136 Jugendliche stationär

AOK Neckar-Alb: Auch 2010 mehr Kinder und Jugendliche wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus   Zahlen belegen: Gerade zur Faschingszeit sind Jugendliche stark gefährdet   Die Zahl der Jugendlichen bis 20 Jahre, die wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, ist nach Auswertungen der AOK Neckar-Alb entgegen dem landesweiten Trend in der Region steigend. 2010 mussten 136 Jugendliche entsprechend behandelt werden. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 9 Jugendliche mehr. „Die Trendwende, die sich 2010 landesweit andeutete, hat sich damit für die Region Neckar-Alb leider nicht bestätigt“, sagt Hans Willi Kies, Geschäftsführer der AOK Neckar-Alb. „Wahrscheinlich sieht das tatsächliche Bild noch schlimmer aus, da unsere Daten nur Fälle mit stationärer Behandlung betreffen." Über 80.000 Euro Krankenhauskosten und über 22.000 Euro für den notwendigen Krankentransport sind angefallen. Die Auswertungen belegen auch, dass gerade zur Faschingszeit, 1. Mai, Christi Himmelfahrt und Silvester Jugendliche am meisten gefährdet sind. Das im März 2010 eingeführte Verkaufsverbot für Alkohol ab 22 Uhr könnte laut Kies dazu beigetragen haben, dass die Steigerung gegenüber dem Vorjahr etwas niedriger ausgefallen ist. Dies sei jedoch nur eine Vermutung: „Auf jeden Fall zeigen die Zahlen, dass die vielfältigen Maßnahmen zur Suchtprophylaxe der letzten Jahre weiterhin erforderlich sind“, so Kies. So fördert die AOK Neckar-Alb nach eigenen Angaben seit Jahren die Beauftragten für Suchtprophylaxe der Landkreise finanziell. Einen Schwerpunkt setzt die AOK dabei auf die Förderung von Programmen gegen den Missbrauch von Alkohol bei Jugendlichen. Einige Maßnahmen seien dabei etwas unkonventionell, aber effektiv. Kies: „Wir möchten das Übel an der Wurzel packen und die Jugendlichen da abholen, wo es für sie peinlich wird - noch im Krankenhaus, während sie ihren Rausch ausschlafen.“ Ist ein Jugendlicher wegen Alkoholmissbrauch im Krankenhaus gelandet, wird laut AOK, wenn möglich noch während des Krankenhausaufenthaltes, ein Suchtbeauftragter informiert, der direkt mit dem Jugendlichen Kontakt aufnimmt und so frühzeitig geeignete Maßnahmen zur Suchtprävention in die Wege leiten kann.

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