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Blepharitis, Entzündung der Augenlidränder

Definition

Die Blepharitis ist eine Entzündung der Augenlidränder. Die Augenlider sind modifizierte, bewegliche Hautfalten mit einer Verstärkungsplatte im Inneren. Die Lider werden von kleinen, feinen Muskeln bewegt, die direkt vom III. und VII. Hirnnerv versorgt werden. Die Funktion der Lider ist ein Schutz gegen mechanische Verletzungen, Austrocknen und übermäßige Lichteinwirkung. Daneben wird mit jedem Lidschlag der abgerissene Lidfilm neu ausgebreitet und die Tränenflüssigkeit aus dem Tränensack heraus getragen. Die Augenlider werden in der sechsten Schwangerschaftswoche bereits angelegt, im dritten Monat verbinden sich die Lidanlagen zur Lidnaht, die sich in der 2. Hälfte der Fetalzeit öffnen. An der Lidhaut können grundsätzlich alle Hauterkrankungen auftreten.

Ursachen

Die Entzündung der Lidränder (Blepharitis) kann durch Bakterien, seltener durch Viren oder Pilze verursacht werden. Die Keime können direkt von außen an das Augenlid heran getragen werden oder auch durch den Tränensack bzw. das Tränenröhrchen dorthin gelangen. Die Entzündung kann auch durch mechanische Reizungen von außen entstehen. Dabei können feiner oder grober Staub, Rauch oder Qualm, Flüssigkeiten, Strahleneinwirkung und Insekten, die in die Augen gelangen, die Entzündung auslösen. Auch eine vermehrte Sekretion der Talgdrüsen kann zu einer Entzündung der Lidränder führen. Die bakteriell verursachte Entzündungsform wird als Blepharitis ulcerosa, die nicht-erregerbedingte als Blepharitis squamosa bezeichnet.

Symptome

Bei der bakteriellen Entzündung der Lidränder (Blepharitis ulcerosa) sind die entzündeten Augenlider gerötet, leicht bis schwer geschwollen und schmerzen beim Lidschlag. Zu Beginn entwickelt sich ein Juckreiz, der den Betroffenen ständig dazu anhält, im Auge zu reiben. Dadurch wird die Entzündung verstärkt. Diese Entzündung kann zu Wimpernausfall führen. Die schuppende Lidrandentzündung (Blepharitis squamosa) zeigt ebenfalls verdickte und gerötete Lidränder, die mit Schuppen belegt sind. Die vermehrte Sekretbildung als Zeichen der natürlichen Reaktion des Körpers auf die Entzündung führt in Verbindung mit den Schuppen schnell zu einer borkigen Schicht an den Lidern. Sie verkleben, sodass ein Öffnen des Auges nicht mehr vollständig möglich ist. Auch hier kann es zu einem Wimpernausfall kommen.

Diagnostik

Die Diagnose der Blepharitis kann der Augenarzt anhand der Symptomatik stellen. Er untersucht den Patienten, nachdem er ihn zu seiner Krankengeschichte befragt hat. Meistens lassen sich daraus schon erste Rückschlüsse auf die Ursache der Erkrankung ziehen. Besteht der Verdacht einer Infektion durch Keime, so entnimmt er einen Abstrich, der in einem Laboratorium untersucht wird.

Auswirkungen

Die Entzündung kann sich am Auge ausbreiten und die Bindehaut sowie die Liddrüsen erfassen, was zu einem Gerstenkorn führen kann. Der Tränenkanal kann durch die vermehrte Sekretion verstopfen, wenn sich die Schuppen vor den Ausgang legen. In eine solche Entzündung nisten sich auch gern Filzläuse und Nissen ein. Die Bildung von Eitertaschen (Abszessen) führt oft zur Gewebszerstörung, woraus eine Lidfehlstellung resultieren kann.

Therapie

Alle Augenerkrankungen sollten nur durch den Augenarzt behandelt werden. Die Schuppen und die Borken werden mit fetthaltigen Salben (z. B. Paraffinum liquidum) aufgeweicht und anschließend vorsichtig mit einer feinen Pinzette (Zilienpinzette) entfernt. Dies sollte nur durch den Augenarzt erfolgen. Das Augenlid wird danach mit einer desinfizierenden Salbe behandelt. Sind Bakterien für die Infektion verantwortlich, wird eine lokal wirksame Antibiotikasalbe angewandt. Die nicht bakterielle Form kann zusätzlich mit Kortison behandelt werden. Auslösende Faktoren sollten beseitigt werden. Warme Kompressen, reinigen der Augenlider mit Babyshampoo und Lidmassagen können den Heilungsprozess unterstützen.

Prophylaxe

Der beste Schutz vor einer Blepharitis ist die Vermeidung von äußeren Reizen. Sie stellen den wichtigsten infektionsauslösenden Faktor dar. Eine Entzündung durch Keime lässt sich nicht immer vermeiden. Personen, die leicht zu einer Infektion im Augenbereich neigen, sollten sich von bereits erkrankten Menschen fernhalten. Besonders bei Allergikern kann es durch Kontakt mit dem Allergen (Pollen, Staub, usw.) schnell zu einer nichtentzündlichen Blepharitis kommen.

Bemerkungen

Nützliche Hinweise auf folgender Seite: http://www.med.uni-marburg.de/stpg/ukm/lt/augenklinik/blepha.htm#Anchor. Leitlinieninformation des Bundesverbandes der Augenärzte unter: http://www.augeninfo.de/leit/leit11.htm. Literatur: De Gruyter: Psychrembel, 261. Aufl., 2007; Sachsenweger: Duale Reihe Augenheilkunde, 2. Aufl., Thieme Verlag Stuttgart 2002; Lang: Augenheilkunde, 4. Aufl., Thieme Verlag Stuttgart 2008; Grehn: Augenheilkunde, 30. Auflage, Springer Verlag Heidelberg 2008. ab, bm; aktualisiert: 01/2010

Regionen

  • Sinnesorgane

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