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Suchtest auf Blut im Stuhl
Synonyme
Nachweis von nicht sichtbarem (okkultem) Blut im Stuhl
Grundlagen
Der Suchtest auf Blut im Stuhl gehört zur Krebsvorsorgeuntersuchung. Bei diesem Test wird der Stuhl auf Blutspuren untersucht. Hierbei trägt der Patient an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit einem Spatel Proben aus verschiedenen Stuhlabschnitten auf dafür vorgesehene Felder auf. Es werden dafür drei Testbriefchen verwendet. Diese Tests werden dann dem Arzt abgegeben und vom Personal mittels einer Testlösung ausgewertet.
Indikationen
- Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchung bei bösartigen Darmerkrankungen
Der Suchtest auf verborgenes Blut im Stuhl (okkult = verborgen) ist eine der medizinisch wichtigsten Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen bei bösartigen Darmerkrankungen (Darmkrebs). Darmkrebs und Darmpolypen (Polyp = gutartige, gestielte Geschwulstbildung der Darmschleimhaut) können nämlich kleine, mit dem Auge nicht sichtbare Blutspuren im Stuhl verursachen, die dieser Test aufdecken kann. Mit diesem Test wird dem Arzt die Möglichkeit gegeben, sehr früh eine bösartige Tumorerkrankung des Darms zu diagnostizieren und somit dem Patienten durch eine adäquate Therapie eine vollständige Heilungschance zu gewährleisten. An Suchtests ist der chemische und der immunologische Okkultbluttest zu nennen. Beim ersteren lässt der Arzt das Ergebnis in einem medizinischen Labor auswerten. Der immunologische Test kann von der zu untersuchenden Person selbst durchgeführt und ausgewertet werden. Beim chemischen Suchtest werden in drei Testbriefchen, die man beim Arzt erhält, an drei aufeinander folgenden Stuhlgängen Stuhlproben auf entsprechende Testfelder abgegeben, die beim nächsten Arztbesuch zur laborchemischen Auswertung mitgebracht werden. Blut im Stuhl liegt dann vor, wenn im Labor nach Gabe einer speziellen Flüssigkeit die Felder im Testbriefchen sich bläulich verfärben. Der Nachteil dieses Testverfahrens ist seine leichte Beeinflussbarkeit. Denn verschiedene Nahrungsmittel wie rohes Fleisch, Blumenkohl, Broccoli, Tomaten oder Bananen können eine Blaufärbung hervorrufen, ohne das eine Blutung vorliegt (falsch positives Testergebnis). Vitamin C kann trotz einer stattfindenden Blutung im Darm eine Blaufärbung der Testfelder verhindern und den Test somit irrtümlich negativ ausfallen lassen (falsch negatives Testergebnis). Wichtigste Verhaltensmaßnahme zur korrekten Testdurchführung ist daher der Verzicht auf die genannten Lebensmittel, und zwar drei Tage vor und während des Tests. Beim immunologischen Suchtest liegt der Vorteil in der einfachen Durchführbarkeit des Tests. Dieser kann nämlich einfach zu Hause durchgeführt und ausgewertet werden. Auch hier werden Stuhlproben über drei Tage gesammelt, die dann in einer Testkassette platziert werden. In dieser Testkassette erfolgt schließlich eine immunologische Reaktion, bei der in wenigen Minuten sensibel und spezifisch nach Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) gesucht wird. Der Vorteil dieses Testverfahrens im Vergleich zur chemischen Testmethode sind die zuverlässigeren und genaueren Testergebnisse. Das Ergebnis lässt sich durch Nahrungsmittel nicht irritieren. Aber auch hier ist, wie bei dem chemischen Bluttest, die Medikamenteneinnahme zu meiden, denn einige Schmerz- und Rheumamedikamente können in hohen Dosierungen das Testergebnis verfälschen. Auch die monatliche Regelblutung der Frau kann zu einem falschen Testergebnis führen, so dass der Test erst mindestens drei Tage nach Verstreichen der Regelblutung durchgeführt werden sollte. Die Kosten des immunologischen Suchtests werden zur Zeit von den gesetzlichen Krankenkassen nicht getragen und belaufen sich derzeit auf 20 Euro. Fällt nun das Ergebnis auf Grund von Blutspuren im Stuhl positiv aus, muss in jedem Falle eine Darmspiegelung (Koloskopie, Rektoskopie) zur Klärung der genauen Blutungsursache durchgeführt werden. Es muss aber nicht zwingend ein Darmkrebs vorliegen, da auch beispielsweise Hämorrhoiden (krampfartige, knotenförmige Erweiterungen des Venengeflechts am After) oder Polypen Blutungen verursachen können. Statistischen Erhebungen zu Folge werden bei etwa zehn Prozent der Personen mit positivem Testergebnis tatsächlich auch bösartige Darmerkrankungen (Darmkrebs) aufgedeckt. Dabei wird die Diagnose (Suchtest und anschließende Darmspiegelung) in der Regel früh gestellt, so dass die Erfolgsaussichten als allgemein günstig eingestuft werden können und ein aggressiver Krankheitsverlauf therapeutisch verhindert werden kann.
Beurteilung
Im Labor wird die andere Seite des oben erwähnten Testbriefs mit einer Testlösung beträufelt, die sich bei Kontakt mit rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) verfärbt. Fällt der Test positiv aus - werden also Blutmengen im Stuhl labortechnisch nachgewiesen - muss die Blutungsquelle vom Arzt gesucht werden, im Normalfall im Rahmen einer Darmspiegelung. Sind alle drei Tests negativ - geben also alle drei Tests keine Anzeichen auf Blutspuren im Stuhl - so ist eine Krebserkrankung unwahrscheinlich, kann aber natürlich nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Außerdem können falsche negative Ergebnisse durch gewisse Nahrungsbestandteile vorgetäuscht werden. Daher sollte im Bestfall drei Tage vor der Untersuchung auf den Verzehr folgender Nahrungsmittel verzichtet werden: Fleisch, Fleischbrühe, grüne Gemüse, Salate und Bananen. Ab dem vierten Tag werden dann an den drei darauf folgenden Tagen (drei Testbriefe) die Stuhlproben entnommen.
Kontraindikationen
Es sind keinerlei Kontraindikationen bekannt.
Risiken
Es sind keinerlei Risiken oder Nebenwirkungen bekannt
Behandlung
Im Bestfall sollte der Verzehr der oben genannten Nahrungsmittel schon drei Tage vor den Tests unterbleiben, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen.
Literatur
Klinikleitfaden Pflege, Elsevier, 6. Auflage 2008; Psychrembel, 261. Auflage, De Gruyter 2007; AWMF-Leitlinien. aktualisiert: ab 09/2009
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