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AOK-Presseservice

16.11.2004

AOK-Tag 2004

Solidaritätsgedanke muss bei der Finanzierung der Krankenversicherung erhalten bleiben
Der neue AOK-Vorstandschef Dr. Rolf Hoberg plädiert für weiteren Ausbau der Integrierten Versorgung

Auf dem AOK-Tag am 16. November in Heidelberg stellte der Verwaltungsratsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Peer-Michael Dick, zentrale Anforderungen an eine zukünftige Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Ein wichtiger Punkt sei dabei die Solidarität. Grundsätze wie zum Beispiel "gesund für krank" und "jung für alt" müssten auch weiterhin gelten. "Unabhängig vom sozialen Status muss es möglich sein Leistungen in Anspruch zu nehmen", so Dick weiter.

Dabei sei es wichtig, die langfristige Finanzierung im Auge zu behalten, um das bisherige Leistungsniveau sowie den medizinischen Fortschritt für die Versicherten nicht zu gefährden. "Dies ist aber nur möglich", so Dick, "wenn nicht nur die Löhne und Gehälter, sondern auch andere Einkommensarten berücksichtigt werden." Darüber hinaus müsse eine zukünftige Finanzreform auch sicherstellen, dass die Rahmenbedingungen für den Wettbewerb unter den Kassen verbessert werde. Hierzu gehöre vor allem die Einführung des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs, der an der Krankheit der einzelnen Versicherten festgemacht werde.

Zum 1. Juli 2005 kündigte Dick eine Senkung des allgemeinen Beitragssatzes um 0,9 Beitragssatzpunkte auf 14 Prozent an. Damit komme die AOK Baden-Württemberg dem Willen des Gesetzgebers nach, der mit dieser Vorschrift die Lohnzusatzkosten senken wolle.

Dick betonte aber auch, dass die geplante Beitragssenkung lediglich formaler Natur sei und keine wirkliche Entlastung bei den Finanzen widerspiegle: "Sie ist nichts weiter als die logische Konsequenz der vom Gesetzgeber verfügten beitragsrechtlichen Ausgliederung des Zahnersatzes und des Krankengeldes, die mit insgesamt 0,9 Beitragssatzpunkten von den Versicherten ab 1. Juli 2005 allein getragen werden müssen." Bei der Senkung handle es sich insofern nur um eine finanzielle Verschiebung innerhalb der Parität von Versicherten und Arbeitgebern.

Dem Motto des AOK-Tages "Erfolg durch Qualität" widmete sich der neue Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Rolf Hoberg. Sein Ziel sei es, die qualitätsbewusste Dienstleistungskultur mit ihren hohen Servicestandards weiter zu pflegen und zu fördern. "Der Dienst am Kunden nimmt eine Schlüsselposition in unserem Unternehmen ein. Wir verstehen uns als Berater und Lösungsfinder unserer Versicherten", so Hoberg weiter. Dazu gehöre auch die Wahrnehmung der Interessen hinsichtlich einer optimalen und wirtschaftlichen Versorgung. Auf diesem Feld habe die AOK Baden-Württemberg mit innovativen Modellen bereits Vorbildliches geleistet.

Beispielhaft verwies er auf das bundesweit bisher einmalige Modellprojekt der AOK Baden-Württemberg zur integrierten Versorgung bei Rückenschmerzen. Hier würden die Bereiche Prävention, ambulante Behandlung, stationäre Versorgung, Rehabilitation und Nachsorge unter Betreuung und Koordination des Hausarztes durchgehend vernetzt. Ziel sei eine Qualitätsorientierung über sämtliche Glieder der Versorgungskette hinweg sowie die grundsätzliche Selbstverpflichtung der Teilnehmer zur evidenzbasierten und leitliniengerechten Medizin. Hoberg sprach sich dafür aus, integrierte Versorgungsmodelle nach diesem Muster in möglichst vielen medizinischen Bereichen umzusetzen.

Auch die Disease-Managment-Programme (DMPs) stünden für erfolgreiches Qualitätsmanagement der AOK Baden-Württemberg im Bereich der medizinischen Versorgung. Sie würden von den Versicherten gut angenommen: Am DMP Diabetes mellitus Typ 2 nähmen bereits über 100.000 Versicherte und über 6.000 Ärzte teil, so Hoberg. Beim DMP Brustkrebs gebe es als Besonderheit neben dem DMP-Arzt auch AOK-Krebsberater/innen als persönliche Ansprechpartner/innen der Patienten. DMPs zu Diabetes mellitus Typ 1 und Koronaren Herzkrankheiten seien geplant und würden im Frühjahr 2005 umgesetzt.

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