Qigong
Was versteht man darunter?
Qigong ist eine der fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und bedeutet soviel wie "Arbeit am Qi". In China trifft man schon frühmorgens auf Menschengruppen, die in Parks oder auf Plätzen ihr Qigong-Bewegungsprogramm absolvieren. "Qi" (Sprich: Chi) ist die universelle Lebenskraft, die nach den Vorstellungen der TCM in Leitbahnen (Meridiane) durch unseren Körper fließt. Ebenfalls zu den Säulen der TCM gehören die Akupunktur sowie spezielle Ernährungshinweise, Kräutermedikamente und Massagetechniken.
Das Ziel des Qigong ist es, das Qi des Körpers nach innen zu richten und dort eventuelle Ungleichgewichte auszugleichen. Darin unterscheidet sich Qigong vom Tai-Chi, das ebenfalls der TCM entstammt. Hier richtet sich die Aufmerksamkeit nicht nur nach innen, sondern auch auf einen imaginären Partner. Vor allem für ältere und körperlich nicht mehr ganz rüstige Personen sind die einfachen Qigong-Übungen jedoch besser geeignet.
Wie wirkt die Methode?
Krankheiten sind in der TCM Ausdruck einer Störung im Fluss von Qi. Daher ist es nach diesen Vorstellungen möglich, durch ein gezieltes Lenken seiner Körperenergie gegen Krankheiten vorgehen. Durch die Qigong-Übungen soll also das Qi in die "richtigen Bahnen" geleitet werden. Vor allem bei chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck, Magen-Darm-Beschwerden, Asthma oder Rückenschmerzen kann ein Versuch mit Qigong nützlich sein. Das übergeordnete Ziel der Übungen ist, Körper und Geist zu sammeln sowie innere Spannungen abzubauen.
Es gibt Übungen in Ruhe, die man mit dem autogenen Training oder mit dem indischen Yoga vergleichen kann. Das Qi wird hier ausschließlich mittels Vorstellungskraft und Atemtechnik an den gewünschten Ort gelenkt.
Die Übungen in Bewegung sind gekennzeichnet durch einen ruhigen, runden, gleichmäßig fließenden Bewegungsablauf. Sie sind oft den Tieren nachempfunden. Daher tragen sie Namen wie "Kranich" oder "Spiel der fünf Tiere".
Rezepte zum Selbermachen
Die Grundübung des Qi-Gong: Sammlung der Körperenergie Sie stehen aufrecht und entspannt. Lagern Sie Ihr Gewicht gleichmäßig auf die schulterbreit auseinandergestellten Füße. Beugen Sie die Knie leicht durch, so dass Sie noch bequem stehen. Richten Sie die Wirbelsäule in einer geraden Linie auf, schieben Sie dazu das Becken nach vorne.
Senken Sie das Kinn leicht in Richtung Brust, damit der Hinterkopf in gerader Verlängerung zum Rücken steht. Die Schultern sind entspannt und die Arme locker.
Nun legen Sie Ihre Hände übereinander auf das "Untere Dantian". Das ist der Bereich unterhalb des Bauchnabels. Hier liegt in der TCM das Energiezentrum des Körpers. Bei Männern liegt die linke Hand am Körper, bei Frauen die rechte.
Nun atmen Sie ruhig und gleichmäßig durch den Mund ein und durch die Nase wieder aus. Richten Sie jetzt Ihre Aufmerksamkeit auf den Fluß Ihres Atems und folgen Sie ihm. Sie werden bemerken, wie er in das Mittlere Dantian einströmt und Sie zur Ruhe kommen läßt. Genießen Sie für einige Minuten diesen Zustand der inneren Entspannung.
Was bietet die AOK?
Qigong eignet sich sehr gut zur Entspannung und Erholung, beispielsweise nach einem stressigen Arbeitstag oder um seine innere Ruhe auf Dauer wiederzugewinnen oder zu erhalten. Wenn Sie die Übungen erlernen wollen, können Sie die vielfältigen Kursangebote der Volkshochschulen oder privater Zentren nutzen. Die AOK beteiligt sich an den Kosten für Qigong-Kurse, sofern bestimmte Kriterien erfüllt sind. Die Kriterien für die Übernahme der Kosten wurden durch die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenversicherung definiert. Ihre AOK vor Ort kann Ihnen im Einzelfall Auskunft zur Kostenübernahme geben sowie Ihnen die Kursorte in Ihrer Nähe nennen.