Allergielexikon
Allergie-Typen
Wissenschaftliche Einteilung der allergischen Reaktionen nach verschiedenen Mechanismen:
- Typ I (Soforttyp-Reaktion)
Bei diesem Reaktionstyp treten die Symptome innerhalb kürzester Zeit auf. Die Immunreaktion findet durch eine Antigen-Antikörper-Reaktion statt.
Die körperfremden Substanzen werden vom Immunsystem identifiziert. Es werden Antikörper (IgE) gebildet, die diese Substanzen abwehren sollen. Die Antikörper besitzen eine individuelle Struktur. Beim erneuten Kontakt mit den körperfremden Substanzen werden diese an die Antikörper gebunden, wodurch die allergische Reaktionen in Gang gesetzt wird.
Typische Allergenquellen sind Tierhaare, Pollen, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel und Insektengift. - Typ II (Zytotoxische Reaktion)
Bei dieser zellschädigenden Allergieform reagieren IgG- und IgM-Antikörper, die sich an Antigene binden, die auf den Oberflächen körpereigener Zellen sitzen. Klinische Beispiele sind allergische Reaktionen auf Medikamente, die meist zeitverzögert auftreten (einige Stunden). - Typ III (Immunkomplex-Reaktion)
Diese entzündliche Reaktion beruht auf der Bildung von Immunkomplexen (Allergen + Antikörper), die durch Anlagerung an Gefäße oder Gewebe einen Entzündungsprozess hervorrufen. Die Symptome der Erkrankung treten erst nach einigen Stunden bis Tagen auf. Diese Entzündungsprozesse äußern sich unter anderem als Nephritis (Entzündung der Nieren) oder Alveolitis (Entzündung der Lungenblä-schen und des Lungengewebes). - Typ IV (Spättyp-Reaktion)
Verzögerter Reaktionstyp, der durch T-Lymphozyten vermittelt wird. Auslöser sind häufig Metallionen oder niedermolekulare Substanzen. Eine typische Erkrankung ist das allergische Kontaktekzem. Die Beschwerden treten meist 12 - 72 Stunden nach dem Kontakt auf.

