AOK-Presseservice
29.11.2007
Ein November-Abend in jeder beliebigen Innenstadt in Baden-Württemberg: Vor den Restaurants und Kneipen stehen in kleinen Grüppchen die Raucher und frieren. Hier draußen ist nasskalter Herbst; der erste Schnee liegt in der Luft oder sogar schon auf dem Straßenpflaster. Doch die Raucher haben keine Wahl - denn drinnen herrscht Rauchverbot.
Seit Baden-Württemberg als erstes Bundesland das Rauchen in Gaststätten verboten hat, stehen die Raucher vor der Tür. Denn die wenigsten Lokale haben abgetrennte Räume, in denen das Rauchen noch erlaubt ist. Bei Verstößen drohen Bußgelder, und die Wirte müssen das Rauchverbot durchsetzen. Am Rauchen vor der Tür führt also seit 1. August kein Weg vorbei. Solange das Wetter mitspielte, machte das keine allzu großen Unannehmlichkeiten. Doch nach dem Wintereinbruch wird Rauchen auf der Straße ausgesprochen ungemütlich.
"Frieren vor der Tür - warum sollte man sich das antun?", fragt der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Rolf Hoberg. "Diese Situation ist doch die beste Gelegenheit, mit dem Rauchen aufzuhören. Ihrer Gesundheit tun die Menschen damit auf jeden Fall etwas Gutes. Und die AOK Baden-Württemberg hilft ihnen dabei."
Beratung zur Raucherentwöhnung bietet unter anderem das AOK-Care-Telefon, das normalerweise nur den Versicherten zur Verfügung steht. Als Hilfe für alle, die in diesem Jahr aber wirklich die Kälte und das Kneipen-Rauchverbot als Ausstiegshilfe nutzen möchten, beraten die Experten am AOK-Care-Telefon vom 3. bis 7. Dezember auch Nicht-Versicherte.
Für den Einstieg in den Ausstieg hat Karl-Heinrich Behringer, Diplom-Psychologe bei der AOK, eine Reihe von Tipps, die jeder sofort ganz praktisch umsetzen kann und die oft schnell Erfolge bringen. "Wenn Sie das nächste Mal Lust auf eine Zigarette haben, warten Sie einfach fünf Minuten." Bei starken Rauchern bringe dieser Trick eine deutliche Verzögerung, so dass sie spürbar weniger rauchen.
Aus psychologischer Sicht geht es darum, die Gewohnheit zu brechen. Tipp Nummer zwei deshalb: "Legen Sie nach jedem Zug die Zigarette aus der Hand. Und wenn das im Stehen vor der Kneipe nicht geht, dann nehmen Sie die Zigarette in die ‚falsche' Hand, also in die, mit der Sie sonst nicht rauchen." Schließlich empfiehlt der Experte zum Anfang der Entwöhnung, die Zigaretten ab sofort nur noch maximal bis zur Hälfte aufzurauchen und dann auszudrücken.
Um endgültig aufzuhören, so AOK-Psychologe Behringer, ist es wichtig, sich genau zu überlegen, warum man raucht. "Wenn ich ein Stressraucher bin, muss ich mir vor dem Aufhören Gedanken machen, wie ich in Zukunft in Stress-Situationen reagieren will. Wenn es mehr eine Frage der Geselligkeit ist, muss ich wissen: Was mache ich alternativ? Und wenn es darum geht, dass Rauchen manchmal Gewichtsproblemen vorbeugt, muss ich mich vorher mit der Frage beschäftigen, ob ich mich vernünftig ernähre und genügend Bewegung habe."
Ganz egal, ob schlagartig oder schrittweise: Beim Aufhören helfen oft kleine Tricks: Oftmals, so die Erfahrung von Karl-Heinrich Behringer, fällt der Abschied vom Glimmstängel leichter, wenn er gemeinsam mit Gleichgesinnten in Angriff genommen wird. Außerdem ist es immer hilfreich, sich einen stressfreien Termin fürs Aufhören auszusuchen, also etwa ein Wochenende oder den Urlaub. "Vielen hilft es auch, die letzte Zigarette zu zelebrieren, also richtig offiziell Abschied zu feiern."
Mit dem Rauchen aufzuhören, das bestätigt auch der AOK-Psychologe, ist keine einfache Sache. "Trotzdem sind viele Menschen überrascht, dass es dann noch nicht ganz so schwierig ist, wie sie es sich vorgestellt haben. Oft züchten wir uns eine Art Angst-Gespenst, wie schrecklich die Entzugserscheinungen werden, und am Ende ist die Sache dann doch nicht so dramatisch."
Für ihre Versicherten in ganz Baden-Württemberg bietet die AOK flächendeckend Raucher-Entwöhnungskurse an. Genaue Informationen dazu gibt es bei der AOK überall in Baden-Württemberg. Das Online-Portal "Ich werde Nichtraucher" gibt AOK-Versicherten Hilfestellung beim Aufhören unter www.aok.de/ich-werde-nichtraucher/.
Die AOK Baden-Württemberg
Eine Kurzvorstellung der AOK Baden-Württemberg finden Sie hier.


