Erdbeeren
Fast ganzjährig sind die Früchte im Handel erhältlich. Im April geht es mit südeuropäischer Ware los. Erdbeeren sind zum Leidwesen der Erzeuger leicht verderblich und im reifen Zustand nur für einen kurzen Transport geeignet.
Eingemachte Früchte verlieren an Farbe, Geschmack und Konsistenz. Meist kann man die Pracht nicht über den Juli hinaus retten. Also heißt die Devise: In der Saison zugreifen und genießen oder Marmelade draus kochen.
Daten und Fakten zur Erdbeere
Die ersten Funde der Erdbeere stammen bereits aus der Steinzeit. In der Antike schrieben Vergil, Ovid und Plinius über die Königin des Beerenobstes – die Walderdbeere. Fragia vesca, wie die Walderdbeere korrekt bezeichnet wird, ist bei uns heimisch. Sie wurde seit jeher wild gesammelt und von Engländern und Franzosen bereits im 16./17. Jahrhundert auch in Gärten kultiviert. In dieser Zeit wurden auch zwei amerikanische Arten, die Virginische Erdbeere und die Chile-Erdbeere, von französischen Seefahrern aus Kanada importiert und bei uns eingeführt.
Obwohl die Erdbeer-Arten über unterschiedliche Chromosomenzahlen verfügen, lassen sie sich problemlos kreuzen. Über die Jahre wurden immer größere Früchte gezüchtet. Inzwischen gibt es Hunderte verschiedener Sorten, die sich in Konsistenz, Farbe, Größe und Geschmack unterscheiden. Bei der in Holland gezüchteten Ananaserdbeere ist das Geschmacksergebnis köstlich. Das Gleiche trifft auf die Moschus-, Zimt- oder Muskatellererdbeere aus dem nördlichen Europa zu.
Neuere Züchtungen bringen mittlerweile zwar Riesenfrüchte zu Tage. Allerdings leidet bei ihnen der Geschmack. In Bezug auf das Aroma ist die wilde Frucht, so klein wie sie auch sein mag, nach wie vor unschlagbar. Der prozentuale Anteil der Inhaltsstoffe zeigt, dass dies sich auch in Zahlen belegen lässt:
Zucht-Erdbeere
Wasser: 89,5 g; Zucker: 5,5 g; Ballaststoffe: 1,6 g
Walderdbeere
Wasser: 84,5 g; Zucker: 6,6 g; Ballaststoffe: 4,5 g
Allzweckwaffe Erdbeere?
Erdbeeren und das Kraut der Pflanze werden seit jeher in der Medizin eingesetzt. So ist in einer Handschrift, dem Kräuterbuch von Jacobus Theodorus Tabernaemontanus anno 1625 Folgendes zu lesen: "Die Erdbeern seyn ein schöne/lustige und liebliche/anmütige Frucht/dieselbigen gessen/leschen den Durst/bekommen wol dem hitzigen und cholerischen Magen/sind auch denen gut/die zu viel hitzige Nieren haben." Und dies sind nur einige der zahlreichen Wirkungen, die der Beere zugesprochen werden.
Was aber sagt die moderne Medizin? Erdbeeren sind reich an Vitaminen, vor allem an Vitamin C. Dazu enthalten sie Kalium, viel Folate und Eisen. Allerdings gehören sie auch zu den Früchten, die häufig Nahrungsmittelallergien hervorrufen..
Ein Tee aus den Blättern hilft gegen Durchfall und Nachtschweiß und wirkt harntreibend. Für die Tee-Zubereitung nimmt man für eine Tasse 2 TL zerkleinerte Blätter. Mit kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen, abseihen und warm trinken.
Letzte Änderung: Oktober 2011

