Süßungsmittel entgegen weit verbreiteter Meinung nicht empfehlenswerter als Zucker. Maß halten lautet daher auch hier die Devise.
Tipps für Lagerung und Küche
An seinen Aufbewahrungsort stellt der Honig gewisse Ansprüche: Kühl, trocken, geruchsneutral und dunkel soll er sein. Manchmal kristallisiert Honig, was aber seine Qualität nicht beeinträchtigt. Er kann rasch wieder verflüssigt werden, indem man das Gefäß einige Minuten in warmes Wasser (nicht über 40°C) stellt.
Ebenso harmlos sind Honigblüten – hellere Flecken auf der Oberfläche von fest gewordenem Honig die durch Lufteinlagerung zwischen den Honigkristallen entstehen.
Wer mit Honig backen oder einen Pudding kochen möchte, muss den Wassergehalt einkalkulieren und die zugegebene Flüssigkeit um ca. 20 Prozent reduzieren. Außerdem sollte die etwas höhere Süßkraft des Honigs im Vergleich zum Zucker beachtet werden.
Letzte Änderung: Oktober 2011

