Apfelsaft im Test
Apfelsaft ist der beliebteste Fruchtsaft in Deutschland. Die günstigsten von Stiftung Warentest getesteten Säfte waren klar.
Mehr gesunde Inhaltsstoffe haben aber meist die naturtrüben Getränke – warum das so ist und warum trübe Säfte nicht viel teurer sein müssen, lesen Sie hier.
Apfelsaft im Test
Beim Apfelsaft-Test der Stiftung Warentest wurden 20 Produkte „gut“ oder „befriedigend“ und damit empfehlenswert getestet. Bei Säften, die schlechter abschnitten, lag es am Aroma. Insbesondere bei trüben Säften kann es sein, dass auch mal ältere oder schlecht schmeckende Früchte drin sind. Gesundheitlich bedenklich ist das nicht. Dafür haben die Naturtrüben meist mehr gesunde Inhaltsstoffe als die klaren.
Der Warentest ermittelte „gute“ klare Apfelsäfte von Aldi (Süd), Kaufland und Rewe zum Preis von 55 bis 79 Cent pro Liter. Der beste naturtrübe Apfelsaft ist Libehna, er hat sehr gute Aromaqualität und kostete zum Testzeitpunkt (9/2009) 99 Cent pro Liter. „Gut“ sind auch die naturtrüben Säfte von Albi, Penny, Aldi (Süd und Nord), Merziger, Wesergold und Lindavia. Sie kosten zwischen 0,69 und 1,29 Euro pro Liter.
Direkt oder aus Konzentrat
Wie alle Säfte, darf sich auch der aus Äpfeln nur so nennen, wenn er zu 100 Prozent aus Früchten gewonnen wird. Dafür gibt es zwei Herstellungswege:
Der Direktsaft wird frisch gepresst abgefüllt und für die Haltbarkeit pasteurisiert, das heißt kurzzeitig erwärmt. Er ist trüb, weil in ihm noch Schwebstoffe aus der Pressung vorhanden sind. Das heißt aber nicht, dass alle trüben Säfte Direktsäfte sind. „Becker’s Bester“ beispielsweise wird aus Konzentrat hergestellt und nachträglich „eingetrübt“.
Für Apfelsaft aus Konzentrat wird frisch geernteten Äpfeln meist durch Verdampfung das Wasser entzogen. Das Konzentrat kann überall auf der Welt hergestellt worden sein – zum Testzeitpunkt überwiegend aus EU-Ländern, an erster Stelle Polen. Aus dem Konzentrat wird wieder Saft, indem der Hersteller Wasser zusetzt – außerdem müssen wieder Apfelaromen hinein, die bei der Konzentratherstellung verloren gegangen sind.
Aroma
Naturtrübe Säfte haben meist mehr Aromastoffe als die nachträglich aromatisierten. Besonders aromatisch waren im Warentest die Direktsäfte von Libehna, Albi und Penny. Testabwertungen gab es für Konzentrat-Säfte, denen nachträglich kein Aroma mehr zugefügt wurde (Lidl/Vitafit, Becker’s Bester). Sie schmecken trotzdem noch nach Apfel, verstoßen aber gegen die Saftverordnung.
Gesunde Pflanzenstoffe
Besonders gesund am Apfelsaft sind die sogenannten Polyphenole. Als sekundäre Pflanzenstoffe sollen sie unter anderem Herzinfarkt und Krebs vorbeugen. Allerdings hängt der Polyphenolgehalt stark von der Sorte, dem Anbauklima und der Reifung ab. Typische Mostäpfel (beispielsweise Bohnapfel, Bitterfelder, Winterrambur) haben einen höheren Polyphenolgehalt als Tafeläpfel wie Golden Delicious oder Topaz.
Der Polyphenolgehalt war im Test bei naturtrüben Säften etwa doppelt so hoch wie der von klaren. Besonders viele sekundäre Pflanzenstoffe hatten die Säfte von Denree, Klindworth, Voelkel, Werder Frucht und Becker’s Bester.
Gehaltvolle Süße
Wie alle Fruchtsäfte ist auch Apfelsaft pur wegen des hohen Fruchtzuckergehalts eine wahre Kalorienbombe. Mit einem 200-ml-Glas trinkt man rund 100 Kilokalorien. Das ist etwa die gleiche Energiemenge wie ein Glas Cola. Wer seinen Saft mit drei Teilen Mineralwasser verdünnt, senkt nicht nur den Kaloriengehalt, sondern sorgt auch dafür, dass er besser verdaut wird.
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