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Grauer Star, Katarakt, Trübung der Augenlinse.
Definition
Die Katarakt (griech.: cataracta = herabstürzend) ist eine Trübung der Augenlinse, unabhängig von der Ursache. Sie wird im Volksmund auch als grauer Star bezeichnet. Dieser Name wurde der Erkrankung aufgrund der Tatsache gegeben, dass man früher glaubte, die grau schimmernde Verfärbung der Augenlinse sei geronnenes Wasser. Die unterschiedlichen Formen können, je nach Lokalisation der Linsentrübung, Alter des Patienten beim Auftreten der Trübung, Trübungsgrad, Grunderkrankung und Umständen, unter denen die Linsentrübung entstanden ist, eingeordnet werden.
Ursachen
Eine Linsentrübung kann aufgrund vieler unterschiedlicher Faktoren entstehen. Der häufig auftretende sogenannte Altersstar, auch als Cataracta senilis bezeichnet, hat eine altersbedingte Störung des Linsenstoffwechsels als Ursache. Des Weiteren kann sich der sogenannte Kortisonstar nach einer Kortisoneinnahme von etwa einem Jahr entwickeln, der sich allerdings nach der Beendigung der Therapie wieder zurückentwickelt. Bei Zuckerkranken kann man ebenfalls häufiger eine Trübung der Linsen beobachten. Im Rahmen einer Verminderung des Kalziumspiegels im Blut spricht man von einer Cataracta tetanica, da sich begleitend eine tetanische Muskelzuckung ausbildet. Besteht ein grüner Star, ein sogenanntes Glaukom, das durch einen Überdruck im Inneren des Auges zustande kommt, ist die Linse manchmal milchig getrübt. Auch im Rahmen von Verletzungen des Auges kann sich eine Linsentrübung langsam ausbilden (Cataracta traumatica). Außerdem kann ein grauer Star bei Kurzsichtigkeit, bei einer chronischen Neurodermitis, als Begleiterscheinung von Vergiftungen, nach einer medizinischen Bestrahlung, als Folge von Infrarotstrahlen und bei einer Starkstromverletzung entstehen. Sind die Linsen schon bereits von Geburt an getrübt, so ist dies in den meisten Fällen ein Hinweis auf eine Virusinfektion innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate. Hierzu zählen insbesondere Röteln und Masern.
Symptome
Die Symptomatik ist im Großen und Ganzen für alle Arten von Katarakten identisch. Zunächst machen sich - durch Lichtstreuung an der beginnenden Trübung - vermehrtes Blendungsempfinden sowie gelegentliches Doppelt- oder Mehrfachsehen auf dem betroffenen Auge bemerkbar. Farben verlieren an Intensität, die Sehschärfe nimmt langsam ab und der Patient sieht ständig "wie durch einen Nebel". Entwickelt sich eine Trübung des Linsenkerns, so wird es dem Betroffenen mit zunehmendem Alter wieder möglich, ohne Brille lesen zu können. Das Sehvermögen ist in der Dämmerung oftmals etwas besser, da hier die Blendung wegfällt. Schließlich kann die Linsentrübung so ausgeprägt sein, dass der Patient nur noch einen verschwommenen Lichtschein erkennen kann, die Lichtquelle in der Regel aber noch korrekt lokalisieren kann.
Diagnostik
Den Anfang der Diagnostik bildet das ausführliche Anamnesegespräch, das sich mit der exakten Beschreibung der Beschwerden, eventuellen Grunderkrankungen und möglichen ursächlichen Faktoren, wie z. B. einer längerfristigen Kortisoneinnahme beschäftigt. Des Weiteren sollte eine sogenannte Familienanamnese erfolgen, die abklärt, ob Familienangehörige ebenfalls an einem grauen Star leiden. Im Anschluss daran erfolgt die augenärztliche Untersuchung. Hierbei lassen sich Linsentrübungen am besten im Spaltlampenmikroskop bei weiter Pupille feststellen. Sieht der Augenarzt aus einer kurzen Entfernung (ca. 25 cm) durch den Augenspiegel (Ophthalmoskop), so erscheinen im zurückfallenden, roten Licht in der weiten Pupille "Schatten", die durch die Trübung entstehen. Anhand ihrer Größe, Lokalisation und Ausdehnung kann der Arzt grob abschätzen, wie stark das Sehvermögen des Patienten durch die Trübungen reduziert ist. Mittels einer weiteren, umfassenderen Untersuchung mit der Spaltlampe kann der Arzt genau feststellen, in welcher Tiefe und in welcher Schicht die Trübungen liegen.
Auswirkungen
Zu den möglichen Komplikationen des grauen Stars zählt unter anderem die Entstehung eines Glaukoms. Hierbei kann das Kammerwasser des Auges aufgrund der Katarakt nicht mehr normal abfließen und es kommt zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks. Im Rahmen der Katarakt quillt die Linse durch das Eintreten von Wasser auf. Hierdurch werden auch Entzündungen im Augeninneren begünstigt, die normalerweise nicht durch Bakterien verursacht werden, sondern durch die zerstörten Eiweiße der Linse, die das Innere des Auges reizen. Wird die Katarakt nicht behandelt, kann sie schließlich zur Erblindung des Patienten führen.
Therapie
Als Behandlung empfiehlt sich eine operative Entfernung der Augenlinse. Die Patienten sehen nach der Operation meist wieder sehr gut, insbesondere wenn eine künstliche Linse eingesetzt wird. Alternativ können auch Kontaktlinsen oder sogenannte Starbrillen die entfernte Linse ersetzen. Die Kunstlinse wird meist an die Stelle der körpereigenen gesetzt. Bei kleinen Kindern sollte eine Staroperation frühzeitig durchgeführt werden, damit sie das Sehen auf dem kranken Auge erlernen können beziehungsweise nicht verlernen, da Kinder dazu neigen, ein krankes Auge nicht zu benutzen. Bei Kindern unter zwei Jahren werden jedoch noch keine künstlichen Linsen in das Auge eingepflanzt, da ihre Augen noch wachsen. Hier werden meist Kontaktlinsen verwendet. Schwerwiegende Komplikationen werden heute bei den Staroperationen seltener beobachtet, weshalb die Indikation immer großzügiger gestellt wird. Dabei sollte der Patient selbst auch den Wunsch nach einer Operation verspüren, das heißt die operative Behandlung ist erst dann vorzunehmen, wenn das subjektive Beschwerdebild ihn zur Operation drängt. Mögliche Komplikationen, z. B. eine Blutung aus einem Aderhautgefäß, sind selten, führen aber unter Umständen zum Verlust der Sehkraft. Eine gefürchtete Komplikation ist eine Entzündung, die sich im schlimmsten Fall im Augeninnenraum entwickeln kann (Endophtalmitis). In diesem Fall besteht eine schlechte Prognose. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann sich die Netzhaut ablösen.
Prophylaxe
Um die Entstehung einer Katarakt zu verhindern beziehungsweise hinauszuzögern, sollten Grunderkrankungen, wie z. B. der Diabetes mellitus, gut eingestellt werden. Kortisongaben sollten möglichst nur über einen kurzen Zeitraum erfolgen. Gegen die Alterskatarakt gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen.
Bemerkungen
Fast 99% aller über 65-Jährigen leiden an Katarakt! Weiterführende Informationen finden Sie unter: http://www.augeninfo.de. Literatur: Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch, 261. Auflage, 2007; Augenheilkunde, Thieme 2004; Augenheilkunde, Springer 2005; Checkliste Augenheilkunde, Burk, Thieme 2005. ib;ml; aktualisiert: 12/2009
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- Sinnesorgane
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