Brustkrebs

Die Behandlung
Der wichtigste Baustein der Brustkrebsbehandlung ist nach wie vor die Operation. Bedeutete dies früher praktisch immer die Entfernung der betroffenen Brust (Mastektomie), so besteht mittlerweile bei Frauen mit kleinem Tumor meist die Möglichkeit, brusterhaltend zu operieren. Ziel von Curaplan Brustkrebs ist es, allen Frauen, die für diese Vorgehensweise in Frage kommen, die Wahlmöglichkeit zwischen beiden Verfahren zu geben.
Bei der brusterhaltenden Therapie wird der Tumor mit einem großzügigen Randsaum zum gesunden Gewebe entfernt. An diese Form der Operation schließt sich in jedem Falle eine Strahlentherapie der erkrankten Brust an, um die Gefahr einer Neubildung von Geschwülsten am ursprünglichen Entstehungsort (Lokalrezidiv) zu senken. Bei der Radikaloperation (Mastektomie) ist dagegen eine Nachbestrahlung nur in seltenen Fällen erforderlich. Um betroffene Frauen in dieser Situation besonders zu unterstützen, hat die AOK eine Entscheidungshilfe entwickelt. Nähere Informationen dazu gibt es unter http://www.aok.de/entscheidungshilfen. Bei etwa jeder dritten Frau kommt allerdings aufgrund der Größe des Tumors oder anderer Gegebenheiten nur eine Radikaloperation (Mastektomie) in Frage.
Das wichtigste Kriterium, um den weiteren Verlauf der Tumorerkrankung zu beurteilen, ist die Bildung von Metastasen in den Achsel-Lymphknoten. Deshalb werden bei der Entfernung des Tumors immer auch die nächstgelegenen (Wächter-)Lymphknoten der Achselhöhle mit entfernt. Sie werden untersucht, um festzustellen, ob der Tumor bereits in die Lymphknoten gestreut hat. Neben dieser Untersuchung sind weitere Kennwerte wichtig für die Planung der Folgebehandlung:
- der Tumortyp
- die Tumorgröße
- die Wachstumsgeschwindigkeit der Tumorzellen (Grading)
- die Hormonabhängigkeit (zeigt das Ansprechen auf eine Hormontherapie an)
- der HER2-neu-Status (zeigt das Ansprechen auf eine Behandlung mit Antikörpern an)
- der Nachweis von Fernmetastasen.
Viele Frauen können nach der Diagnose Brustkrebs von der so genannten adjuvanten Chemotherapie und/oder der Hormontherapie profitieren. Unter einer adjuvanten Therapie versteht man weitere unterstützende Behandlungsschritte. Ziel ist es, noch vorhandene Krebszellen abzutöten, die durch die vorausgegangene Behandlung möglicherweise nicht erreicht werden konnten.
Im Rahmen von AOK-Curaplan wird die Patientin auch über die vielfältigen Möglichkeiten des Brustwiederaufbaus informiert, damit sie gemeinsam mit dem behandelnden Arzt eine individuell richtige Entscheidung treffen kann.
Um den Verlauf der Erkrankung langfristig positiv zu beeinflussen, sind folgende Punkte wichtig:
- Die frühzeitige Diagnose zu einem Zeitpunkt, an dem der Tumor noch nicht gestreut hat.
- Die vollständige Entfernung des bösartigen Tumors mit einem Saum von gesundem Gewebe, um die Neuentstehung von Geschwülsten an gleicher Stelle zu verhindern. Denn von einem solchen Lokalrezidiv könnte eine weitere Ausbreitung von Tumorzellen erfolgen.
- Die Behandlung von kleinsten Tochtergeschwülsten (Mikrometastasen) durch eine begleitende Strahlen-, Chemo- und/oder Hormontherapie.
Hat der Tumor Metastasen gebildet, die nicht vollständig entfernt werden können, gewinnt die so genannte palliative Therapie zur Verbesserung der Lebensqualität eine besondere Bedeutung. Ihr Ziel ist es, die körperliche Leistungsfähigkeit so lange wie möglich zu erhalten und tumorbedingte Beschwerden und Schmerzen zu lindern bzw. deren Auftreten zu verhindern.
Die Diagnose Brustkrebs stellt für die Betroffenen neben der körperlichen immer auch eine große seelische Herausforderung dar. AOK-Curaplan umfasst deshalb auch die erforderliche psychosoziale Betreuung und Begleitung.
