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 01.07.2009 - IV-Vertrag funktioniert: Evaluation von CARDIO-Integral zeigt Erfolge für alle Beteiligten

Die Ergebnisse der Befragung belegen, dass die AOK PLUS mit dem Integrierten Versorgungsangebot CARDIO-Integral einen großen Schritt in die richtige Richtung getan hat ...

Seit über 4 Jahren bietet die AOK PLUS den „Vertrag zur Integrierten Versorgung gemäß §§ 140 a ff. SGB V über die Versorgung kardiovaskulär erkrankter Patienten (CARDIO-Integral)“ in Sachsen an. CARDIO-Integral ist mit ca. 34.000 eingeschriebenen Versicherten und 1.256 teilnehmenden Ärzten einer der bundesweit größten Verträge zur Integrierten Versorgung, den die AOK PLUS mit der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft, dem Sächsischen Hausärzteverband, der PRAXISKLINIK HERZ und GEFÄSSE Dresden und dem Herzzentrum Dresden geschlossen hat. Im Vertrag wird eine Versorgungskette für kardiovaskulär erkrankte Patienten definiert. Der Patient erhält beim Facharzt einen individuellen Therapieplan mit definierten Ziel- und Übergangswerten. Die Behandlung erfolgt anhand dieser Vorgaben und unter Beachtung etwaig vorhandener Begleiterkrankungen beim Hausarzt. Für einen eventuell notwendig werdenden Invasiveingriff stehen spezielle hochspezialisierte Partner zur Verfügung.

Durch eine verstärkte Zusammenarbeit der Haus- und Fachärzte auf dem Gebiet der Inneren Medizin, speziell der Kardiologie und Angiologie, werden mit dem Vertrag sektorale Grenzen bei der medizinischen Versorgung überwunden. Dadurch und durch die Optimierung von Diagnose und Therapie kann die Qualität der Behandlung kardiovaskulär erkrankten Patienten deutlich verbessert werden. Durch die stärkere Einbindung der Patienten in den Behandlungsprozess wird die Compliance erhöht und deren Eigenverantwortung gestärkt.

Um die Wirkung von CARDIO-Integral auf die Patientenversorgung beurteilen zu können und Rückschlüsse zur sektorenübergreifenden Zusammenarbeit der Leistungserbringer sowie wirtschaftliche Effekte abzuleiten, wurde das Gesundheitsökonomische Zentrum (GÖZ) der TU Dresden zur Evaluation des Vertrages zur Integrierten Versorgung CARDIO-Integral beauftragt. Dabei erfolgte einerseits eine ökonomische Betrachtung und andererseits wurde eine Zufriedenheitsbefragung der teilnehmenden Ärzte und Versicherten durchgeführt.

Die Ergebnisse der Befragung belegen, dass die AOK PLUS mit dem Integrierten Versorgungsangebot CARDIO-Integral einen großen Schritt in die richtige Richtung getan hat. Die Mehrheit der befragten Patienten ist mit ihrem Gesundheitszustand zufriedener als vor der Teilnahme an diesem Programm. Die Qualität der medizinischen Versorgung für die Patientinnen und Patienten hat sich auch aus Sicht der Ärzte spürbar verbessert. Die Vernetzung der medizinischen Behandlung wurde in den Mittelpunkt gerückt und gezielt gefördert, so das Urteil der Befragten. Die Leistungserbringer werden von den Patienten und im Verhältnis untereinander als Partner wahrgenommen, die gut zusammenarbeiten und ein gemeinsames Behandlungsziel im Auge haben.

Die Untersuchung enthält natürlich auch Impulse für die weitere Arbeit. Viele Patienten beurteilten die Wartezeiten immer noch als zu lang. Hier muss geprüft werden, welche Gründe vorliegen, um dieses langfristige Ziel zur Optimierung zu erreichen. Insgesamt ist die Resonanz bei den Versicherten positiv; sie wünschen sich noch mehr Informationen zu weiteren Versorgungsangeboten der AOK PLUS.

Neben dieser Befragung der Patienten und Leistungserbringer wurde im Rahmen der Evaluation auch das Verordnungs- und Einweisungsverhalten unter Wirtschaftlichkeitsaspekten analysiert. Betrachtet man z. B. die Krankenhaus-Kosten im kardiologischen Bereich, in welchem die Steuerung der Versicherten durch CARDIO-Integral erfolgt, verursachten die CARDIO-Integral-Teilnehmer über 270.000 EUR weniger Ausgaben. Das konnte erreicht werden, indem u. a. invasiv-kardiologische Leistungen ambulant erbracht wurden, bei Wahrung hoher Qualitätsansprüche.

Auf diesen positiven Ergebnissen ruhen sich die Vertragspartner jedoch nicht aus. Gemeinsam mit den teilnehmenden Leistungserbringern „CARDIO-Integral“ wird der Vertrag stetig weiterentwickelt und es werden innovative Konzepte, wie Telekardiologie oder patientenindividuelle Arzneimittelverpackung (Verblisterung), getestet. Damit werden herausragende Impulse in der Versorgung gesetzt. Auch zukünftig werden Innovationen im CARDIO-Integral eine große Rolle spielen. So wird der Einsatz sinnvoller Software-Lösungen zur Verwaltung des Vertrages und zur Unterstützung bei Verordnungen vorbereitet. Mit der Vorgabe bestimmter Leitsubtanzen in Form einer Arzneimittel-Wirkstoffliste erfolgt bereits die Steuerung in diesem Bereich. Dies soll EDV-technisch unterstützt werden und eine spezifische Auswertung jedem teilnehmenden Arzt zur Verfügung gestellt werden. Dies erhöht die Transparenz und senkt Kosten. Ebenfalls ist die Implementierung leitliniengerechter Behandlungspfade für 2009 geplant. Auch dies ist wieder ein bedeutsamer medizinischer Vertragsinput, den es in einer ähnlichen Form so noch nicht in der deutschen Versorgungslandschaft gibt.


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