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Harnröhrenkrebs, Urethrakarzinom.

Definition

Der Harnröhrenkrebs ist ein bösartiger Tumor, der sich in der Harnröhre entwickelt. Die Erkrankung kommt bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern vor, ist aber insgesamt eher selten. Die Harnröhrenkarzinome machen bei beiden Geschlechtern weniger als ein Prozent der Harnsystemtumore als auch der gesamten Krebsarten aus. Ein Häufigkeitsgipfel findet sich unabhängig vom Geschlecht zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.

Ursachen

Das Harnröhrenkarzinom gehört zu den seltenen bösartigen Krebserkrankungen. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Entstehungsursache ist nicht klar. Vermutet werden chronische Entzündungen der Harnwege, Geschlechtskrankheiten, Polypen, Divertikel und andere chronische Irritationen in diesem Bereich.

Symptome

Meistens treten Beschwerden wie Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen auf. Durch die mögliche Verengung der Harnröhre durch den Tumor kommt es meist zu einem Anstieg des Restharngehalts in der Blase, der zu einem vermehrten Harndrang führt. Die mögliche Gewebezerstörung und der Tumorzerfall führen häufig zu einem blutigem Ausfluss sowie zu blutigem Urin. Im weiteren Verlauf kann man oftmals den Tumor tasten und es können sich Gänge (Fisteln) und Abszesse (Eiterherd, abgegrenzte Eiteransammlung) bilden. Nicht selten wird vor allem beim Mann ein Urethrakarzinom längere Zeit als eine wiederkehrende Harnröhrenverengung verkannt.

Diagnostik

Die Krankengeschichte und die Symptome geben dem Arzt einen ersten Aufschluss über das Vorliegen eines Harnröhrenkarzinoms. Im Rahmen einer klinischen Untersuchung können zum Teil Veränderungen erkannt und getastet werden. Die mikroskopische Untersuchung des Harnröhrensekrets weist in vielen Fällen Tumorzellen auf. Eine endoskopische Untersuchung und Biopsieentnahme mit anschließender mikroskopischer Untersuchung sichert die Diagnose. Im Rahmen einer Urographie und anderen bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, Röntgen und Schichtröntgen (CT) lässt sich die Ausdehnung und eine eventuelle Fistelbildung nachweisen.

Auswirkungen

Je weiter sich der Tumor am äußeren Ende der Harnröhre befindet, desto früher verursacht er Symptome und kann behandelt werden. Weiter innen liegende Tumore werden aufgrund ihrer Lage später erkannt und haben daher eine schlechtere Prognose.

Therapie

Die Therapie richtet sich ganz nach dem Ort, der Größe und möglichen Tochtergeschwülsten des Tumors. Nicht alle Krebsformen können so entfernt werden, dass eine harnröhrenerhaltende Operation durchführbar ist. Das bedeutet, das andere harnableitende Möglichkeiten (wie z. B. ein Katheter aus der Bauchdecke) gefunden werden müssen. In den meisten Fällen wird operiert. Bei weit fortgeschrittenen Tumoren kommt auch die Strahlen- und Chemotherapie zur Anwendung. Eine Chemotherapie kann auch eingesetzt werden, um vor einer Operation den Tumor zu verkleinern.

Prophylaxe

Rechtzeitiges Aufsuchen eines Arztes bei Symptomen und die frühe Feststellung der Erkrankung bringt natürlich die besten Heilungschancen. Findet sich etwa Blut im Urin, ist das immer ein Grund zur Abklärung, woher das Blut kommt. Nach der Behandlung sollte eine eingehende Kontrolle erfolgen, da eine große Gefahr vor erneutem Befall besteht.

Bemerkungen

Kontakte zu überregionalen Beratungs- und Informationstellen finden Sie unter: http://www.internetkompass-krebs.de/uberregionale_organisationen.html. Die Website der Deutschen Krebsgesellschaft lautet: http://www.deutsche-krebshilfe.de. Literatur: Praxis der Urologie, Springer 2002; Checkliste Urologie, Thieme 2000; Basiswissen Urologie, Springer 2005. ib;ml; aktualisiert: 03/2009

Regionen

  • Niere / Harnwege / Mineralhaushalt

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