Appetitzügler
Appetitzügler (Sympathomimetika) wirken hemmend auf das Hungerzentrum im Zwischenhirn und mindern den Appetit. Sie aktivieren einen Teil des unwillkürlichen Nervensystems, versetzen in euphorische Stimmung und steigern den Energieverbrauch im Körper. Da die Einnahme von Appetitzüglern mit Wirkung auf das Gehirn und die Stimmung einen gravierenden Eingriff in den Körper darstellt, sind sie rezeptpflichtig und dürfen nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden. Bei rezeptfreien Appetitzüglern ist eine tatsächliche Wirkung wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Das sollte man beachten
Wie jedes Medikament haben auch Appetitzügler Nebenwirkungen. Wegen ihrer aufputschenden Wirkung werden sie sogar häufig missbraucht. In den letzten Jahren hat ihr Konsum als Begleiterscheinung der Technowelle zugenommen. In Europa und den USA wird die Zahl der Appetitzügler-Konsumenten auf 50 Millionen geschätzt. Unruhe, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzrasen, Veränderungen der Psyche, Impotenz, Schwitzen und Hautausschläge sind nur einige der möglichen Folgen. Insbesondere Menschen mit Nerven- oder Stoffwechselerkrankungen und solche mit Bluthochdruck oder erhöhtem Augeninnendruck sollten auf Sympathomimetika unbedingt verzichten.
Sind Appetitzügler sinnvoll?
Appetit zügelnde Medikamente können nur wirken, wenn gleichzeitig die Ernährung umgestellt wird. Wer zu diesen Mitteln greift, muss vor und während der Behandlung vom Arzt untersucht werden. Appetitzügler sind verschreibungspflichtig. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Auch sollte die Anwendung von Sympathomimetika auf vier Wochen beschränkt bleiben. Sie dienen nur der kurzfristigen, unterstützenden Behandlung bei massivem Übergewichts. Appetitzügler verlieren zudem rasch an Wirksamkeit und sind allein aus diesem Gesichtspunkt kein Mittel, um auf Dauer das Gewicht zu regulieren. Zudem besteht je nach Funktionsweise des Präparates das Risiko einer Unterversorgung mit einzelnen Nährstoffen.
Schlank übers Internet?
Man kann sich viele Medikamente, auch Appetitzügler, aus dem Ausland per Internet zusenden lassen. Die USA und Japan erlauben beispielsweise Verbrauchern, rezeptpflichtige Medikamente legal zu importieren, vorausgesetzt, sie sind für den persönlichen Gebrauch und nicht den Weiterverkauf bestimmt. Das funktioniert ohne ärztliche Beratung und ohne Verordnung. Daher ist es mit großen Risiken verbunden. Appetitzügler bergen das Risiko gravierender Nebenwirkungen sowie einer Abhängigkeit bei Dauergebrauch. Sie sollten ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.
Infos aus dem Internet
Weitere Infos zum Thema Appetitzügler gibt es von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.
Lesen Sie auch unseren Artikel zu Abnehmhilfen.
Letzte Änderung: Oktober 2011

