Einkaufsfallen

Ärgern Sie sich auch, wenn Sie nach dem Einkaufen zu Hause das ein oder andere Lebensmittel aus der Einkaufstasche ziehen, was Sie ursprünglich gar nicht vorhatten zu kaufen? Täglich tüfteln Psychologen und Marketingexperten daran, wie sie den Kunden zum Kauf animieren können. Dem sind Sie aber nicht hilflos ausgeliefert. Wir verraten Ihnen die Tricks der Strategen und wie Sie ihnen widerstehen können.

Die Licht-Falle

Mit dem richtigen Licht und durch den Einsatz von Spiegeln sehen Obst, Gemüse, Käse und Fleisch noch einmal so appetitlich aus. Achten Sie einmal darauf, wenn Sie vor der Fleischtheke stehen und ein leckeres Rumpsteak lacht Sie an.

Die richtige Temperatur

Bei 19 °C fühlt sich der Kunde laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen am wohlsten. Deshalb ist das oft die Standardtemperatur im Supermarkt.

Die Supermarkt-Safari

Grundnahrungsmittel sind oft so platziert, dass der Kunde durch das ganze Geschäft läuft, um sie zu finden. Oder das Sortiment wird ständig umgeräumt und man muss immer wieder nach den Lebensmitteln suchen. Der Weg zu Milch und Mehl führt dann allzu oft an süßen Versuchungen wie Schokolade vorbei.

Musik drosselt das Einkaufstempo

Wundern Sie sich nicht über die Dauerberieselung mit langsamen Schlagern. Dr. Ronald E. Miliman von der Loyola Universität in New Orleans konnte bei einem Versuch in einem amerikanischen Supermarkt feststellen, dass die Musikgeschwindigkeit die Gehgeschwindigkeit beeinflusst und damit die Verweildauer. Bei ruhiger Musik blieben die Kunden länger im Geschäft. Je länger die Kunden blieben, desto mehr landete im Einkaufskorb.

Die Pseudo-Aktion

Berge von einem bestimmten Lebensmittel vermitteln Aktionscharakter. Hier wird suggeriert, es gäbe etwas Besonderes. Das verleitet zuzugreifen, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Duftmarketing

Aus der Fischtheke strömt ein Zitronenduft, in der Süßwarenabteilung riecht es nach Kakao. Durch die Gerüche fühlt sich der Kunde wohl und greift leichter nach der Ware. Anja Stöhr von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden hat zu diesem Thema promoviert und konnte nachweisen, dass die guten Gerüche den Umsatz um 5–6 % steigern können.
Die Tricks der Fachleute sind clever durchdacht. Sie können ihnen aber mit ein paar ganz einfachen Tricks ein Schnippchen schlagen:

  • Nicht hungrig einkaufen: Ein hungriger Magen sucht nach potentiellen Hungerstillern – vor allem fetthaltigen Snacks. Daher ist es ratsam, den Supermarkt in gesättigtem Zustand zu betreten. 
  • Einkaufszettel schreiben: Von allen Seiten locken Leckereien. Schaut ein Käufer ohne festes Ziel in die Regale, packt er das ein oder andere Überflüssige in den Wagen und zuhause stapeln sich die Kalorienbomben. Hier schafft der gute alte Einkaufszettel Abhilfe. Schreiben Sie vor Ihrem Einkauf genau auf, was Sie brauchen. Und dann heißt es, konsequent sein. Stöbern Sie vorher in Prospekten nach Sonderangeboten. Dann sind Sie über mögliche Schnäppchen informiert und können sich überlegen, ob Sie diese wirklich brauchen. Wird der Kunde ohne Vorwarnung mit vielen, günstigen Angeboten konfrontiert, greift er allzu oft zu, weil es angeblich doch so günstig ist. 
  • Süßwaren im Kassenbereich: Die Schlange vor der Kasse ist oft lang. Fast automatisch fällt der Blick auf die Süßwarenregale. Da werden nicht nur Kinder schwach. Wenn Sie jetzt zugreifen möchten, dann sagen Sie sich: Stopp, nicht mit mir. 
  • Quengelnde Kinder können Sie beruhigen, indem Sie sie über die Strategie aufklären. Erzählen Sie ihnen von Forschern, die sich den ganzen Tag damit beschäftigen, Tricks zu erfinden, um Leute zum Kaufen zu verleiten. Betonen Sie, dass diese Leute ganz genau wissen, wie Kinder betteln. Und dass sie sich am Ende darüber freuen, weil sie ein Geschäft mit quengelnden Kindern gemacht haben. Die meisten Kinder sind dann ruhig, weil sie sich nicht manipulieren lassen wollen. Am besten ist, Sie versuchen konsequent zu sein. Wenn das Kind ab und zu etwas aus dem Kassenbereich haben darf, dann beginnt beim nächsten Mal der Kampf erneut. Ist grundsätzlich geklärt, dass Süßigkeiten aus dem Kassenbereich nicht in Frage kommen, dann kann sich das Kind auf diese Regel einstellen.

Linktipps

In einem Unterrichtsprojekt haben Schüler die Einkaufsfallen in Supermärkten unter die Lupe genommen.

Letzte Änderung: Oktober 2011

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