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Inkontinenz

Inkontinenz – oft ein Tabuthema

Experten vermuten, dass hierzulande ebenso viele Menschen an Darmschwäche leiden wie an Blasenschwäche. Blasen- und Darmschwäche ist für die Betroffenen belastend. Sie befürchten, dass andere Menschen etwas davon erfahren könnten.

Pflegende Angehörige brauchen deshalb Geduld und Taktgefühl. Wenn der Betroffene spürt, dass er ernst genommen wird, kann er leichter über das Thema Inkontinenz sprechen und mit Ihnen und gegebenenfalls seinem Arzt nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Dabei ist auch eine angemessene Wortwahl entscheidend: Es klingt entwürdigend, wenn über intime Verrichtungen in Babysprache oder gar mit derben Ausdrücken gesprochen wird. Um die Intimsphäre zu wahren, sollte niemals im Beisein von Außenstehenden über die Inkontinenz gesprochen werden. Zur Diskretion gehört auch, die Wohnung immer gut zu lüften und die Hilfsmittel an einem unauffälligen Ort aufzubewahren.

Eine Ermüdung der Beckenbodenmuskulatur ist sehr häufig die Ursache, wenn pflegebedürftige Menschen inkontinent werden. Ein erschlaffter Schließmuskel lässt sich oft durch gezieltes Beckenbodentraining stärken. Manchmal können auch Medikamente oder eine Operation helfen.

Für Blasen- wie auch für Darminkontinenz gibt es spezielle Hilfsmittel wie Einlagen, Slips oder Windeln. Ist der Pflegebedürftige mobil, sollte er sich in erster Linie sicher mit dem Produkt fühlen und sich uneingeschränkt bewegen können. Bei Bettlägerigen steht die Hautverträglichkeit im Vordergrund.

Ein regelmäßiger Gang zur Toilette – beispielsweise immer direkt nach dem Frühstück – kann helfen, Inkontinenzprobleme zu verringern. Außerdem geben WC-Besuche dem Betroffenen das Gefühl, doch noch Kontrolle zu haben.

Ist etwas danebengegangen, sollte die betroffene Region mit einer milden, pH-neutralen Seife gereinigt und sorgfältig trocken getupft werden. Anschließend wird eine Hautschutzcreme dünn aufgetragen. Gerade bei Darmschwäche kann der aggressive Stuhl die Haut sehr reizen und Ausschläge verursachen. Die Pflegeprodukte sollen weder desinfizierende noch deodorierende Inhaltsstoffe enthalten. Bewährt haben sich auch Einmalhandschuhe. Sie dienen nicht nur der Hygiene, sondern schaffen auch das Gefühl der Distanz. Das erleichtert vielen Pflegenden die Hilfestellung bei der Intimpflege.

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