Schröpfen

Was versteht man darunter? 
Beim Schröpfen handelt es sich um eine sehr alte Therapietechnik, die bereits vor vielen Jahrhunderten zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt wurde. Beim Schröpfen werden kleine Gefäße, bei denen ein Unterdruck erzeugt wurde, auf die Haut aufgesetzt; dadurch wird die Durchblutung der betreffenden Region angeregt. Man unterscheidet das „unblutige“ oder „trockene Schröpfen“ (bei dem lediglich durch diese vermehrte Durchblutung eine therapeutische Wirkung erzielt wird) und das „blutige Schröpfen“ (bei dem zuvor ein Hautschnitt an der betreffenden Hautstelle erfolgt, und es somit zu einem Ablassen von Blut kommt).

Wie wirkt die Therapie?
Das Schröpfen, wie auch andere „ausleitende“ Verfahren beruhen auf der „Humorallehre“ oder „Humoralpathologie“. Damit bezeichnet man die Vorstellung, dass Krankheiten durch ein Ungleichgewicht an Körpersäften entstehen. Bei diesem Krankheitskonzept, das auf Hippokrates zurückgeht, wird davon ausgegangen, dass der Gesundheitszustand einer Person von dem Gleichgewicht ihrer vier Körpersäfte (Blut, Schleim, schwarze Galle, weiße Galle) abhängt. Befinden sich die Körpersäfte (die auch bestimmten Elementen und Eigenschaften zugeordnet werden) im Gleichgewicht, ist der Mensch gesund, bei einem Ungleichgewicht entsteht Krankheit. Dieses Konzept ist mit dem modernen westlichen Menschen- und Medizinverständnis nicht vereinbar.

Darüberhinaus gehen Vertreter des therapeutischen Schröpfens davon aus, dass bestimmte Hautregionen tieferliegenden Körperregionen und inneren Organen zugeordnet sind. Somit soll eine therapeutische Wirkung durch die bessere Durchblutung der entsprechenden Hautpartie auch auf innere Organe erfolgen. Auch dieses Konzept hat sich bisher nach westlichem Verständnis nicht wissenschaftlich nachweisen lassen. Zum Teil wird Schröpfen auch auf der Basis der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) angewendet, wobei dann bestimmte, auf den Meridianen liegende Punkte geschröpft werden.

Schröpfen wird in Deutschland häufig von Heilpraktikern angewendet, behandelte Krankheiten sind u. a. Schmerzen, Verspannungen und rheumatischen Beschwerden.

Rezepte zum Selbermachen
Schröpfen ist keine Therapieform, die sich für eine Selbstbehandlung eignet.

Was bezahlt die AOK?
Die AOK übernimmt die Kosten für Schröpfen nicht, da es keinen ausreichenden wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit gibt.

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