Aphrodisiaka
Aphrodites Sohn Eros stand Pate für alles Erotische. Den Namen der Göttin selbst tragen heute viele Lebensmittel, denen eine luststeigernde Wirkung nachgesagt wird.
Liebesgaben aus der Natur
Der Granatapfel galt schon in der Antike als Zeichen der Fruchtbarkeit. Die Feige soll die Lüste ebenso wecken wie der Sellerie, der zu den bekanntesten Lustspendern auf dem Teller zählt. Kakao und Vanille wird eine entspannende und Glücksgefühle hervorrufende Wirkung zugeschrieben. Auch Artischocken und Fenchel haben es buchstäblich in sich. Und Kaviar, Jakobsmuscheln oder Austern gelten als Aphrodisiaka der Haute Cuisine schlechthin. Ingwer, Paprika oder Pfeffer sind in jeder Hinsicht die Scharfmacher unter den Gewürzen – ihre Wirkstoffe sollen die Blutfüllung der Sexualorgane verstärken. Die Muskatnuss enthält einen Rausch erzeugenden Wirkstoff, der aber in nur geringen Mengen harmlos ist. Zwiebeln und Knoblauch schließlich gelten als altbewährte Kräftigungsmittel, die man jedoch nur zu zweit genießen sollte. Sonst kann es passieren, dass man ganz schnell allein ist.
Doch sinnliches Essen allein reicht nicht zum erotischen Glück. Auch das Ambiente will inszeniert sein. Ein aphrodisisches Mahl, bei dem berufliche Probleme erörtert werden, turnt ebenso ab wie ein lieblos gedeckter Tisch. Sanfte Musik, Blumen und Kerzenlicht lassen dagegen die Herzen höher schlagen. Und noch ein Tipp für alle, die auf Eros Pfaden wandern: Alkohol wirkt nur in Maßen stimulierend. In größeren Mengen macht er der Libido ebenso den Garaus wie Kaffee oder Nikotin.
Hokuspokus oder Erotik à la carte?
Aus wissenschaftlicher Sicht sind Aphrodisiaka keine Wundermittel und können die Potenz nicht erhöhen. Aber viele von ihnen steigern nachweislich ein wenig die Empfindsamkeit, entspannen die Gefäße, regen den Kreislauf und die Durchblutung an und fördern damit auch die Lust. Während manche Mittelchen schlicht aufgrund ihrer Form in den verheißungsvollen Ruf kamen, wie z. B. der Spargel oder die Avocado, die in ihrer tropischen Heimat übersetzt Hodensack genannt wird, lässt sich für andere Lustmacher inzwischen möglicherweise eine biochemische Erklärung finden. So enthält Schokolade Phenylethylamin. Der hirneigene Botenstoff steht im Verdacht, die Verliebtheit so richtig anzustacheln. Sellerie und Trüffel enthalten viel Androstenol, einen Bestandteil des Männerschweißes, den Frauen angeblich sehr zu schätzen wissen. Austern schließlich sollen durch ihren hohen Zinkgehalt den Nachrichtenfluss zwischen den erotischen Zentren des Gehirns beschleunigen
Die schwarzen Schafe aus Aphrodites Herde
Kochbücher und Internet-Sites liefern Erotik-Rezepte en masse. Doch während der Genuss von Sellerie, Feigen etc. harmlos ist, boomt auch der Verkauf fragwürdiger Mittelchen zum Zweck. Oft sind dubiose Mixturen aus Vitaminen, Mineralstoffen und Koffein darunter, die getreu dem Motto irgendetwas wird schon helfen zusammengemischt werden.
Zu den Aphrodisiaka zählen aber leider auch sehr gefährliche Substanzen. Das Harz der Cannabispflanze oder die Alkaloide von Tollkirsche oder Stechapfel beispielsweise wirken zwar stimulierend, sind aber höchst gefährlich und können im Exzess sogar tödlich sein.
Gewarnt sei auch vor Potenzmitteln, die so genanntes Yohimbin, ein Alkaloid bestimmter brasilianischer Bäume, enthalten und extreme Nebenwirkungen wie Herzrasen und Blutdrucksenkung auslösen können. Und nicht zuletzt müssen immer noch bedrohte Tierarten ihr Leben lassen, da vor allem in asiatischen Ländern Männer weiterhin auf die Wirkung von Nashornpulver & Co. schwören.
Letzte Änderung: Oktober 2011

