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Bauchspeicheldrüsenentzündung, chronische; Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Pancreatitis chronica, chronische Pankreatitis.

Definition

Die Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ist eine durchaus bedrohliche Erkrankung, die je nach Schweregrad in etwa 1 - 15% der Fälle einen tödlichen Verlauf hat. Die Bauchspeicheldrüse liegt im Oberbauch an der hinteren Bauchwand und produziert Verdauungssäfte und Hormone, vor allem das lebenswichtige Insulin. Die häufigsten Ursachen für eine Entzündung sind die Alkoholkrankheit und Gallensteine. Man unterscheidet die akute und die chronische Pankreatitis.

Ursachen

Zu 80% ist der Alkoholmissbrauch Ursache der chronischen Entzündung. In 15% der Fälle läßt sich keine Ursache finden, so daß man von einer idiopathischen chronischen Pankreatitis spricht. In 5% der Fälle können Medikamente, Hyperparathyreoidismus (erhöhte Aktivität der Nebenschilddrüsen) und Hyperlipidämie (erhöhte Blutfettwerte) ursächlich sein.

Symptome

Leitsymptom ist ein heftiger, häufig nahrungsabhängiger Schmerz im Bauchraum, der gürtelförmig in den Rücken und die Schultern ausstrahlt und tagelang anhalten kann. Hinzutreten können Übelkeit und Erbrechen. Weitere mögliche Symptome sind Durchfall und Gewichtsabnahme. Einen wichtigen Hinweis kann auch das Auftreten von Diabetes (Zuckerkrankheit) liefern. Linderung verspüren die Patienten mit angezogenen Knien im Sitzen oder Liegen. Gelegentlich, insbesondere in Spätstadien, kann der Schmerz fehlen. Typischerweise beginnt eine erste Schmerzattacke in einem Alter von 30 - 40 Jahren, nachdem - oft bei chronischem Alkoholmissbrauch - ein Alkoholexzess vorausgegangen ist. Bei fortgesetztem Alkoholabusus (Missbrauch) folgt in der Regel innerhalb von 1 - 2 Jahren ein erneuter Schub, bis sich nahezu kontinuierliche Schmerzzustände einstellen.

Diagnostik

Der akute Schub einer chronischen Pankreatitis ist oft nicht von einer akuten Pankreatitis zu unterscheiden. Im Organ selbst und im angrenzenden Gewebe kommt es zu ausgedehnten Verkalkungen, die auf Röntgenbildern gesehen werden können. Die endoskopisch retrograde Cholangio- Pankreatikographie, kurz ERCP, zeigt im Gangsystem unter Umständen Unregelmäßigkeiten, Pankreassteine und Sekretstau. Die fortgeschrittene Organzerstörung führt zu Verdauungsstörungen - der Arzt spricht dann hier von einer exokrinen Insuffizienz - und Zuckerkrankheit, also von einer endokrinen Insuffizienz, die er durch laborchemische Untersuchungen feststellen kann. Die Restsekretionsleistung des exokrinen Pankreas (also die Absonderung des Bauchspeicheldrüsensekrets) kann durch unterschiedliche Verfahren bestimmt werden. Der direkte Nachweis beruht auf der Stimulierung der Pankreassaftausscheidung durch bestimmte Medikamente und die Überwachung der ausgeschiedenen Enzyme mittels eines in den Dünndarm vorgeschobenen Schlauches. Zur weiteren Diagnostik können Verfahren wie Sonographie, CT (Computertomographie) und MRT (Magnetresonanztomographie) eingesetzt werden.

Auswirkungen

Das Leiden ist meistens fortschreitend und führt auch mit Behandlung und trotz Beheben von Komplikationen zur globalen Pankreasinsuffizienz, also zum Versagen der Bauchspeicheldrüse. Das untergegangene Gewebe bildet falsche Zysten, die sich entzünden oder einbluten können. Diese Komplikation ist dann lebensgefährlich. Alkoholabstinenz ist jedoch auch im fortgeschrittenen Stadium sinnvoll. Im Endstadium der schweren Pankreasinsuffizienz ("ausgebranntes" Pankreas) findet bei über 50% der Patienten ein spontanes Verschwinden der Schmerzen statt.

Therapie

Einziger kausaler Ansatz ist absolute Alkoholabstinenz. Dadurch lassen sich sowohl der Schweregrad als auch die Häufigkeit der Attacken bei den meisten Patienten reduzieren. Zur symptomatischen Therapie zählen die Behandlung der Schmerzen, der exokrinen Insuffizienz mit so genannten Pankreasextrakten, Diät und Vitamingabe, die Therapie der endokrinen Insuffizienz mit Insulin sowie die Behandlung der Komplikationen. Verengungen können endoskopisch und chirurgisch angegangen werden. Sollten Pankreasgangsteine für eine Obstruktion verantwortlich sein, können sie mit der ESWL (Extra Korporale Stosswellenlithotropsie) behandelt werden, einer Methode die sich der Zerstörung der Steine mittels Ultraschall bedient.

Prophylaxe

Wichtige Maßnahmen sind, falls nötig, die Sanierung der Gallenwege, ferner die strikte Einhaltung der Alkoholabstinenz und die Behandlung von Stoffwechselstörungen (Hyperlipidämie, eine Fettstoffwechselerkrankung mit erhöhtem Gehalt des Blutes an Fetten, oder Hyperparathyreoidismus, eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen), falls vorhanden. Außerdem sollten pankreasschädigende Medikamente weggelassen werden.

Bemerkungen

Informationen zu Selbsthilfegruppen finden Sie unter: http://www.dccv.de. Die URL des Europ. Pankreaszentrums ist zu finden unter: http://www.pankreasinfo.com/de/chronische.html. Literatur: Duale Reihe – Innere Medizin, 2. Auflage, Thieme Verlag, 2009; Innere Medizin, Herold, 2009; Chirurgie, 6. Auflage, Elsevier Verlag 2008. ab;ml; aktualisiert: 11/2009

Regionen

  • Endokrine Organe / Hormone / Stoffwechsel
  • Verdauungsorgane

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